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Freitag, 7. August 2015

"Es geht auch ohne" oder "Was tun, wenn man das Stativ vergessen hat?"

Manchmal ist man wirklich einfach zu blöd! Da packt man seinen Krempel und sattelt das Rad, fährt eine gute Strecke, um abends und nachts ein paar Langzeitbelichtungen zu machen und dann vergisst man das Stativ! Genauer gesagt habe ich nicht das Stativ vergessen, sondern die Platte. Für den Berlebach-Nivelliererkopf hätte ich die große Platte an der Knipse haben müssen. Leider war noch eine kleine von einem anderen Kugelkopf dran. Tja, was nun?

Aufnahme mit 0,8 Sekunden Belichtungszeit, D800, Sigma 35/1.4

Um noch zurück zu fahren und das Teil zu holen, fehlte mir die Zeit und die Lust. Die Aufnahme oben zeigt wie spät es schon war und die Blaue Stunde wollte ich nun nicht auch noch verpassen.
Also war improvisieren angesagt. Auf dem Weserwehr, von dem aus diese Aufnahme gemacht wurde, gibt es zum Glück dicke Beton Balustraden, auf die man die Kamera stellen kann. Leider sind diese nicht gerade, so dass man schnell schiefe Bilder bekommt. Aber das kann man ja wieder am PC geraderücken.


10 Sekunden Belichtungszeit, SWB-Kraftwerk vom Weserwehr aus gesehen
Man sollte allerdings zwei Dinge beherzigen. Erstens verkratzt man die Kamera schnell, gerade die Plastik-Blende, wenn man sie nicht vorsichtig aufsetzt oder für die Wahl des Ausschnittes auf dem rauhen Beton umherschiebt. Zweitens sollte man den Nackengurt in der Hand oder um den Hals behalten. Nicht nur, dass man sich sicherlich ärgern würde, wenn die teure Knipse in den Fluten versinkt, man muss auch daran denken, dass man ggfs. Leute treffen könnte! Zu dieser Stunde, am Weserwehr sicherlich so gut wie undenkbar, aber an anderen Orten durchaus möglich.


25 Sekunden, Paulaner im Wehrschloss

Solange man eine passende Unterlage für die Kamera findet, kann man beliebige Belichtungszeiten realisieren. Eine Kamera auf einem Stein ist sicherlich noch mal stabilier gelagert, als auf dem besten Stativ. Man ist halt nur sehr eingeschränkt was die Auswahl von Höhe und Winkeln angeht. Die Knipse liegt halt wie sie liegt ;) Wenn man noch was unterlegen kann, kriegt man eventuell noch eine kleine Korrektur der Ausrichtung hin, aber das ist auch sehr eingeschränkt.


30 Sekunden

30 Sekunden ist die maximale Belichtungszeit der D800. Alles danach muss man mit "Bulb" machen, also Auslöser beliebig lange gedrückt halten. Dazu nimmt man normalerweise einen entsprechenden Fernauslöser und eine Stoppuhr. Eine Stoppuhr hatte ich im Smartphone...nur den Fernauslöser hatte ich natürlich auch nicht dabei! Für die nachfolgende Aufnahme mit über 1 Minute Belichtungszeit musste ich also experimentieren.


65 Sekunden

Um diese Aufnahme machen zu können, musste ich wie gesagt den Bulb-Modus verwenden. Also zunächst einmal ein "Stativ" gesucht. Gefunden in Form eines dieser Telefonverteilerkästen, die oft an den Straßen stehen. Die Kamera lag da gut drauf, kein Gewackel. Das war auch extrem wichtig, denn ich musste 1 Minute lang den Finger auf dem Auslöser gedrückt lassen können, ohne dass die Kamera wackelt oder verschoben wird. Handy neben die Kamera gelegt, Stoppuhr gestartet, vorsichtig ausgelöst und laaaaaaaaange den Finger gaaaanz ruhig auf dem Auslöser gelassen. Man muss dabei aufpassen, dass man nicht zu leicht drückt, sonst beendet man die Aufnahme ungewollt.  Zu stark und das unvermeidliche Zittern der Hand überträgt sich auf die Kamera. Auf einem Stativ, selbst einem schweren Berlebach Holzstativ mit Getriebeneiger oder Nivelliereinheit, schafft man das übrigens nicht so ohne Weiteres. Habe ich mehrmals probiert und meistens wurden die Aufnahme weich oder komplett unbrauchbar.

