Montag, 10. November 2014

Zoo Osnabrück

Heute mal eine wahre Bilderflut von einem Familienausflug in den Zoo Osnabrück. Gemacht sind alle Aufnahmen, bis auf eine einzige Ausnahme, mit der D800 und dem 70-200 VR II.


Am Anfang war das Wetter noch leidlich gut. Es schien sogar kurz mal die Sonne. Leider hat das Wetter nicht gehalten und die meisten Aufnahmen habe ich bei bedecktem Himmel gemacht.


Das 70-200 (die neue Version) ist nach wie vor eines meiner Lieblingsobjektive. Es hat sicherlich ein paar Nachteile, z.B. enorme Größe und Gewicht und auch die Vignettierung ist ziemlich heftig, selbst stark abgeblendet, aber dafür hat es einen brachial guten Stabi, einen sehr schnellen und treffsicheren Autofokus und nicht zuletzt eine extrem gute Abbildungsleistung was Kontraste, Farbwiedergabe und Schärfe angeht.

"What the hell!?"

Natürlich sind 200 mm für Aufnahmen im Zoo nicht immer ausreichend. Bezüglich des Kleinbildsensors der D800 ist das sogar ziemlich "kurz". Allerdings reißen die 36 Megapixel das teilweise wieder heraus, da man enorme Ausschnitte aus den Bilder nehmen kann, die dann immer noch genug Details haben. Das Bild hier oben ist ca. 1/4 der Originalaufnahme und man kann noch jedes Haar zählen...wenn man denn wollte ;)



Das Wetter war wie gesagt nicht gerade prickelnd. Also war auch wieder der Spagat zwischen Blendenwahl und ISO-Einstellung angesagt. Zwar kann man locker bis ISO 1600 oder mehr gehen, aber nur, wenn noch genug Licht vorhanden ist (Schatten rauschen weit mehr, als gut belichtete Stellen) oder man keine starken Ausschnitte plant, bzw. riesige Ausgabeformate.


Affen sind ja immer eines der Highlights eines gut sortierten Zoos. So auch in Osnabrück. Wirklich faszinierend wie komplex das Verhalten der Tiere ist und wie einfach man individuelles Verhalten identifizieren kann.


Man kann sich wirklich stundenlang anschauen was die Tiere so treiben. Nicht selten erkennt man eigene Verhaltensweisen wieder. Hier z.B. meine typische Montag-Morgens-Büro-Haltung :)))



Die Hände der Primaten sind den unseren sehr ähnlich und die Tiere können damit Dinge tun, die nur wenige anderen Spezies auf diesem Planten tun können.



Natürlich gibt es auch hunderte andere Tiere in dem recht großen Zoo zu sehen. Leider bin ich zoologisch eine Doppelnull, so dass ich die Namen der meisten Tiere nicht kenne. Und immer wenn ich mich zu einer Namensnennung durchringen kann, belehrt mich das Infoschild eines Besseren; auch wenn teilweise nur knapp daneben, bzw. unpräzise.


Das hier, äh, ist z.B. ganz klar eine...äh...Katze! ;)



Hyänen. Nicht gerade beliebt, fürchte ich. Ich finde die sehen ganz "nett" aus.

Hyänen-"Frischling"

Und Babys sehen ja von jeder Tierart immer niedlich aus...von Regenwürmern und Co. vielleicht mal abgesehen ;)

Der "böse" Wolf

Auch der Kollege hier ist bei vielen nicht sehr beliebt. Dabei kennen heutige Menschen bei uns dieses Tier nur noch aus Erzählungen oder eben aus dem Zoo.

Luchs

Ich hoffe, ich liege hier nicht falsch. Aber ich würde das hier als Luchs ansehen. Welche Herkunft/Unterart/??? weiß ich aber nicht.




Was mich an Zoos immer ärgert sind die Gitter. Heutzutage findet man das zwar meistens nur noch bei Vogelvolieren, aber warum kann man da keine Glasscheiben verwenden? Fliegen die dagegen? Okay, auch die meistens dreckigen Glasscheiben mit ihren Spiegelungen nerven den Fotografen gewaltig und verhindern nicht selten anständige Aufnahmen. Aber engmaschige Drahtgitter sind die Hölle!


Manchmal kann man mit den Gittern aber auch nette Effekte erzielen; wie hier. Die Aufnahme ist tatsächlich durch ein Drahtgitter gemacht. Der komische Mustereffekt kommt durch ein zweites Gitter hinter dem Vogel, hinter dem sich wiederum farbiges Blattwerk befand. Das vordere Gitter habe ich so gut wie möglich in Unschärfe versinken lassen (Abstand Linse zu Gitter zu Objekt).


Die waren wirklich niedlich! Eigentlich nichts, weswegen man in den Zoo gehen würde, aber die hatten was.



Oink, oink!


Kleiner Teil einer nachempfundenen Tempelanlage. Nicht schlecht gemacht. Wenn man nur einzelne Bilder davon zeigt, merken die Leute nichts.


Das Elefantengehege fand ich ein wenig enttäuschend. Vielleicht waren wir aber auch nur zur falschen Zeit da. Einen wirklich freien Blick auf die Tiere hatte ich nicht. Gut, aus Fotografensicht. Es waren immer Drähte, Zäune oder anderen Bauwerke im Weg.

Was tut er da?

Dann also lieber gleich Backstage. Irgendwas sucht der Elefant hier...nur was? Futter? Den Schlüssel, um die Tür aufzumachen? ;)


Hier habe ich nicht die leiseste Ahnung welches Tier das ist. Sieht aus wie ein Fuchs in schwarz. Wer mich erhellen kann, möge dies bitte tun.


