Donnerstag, 17. April 2014

2500 mm Brennweite - Fotografie mit einem Teleskop

Seit ein paar Monaten habe ich ein kleines Teleskop. Wollte ich schon als Kind immer haben. Leider hat es damals nur für ein gammeliges Linsenteleskop der billigsten Machart gereicht. Interessant war es trotzdem. Nun, sehr viele Jahre später habe ich mir ein gut transportables Teleskop gekauft, das man auch direkt an eine Kamera adaptieren kann...quasi wie eine Russentonne (http://de.wikipedia.org/wiki/Maksutov-Teleskop). Ist genau genommen aber ein Schmidt-Cassegrain (http://de.wikipedia.org/wiki/Schmidt-Cassegrain-Teleskop). Aber egal, ich will jetzt nicht die technischen Details auswalzen. Ich möchte hier nur mal den Unterschied im Bildwinkel zeigen, der sich aus der Brennweite ergibt.

Hier eine Aufnahme mit einem Fotobobjektiv mit 300 mm Brennweite an einem Micro Four Thirds Sensor, woraus dann 600 mm im Kleinbildäquivalent resultieren.



Und von der gleichen Position mit dem besagten Teleskop, ebenfalls mit der gleichen Sensorgröße. Das Teleskop hat 1250 mm Brennweite, also erhalten wir die titelgebende Brennweite von 2500 mm als Äquivalent.


Schon heftig oder? Hier zum Vergleich noch eines mit einer Kleinbildkamera und 200 mm Brennweite.


200 mm vs 2500 mm ;)
Leider kann man das Teleskop nicht wirklich gut für Tageslichtaufnahmen verwenden, dafür ist die Bildqualität die auf dem Sensor landet zu schlecht. Ist zwar scharf, sofern die Luft nicht zu unruhig oder dunstig ist, aber der Kontrast ist im Vergleich zu einem auch nur halbwegs brauchbarem Fotoobjektiv schon eher bescheiden. Aber mit EBV kann man da noch was machen und was nützt einem ein perfekes Bild auf dem man nicht das erkennen kann was man sehen will? Dann doch lieber ein nicht perfektes Bild, wo aber das interessante und sonst nicht erreichbare Motiv drauf ist.
Notiz an mich selbst: ich wollte schon lange Details vom Bremer Rathaus und dem Dom aufnehmen, die so hoch und klein sind, dass man das mit normalen Fotoobjektiven nicht vernünftig hinbekommt.

Grüße,
Gordon

Donnerstag, 3. April 2014

Videoaufnahme vom Mond durch ein Teleskop



Heute mal eine Premiere von mir, ein Video! Gut, ist eher ein Videoschnipsel :)



Falls hier kein Videofenster zu sehen ist, hier der direkte Link: www.gstoever.de/video/mond.mpeg

Was man hier sieht, ist der Mond aufgenommen mit einer Digitalkamera (E-PL5, mFT-Sensor) adaptiert an ein Teleskop mit 1250 mm Brennweite. Wie hoch der Abbildungsmaßstab ist, kann ich gar nicht sagen, aber er ist schon gigantisch! Selbst mit einem normalen 500 mm-Objektiv an der gleichen Kamera bekommt man den Mond nur in akzektabler Größe auf den Sensor. Mit dem Teleskop, übrigens eines in Schmidt-Cassegrain-Bausweise (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Schmidt-Cassegrain-Teleskop) passt der Mond kaum noch auf den Sensor. Und theoretisch könnte man noch weit "näher 'ran", wenn man noch ein Okular dazwischenschalten würde (ich glaube min. um den Faktor 100!).

Was man auf dem Video aber auch gut sehen kann ist wie stark die Atmosphäre das Bild stört. Dieses Wabern ist die warme Luft die aufsteigt. Den Rest besorgen dann Luftverschmutzung und Lichtverschmutzung, was hier aber aufgrund der Helligkeit des Mondes keine so große Rolle spielt.

Die Geschwindigkeit mit der der Mond durch das Bild rauscht ist übrigens real, das Teleskop wurde kein Stück gedreht, die Abspielgeschwindigkeit ist in Echtzeit. Je höher die Vergrößerung ist, desto mehr erkennt man die Auswirkung der Erdrotation. Auch Planeten wie Jupiter wandern in kürzester Zeit aus dem Blickfeld des Teleskops, wenn man es nicht nachführt.

Danke und Grüße,
Gordon

Mittwoch, 2. April 2014

Erste Radtour (mit neuem Holzstativ und einigen Tieren)

Letztes Wochenende habe ich meine erste kleinere Radtour mit dem Rad und meinem neuen Holzstativ, einem Berlebach, unternommen. Warm genug war es ja und ich wollte das Stativ und vor allem die extra dafür gekaufte Spezialtasche ausprobieren. Die Tasche kommt seitlich an den Gepäckträger, wie diese bekannten Taschen auch, also mit so einem Einhackmechanismus der sich mit einer Hand wieder lösen lässt. Ob das was wirklich langfristig was taugt, berichte ich vielleicht in einem separatem Beitrag. Das Stativ scheint zumindest meine Erwartungen zu erfüllen.