Übrigens: der helle Strich oben stammt von einem landenden Flugzeug. Ohne den Strich hätte ich diese Aufnahme gelöscht. Ich finde, der Strich balanciert das Bild aus...aber das ist nur meine Meinung.

Na ja, so geht es einem halt wenn man mal wieder nicht an alles denkt. Es gibt sicherlich noch viele Methoden eine Kamera für Langzeit- oder Teleaufnahme auch ohne Stativ ausreichend zu stabilisieren. Bohnensack, den man natürlich auch dabei haben muss. Oder halt Rucksack/Kameratasche oder Klamotten, die man sich zurecht legt. Den Fahrradsattel oder Gepäckträger kann man sicherlich auch als mobilen Stativersatz verwenden.
Also nicht gleich verzweifeln und ohne Foto nach Hause fahren, wenn man mal das Stativ oder wichtige Teile dafür vergessen hat. Irgendwas geht immer! :)

Danke und Grüße,
Gordon

Donnerstag, 9. Juli 2015

Haake Beck Badeinselregatta 2015

Auch dieses Jahr fiel die Badeinselregatta wieder ins Wasser. Wobei diesmal kein Regen zu sehen war. Die Gefahr durch ein vorbeiziehendes Gewitter hat die Veranstalter aber trotzdem veranlasst, das Rennen abzusagen. Das Partyprogramm beim Café Sand fand aber auch diesmal wieder statt.

Café Sand an der Weser in der bremer Innenstadt
Hier sieht man die Vorbereitungen am Café Sand. Die Rote Perlenkette besteht aus zusammengebundenen Badeinseln. Diese wurde kurze Zeit später zum Badeinsellauf an die Schlachte (Weserpromenade) geschleppt. Café Sand ist der Zieleinlauf für die Regatta und der Veranstaltungsort für die anschließende Party.


Die große Bühne diente dieses Jahr der Gruppe Pop Shop Boys und dem Hauptact Flo Mega als Spielort.

Weserfähre "Hal över"
Mit der Weserfähre konnte man wieder von der rechten auf die linke Weserseite übersetzen und sich somit den Umweg über eine der Brücken sparen.


Das die Regatte absagt wurde, erfuhr man am Ziel leider nicht. Erst als eine Fähre die Teilnehmer zum Café Sand brachte, wurde aufgeklärt.


Die Teilnehmer gaben sich Mühe nicht so ganz niedergeschlagen zu wirken. Die große Partystimmung blieb bei den Teilnehmern aber verständlicherweise aus.


Da half auch das Rahmenprogramm nicht viel.

Pop Shop Boys auf Haake Beck Badeinselregatta 2015

Das Musikprogramm bestand wie gesagt aus den Pop Shop Boys und Flo Mega.


Die gaben trotz der enormen Hitze von ca. 33-36 Grad wirklich alles.


Mit der passenden Nicht-Bekleidung und Dank LED-Scheinwerfern war es wohl gerade noch zu ertragen ;)



Das Thema der Pop Shop Boys waren die Hits der 80ziger. Zwar meine Dekade, aber ehrlich gesagt kann ich die meisten Sachen von damals nicht mehr hören...einiges konnte ich schon damals nicht wirklich ertragen ;)


Aber die Stücke wurden überzeugend gespielt und den Leuten gefiel es. Einige Lieder haben dabei durchaus auch meinen Gehörgängen geschmeichelt. Na ja, zumindest haben sie Erinnerungen geweckt.


Nun noch ein unvermeindlicher Exkurs in die Technik. Aufgrund des extremen Wetters, habe ich mich für das Micro Four Thirds System entschieden und damit auf die schwere Nikon-Ausrüstung verzichtet. Die Lichtverhältnisse waren bis zum Sonnenuntergang auch noch ausreichend für das kompakte System mit kleinerem Sensor.


Mit dem Panasonic 100-300 waren auch noch die Künstler hinten auf der Bühne gut zu "erreichen". Das wäre mit dem Nikkor 70-200 weniger der Fall gewesen. Wobei ich das wieder teilweise mit der Möglichkeit eines kleinen Ausschnittes aus den 36 Megapixeln der D800 hätte ausgleichen können.




Ja, an diese "Mode" aus den 80zigern kann ich mich auch noch (mit Grauen) erinnern. Neonfarben und "sportliche" Accessoires wie diese Dinger oder Stirnbänder und was es da noch so alles gab.





Hat man das damals wirklich getragen?! Grusel ;)



Das Licht war dieses Jahr aus fotografischer Sicht meistens okay. Wirklich brilliant war es aber nicht. Die Luft war meistens diesig und auch Wolken kamen immer mal wieder zum Einsatz.