Das dürfte ein Riesenmarder gewesen sein. Also nicht das tote Tier, sondern der schwarze Räuber.


Fußgeruch?! :)


Ah, die mag ich ja immer! Spannend zu fotografieren. Eigentlich sehr schwer, da sie nur selten mal auftauchen und doch recht flott ihre Bahnen ziehen. Aber in Zoos schwimmen sie auch immer sehr vorhersagbar. Sie ziehen meisten ihre immer gleichen Bahnen und man kann nach einem Augenblick der Beobachtung sehr gut vorhersagen wo und wann sie sich zeigen.


Dank zuverlässigem kont. Autofokus kein Problem, auch ohne wildem Serienfeuer.


Aquarien...hm. Sicherlich nett anzuschauen, aber grausam zu fotografieren! Sehr wenig Licht, Scheiben mit Reflektion und Refraktion (Brechung). Am besten man erwischt einen Fisch der direkt an der Scheiben ist, dann hat man noch halbwegs brauchbare Abbildungen auf dem Sensor.


Auch ganz kleine Tiere sind immer so ein Problem. Sie verstecken sich oft sehr gut und sind im Verhältnis zu den Störungen durch die Scheiben so klein, dass man kaum eine anständige Aufnahme hinbekommt. Wenn sie dann noch flink sind, ist der Spaß vorprogrammiert.


Flink sie diese Freunde hier sicherlich nicht :) Die hatten die Ruhe wirklich weg. Da auch keine Scheibe im Weg war, konnte ich mich da richtig austoben. Einziges Problem war das schwache Kunstlicht. Man sollte sich wie so oft nicht auf den automatischen Weißabgleich verlassen und lieber gleich die Rohdaten aufzeichnen, so dass man den Abgleich später am Rechner machen kann.



Warum der mir die Zunge herausgestreckt hat, weiß ich nicht. Vielleicht stand er nicht so darauf fotografiert zu werden.


Von den Vögeln sind mir diese und ähnliche noch am liebsten. Warum? Weil sie meistens nicht hinter Gittern oder Scheiben gehalten werden.


Diese Pose habe ich auch noch nicht gesehen.


Diese dagegen ist mir bei diesen Tieren sehr bekannt. Man achte auf die beiden modischen Armbänder ;)


Diese Wildkatze schien extrem schlechte Laune zu haben. Lag es an mir oder doch eher an dem miesen Kunstlicht? Wegen des Lichtes übrigens auch Schwarzweiß...nicht wegen der ISO-Einstellung von 1600.


Diese Brocken empfinde ich immer als surreal.


Sie sollen recht friedlich sein. Prüfen würde ich es aber nicht freiwillig.


Darf natürlich nicht fehlen...der ultimative Autofokus-Test :)

Apropo testen. Nun wurde das Licht so richtig grottig und ich hatte am Rechner meine liebe Müh' den Weißabgleich und die Kontraste wieder hinzufummeln.


Denke, es ist mir zu 85,37% gelungen ;)

"Willst du etwa an mein Futter!?"


Löwengehege ist ja auch immer ein Muss für jeden guten Zoo. Leider ist der für meinen Geschmack im Osnabrücker zu versteckt und das Gehege nicht wirklich gut einsehbar. Bestimmt gut für die Tiere, aber halt schlecht für die Besucher.


Okay, warum jetzt wieder ein Affe? Hatten wir doch oben schon. Das hier ist das einzige Bild (was in die Auswahl gekommen ist), welches ich nicht mit der Nikon sondern mit der Olympus E-M10 und dem Panasonic 100-300 gemacht habe. Ich hatte ja nur 200 mm an der D800 als maximale Brennweite. Das war teilweise doch recht knapp. Daher habe ich hier mal die Olympus ausgepackt, die eine äquivalente Brennweite von 600 mm bringt (Cropfaktor 2 * 300 mm). Damit kriegt man natürlich einen ganz anderen Bildausschnitt. Leider wird das teilweise wieder durch die Abbildungsleistung des Objektivs und des Sensors relativiert. Oft sehen die sehr starken Ausschnitte aus der Kombination D800 + 70-200 genauso gut oder sogar besser aus, als die Bilder mit der Olympus und dem Pana. Aber manchmal auch nicht. Außerdem muss man den Unterschied in Preis und Volumen in die Waagschale werfen. Ich bin schon sehr heiß auf das Olympus 300/4.0-Objektiv, das wahrscheinlich "bald" kommt. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.


Fazit zum Zoo Osnabrück:

Ja, doch, kann man hingehen. Ist groß genug, es gibt genug Tiere und Themen und alles macht einen vernünftigen Eindruck. Aus Fotografensicht muss man mit Einschränkungen leben, die man aber auch in anderen Zoos mehr oder weniger ausgeprägt vorfindet. Angefangen von schlechten Blickwinkeln und zugebauten Gehegen, bis hin zu schmuddeligen Scheiben oder Gittern, die einem den Blick versperren oder auch schwachem Kunstlicht, das der Kamera alles an ISO- und dem Fotografen vieles an Nachbearbeitungsfähigkeiten abverlangt.

Ich habe inzwischen schon eine Reihe an Zoos besucht und bei allen ist irgendwas sehr gut und irgendwas nicht so gut. Osnabrück reiht sich da nahtlos ein. Es ist nicht der perfekte Zoo, aber Hagenbeck oder Hannover sind es auch nicht. Spaß wird man beim Fotografieren aber in allen haben, wenn man denn Spaß an dieser Art von Fotografie hat.

Viele Grüße,
Gordon