Es war wie gesagt warm, aber ansonsten nicht gerade bestes Fotowetter für meine Belange. Der Himmel leicht blass und ohne nennenswerte Wolken oder Strukturen. Aber für einen Testausflug war das schon okay.

Berlebach Report 332 mit Manfrotto Getriebeneiger und DSLR
Das Berlebach Holzstativ war ja der Grund für den Ausflug. Ich will hier jetzt kein Review vom Stapel lassen, aber ganz kurz: das Stativ ist mit 3,2 Kilo nicht gerade leicht, dafür aber mit einer fest eingebauter Nivellierkugel und 143 cm max. Höhe schon ziemlich robust und vielseitig. Da man Holz eine noch bessere Eigenschaft bei der Schwingungsdämpfung als Karbon bei Fotostativen nachsagt, wollte ich den Weg gleich konsequent zuende gehen und auf dem Rad, mit der oben erwähnten Spezialtasche, ist der Transport auch nicht so schlimm. Allerdings wiegt die gesamte Einheit aus Stativ und Getriebeneigerkopf, sowie D800 mit mittelschwerem Objektiv schon eine ganze Menge und zu Fuß trägt man das sicherlich nicht sehr lange freiwillig durch die Gegend. Aber bei sowas ist schwer eben auch gut...zumindest für verwacklungsfreie Fotos.


Zwar hat so ein Stativ nicht die aktuellen Gimmicks wie schwenkbare Mittelsäule und Co., aber verschiedene Stellungswinkler der Beine sind möglich und man kommt damit auch bis auf den Boden (auf dem Bild sieht man nur eine mittlere Stellung mit unterschiedlichen Beinauszugslängen).


Ich habe mehrere Dinge mit dem Stativ ausprobiert. Langzeitbelichtungen hatte ich schon ein paar Abende davor erfolgreich getestet. Auf dieser Tour wollte ich mal verschiedene Brennweiten und Objektive (Gewichte, Längen) und auch Kameras ausprobieren. Daher habe ich auch noch meine mFT-Kamera mitgenommen, inklusive 100-300 mm-Objektiv, was heftige Anforderungen an ein Stativ stellt, wie ich in der Vergangenheit leidvoll feststellen musste.


Bei allen Stativaufnahmen war aber kein Verwackler zu erkennen, weder bei den beiden Bilder oben mit D800 + 70-200, noch später mit der Olympuskamera mit monströser 600 mm Brennweite im Kleinbildäquivalent.

300 mm Aufnahme mit Olympus E-PL5

Da die atmosphärische Situation leider nicht sonderlich spektakulär war, habe ich das Stativ dann eine zeitlang stehen gelassen und ein wenig die Fauna geknipst.


Diese scheuen Kameraden hier reizen mich jedesmal wenn ich dort bin. Leider kommt man nicht wirklich nah genug heran, so dass man entweder extrem viel Tele braucht oder aber sehr viel Reserven beim Ausschnitt. Ersteres liefert die mFT-Kamera, zweiteres die D800.


Hier war ich noch nicht richtig vorbereitet. Mehr ein Schuss aus der Hüfte mit der Nikon und einem 70-200 aus sehr großer Entfernung (extremer Crop). Die Belichtungszeit war zu lang...oder zu kurz für einen ordentlichen Mitzieher, je nach dem was man hier bevorzugt hätte.


Aber die Tieren waren sehr aktiv und eine vergleichbare Szene ergab sich gleich mehrere Male, so dass ich sogar beide Kameras ausprobieren konnte.



Aber auch andere Tiere sieht man dort fast immer, z.B. verschiedene Vögel.


Schwäne.



und was sonst noch so auf Feld und Wiese lebt.



Nach den Tieren habe ich noch ein wenig mit dem Stativ und sehr langen Brennweiten bei Landschaftsaufnahmen experiementiert. Mich interessiert hier vor allem die Möglichkeit die Landschaftsszene zu verdichten...zu verkürzen, so dass z.B. dieser eigentlich recht langgezogene Graben als eine enge S-Kurve erscheint.


Am Abend kamen dann doch noch ein paar (Schleier)Wolken auf und die Szene wurde für mich interessanter. Kurz danach ging aber schon wieder alles in diesiger Luft unter.


Wobei das auch ganz reizvoll aussehen kann. Fast schon ein wenig wie eine Vollmondnacht.

Ja, das war sie, meine erste Radtour oder genau genommen die dritte, wobei diese von Entfernung und Dauer schon eher dem entspricht, was ich im Sommer ein paar mal die Woche plane.

Hoffen wir mal auf einen weiter besser werdenden Frühling und einen guten Sommer.

Grüße,
Gordon