Goldenes Licht? Leider nicht wirklich. Aber gut, zumindest war es hell, so dass ich das  lichtschwache Supertele lange einsetzen konnte.



Hier kam die Sonne durch. Trotzdem war die schwüle Luft "schwer" und lag wie ein billiger, verschmierter UV-Filter über dem Sonnenlicht :)


Flo Mega auf der Haake Beck Badeinselregatta 2015
Der Haupt-Act des Abends spielt dann bei gedimmten Licht auf. Das wurde dann schon zu einer Herausforderung für die Olympus OM-D E-M10. Ich habe dann öfter auf das 60er Makro mit f=2.8 oder das 45er mit 1.8 gewechselt.



Der Auftritt von Flo Mega fiel weit weniger schrill aus, als zuvor der von den Pop Shop Boys.


Ich kannte die Band oder den Künstler vorher nicht. Kein Wunder, konnte ich mit der gut gespielten Musik auch nicht viel anfangen. Aber Musik ist eben was sehr individuelles. Gut gemacht war sie definitiv.








Wenn ich das richtig verstanden habe, war wohl nicht die Standardbesetzung am Start, sondern eine kurzfristig eingesprungene Truppe. Das konnte man, meine ich, sehen, aber nicht hören. Kann mich da aber auch verhört haben...also bei der Sache mit den Ersatzmusikern.




So, das war sie also die Badeinselregatta 2015. Abgesehen von der abgeblasenen Regatta und dem teilweise doch eher unangehm schwülen und heissen Wetters, war es okay. Luft nach oben ist aber für das nächste Jahr noch. Es war übrigens nicht so voll wie beim letzten Mal. Da war mir das schon zu voll.

Danke,
Gordon

Dienstag, 14. April 2015

Die Blümchen und Insektenzeit hat wieder begonnen!

Nun ist es wieder so weit. Die Makroobjektive werden entstaubt und gut geölt und man macht sich wieder auf die Pirsch nach Blümchen und allerlei Kriech- und Fliegzeug ;)

Meine erste Aufwärmrunde habe ich halbherzig bei einem Familienspaziergang durch einen großen Rhododendronpark in Bremen absolviert.


Die Wahl der Waffen fiel, wie bei Familienausflügen oft, auf die mFT-Knipse (OM-D E-M10) nebst Panasonic 100-300 und Oly 60/2.8 Makro.


Hummel mit 60/2.8 Makro, kleiner Ausschnitt

Neben Hummeln gab es auch Bienen und Schmetterlinge zu sehen. Allerdings hat es an diesem Tag nur für diese Hummel gereicht.



Dafür ist mir dieser Kollege hier vor die Linse gelaufen. Oder besser gesagt, saß merkwürdig furchtlos auf dem Weg und ließ mich ziemlich nah und lange an sich heran, bevor eine halbherzige Flucht eingeleitet wurde.



Das Licht war relativ gut. Zwar zu hart und senkrecht für meinen Geschmack, aber ein paar nette Lichtsituationen haben sich schon ergeben.



-Ohne Worte-



Die Rhododendren und einige andere Blühpflanzen waren noch nicht durchgestartet. Dürfte sich bei dem Wetter aber inzwischen geändert haben.


Olympus Makro 60mm/f2.8, f=4.0, starker Ausschnitt

Bezüglich Technik-Fetisch hat mich die Schärfe der Kombi EM10 und 100-300 und 60er mal wieder erregt. Das oben ist schon ein starker Aussschnitt aus dem Original und das nachfolgende Bild ist ein ca. 100%-Ausschnitt aus dem gleichen Bild:

ca. 100% Ausschnitt aus obigem Bild
Das finde ich schon sehr beachtlich! Auch bei den Hummel-Makros oben erkennt man selbst beim Pixelpeepen jedes Härchen. So muss das sein!



Das schöne an Parks wie diesem ist, dass man tausende von Blumen und Pflanzen vorfindet. Da ist für jeden was dabei. Auch gibt es somit eine enorme Dichte an Insekten. Man kann sein Stativ irgendwo hinpflanzen und munter drauf losknipsen.


Seltener Swatch-Baum
Auch extrem seltene und exotische Pflanzen, wie diesen schweizer Swatch-Baum, findet man dort :)

Okay, bevor es zu albern wird, höre ich hier mal auf. Jedenfalls ist spätestens jetzt die Zeit für alle Makrofans eingeläutet, die gerne Insekten und Pflanzen fotografieren.

Danke,
Gordon