Montag, 8. April 2013

Sigma 35mm F1.4 DG HSM (Art) - Testbilder bei Sonne...

..., Landschaft/Architektur und damit entsprechenden Blendenwerten.

Nachdem ich eine ganze Reihe von Bildern mit Offenblende gemacht habe, die mich von der Abbildungsleistung ehrlich gesagt schon sehr überzeugt haben, hier nun ein paar Bilderchen bei Blendenwerten weit oberhalb von f1.4.

Sigma 35/1.4 bei Blende 5.0
Ich nehme gleich mal die Spannung 'raus ;) Das Teil überzeugt mich auch bei Blendenwerten von 2.0 bis 16 sehr. Natürlich wird es bei den kleinen Blendenöffnungen immer schwieriger noch Qualitätsunterschiede gegenüber anderen Objektiven in diesem Brennweitenbereich zu entdecken, aber zumindest fällt mir auch nichts negatives auf. Die Schärfe ist halt über den gesamten Frame exzellent, die Farben und Kontraste satt, keine Flares, keine für mich relevanten bzw. erkennbaren Probleme bei weit geschlossener Blende (Beugungsunschärfe).


Blende 3.2

Blende 5.6
Per "Zufall" habe ich diese Szene zweimal aufgenommen, einmal mit 3.2 und einmal mit 5.6. Okay, war kein Zufall, sondern 3.2 war mir dann doch zu wenig...hatte mich verschätzt. Man sieht ganz gut den Unterschied in der Hintergrundschärfe, aber keinen erkennbaren Unterschied in der Schärfe im Fokusbereich. Das Teil scheint weder großartig Schärfe noch Kontrast bei größerer Blendenöffnung zu verlieren. Ich habe schon mehrmals die Blendenzahl kontrolliert, weil ich der Meinung war, ich hätte eine kleinere Blendezahl eingestellt. Diese Erfahrungen beziehen sich allerdings auf eine D700 mit 12 MP! Gut möglich, dass man mit aktuellen Pixelboliden da mehr Unterschiede sieht.


Blende 8
Leider war meine Testtour an einem Tag und zu einer Uhrzeit, wo die Sonne grell war und keine wirklich gute Lichtstimmung erzeugt hat. Daher hake ich auch alle hier gezeigten Bilder unter "Testbilder" ab. Aber das Leben ist halt kein Ponyhof ;)


Blende 11
Bei Kleinbildformat und 35 mm muss man schon stark abblenden, wenn der Schärfebereich sich bei so einem Motiv über das gesamte Bild erstrecken soll. Die minimale Blendenöffnung des Sigma ist f=16 und ich denke für bestimmte Landschafts- oder Architekturmotive kann man diese durchaus gebrauchen.


Blende 11
Mit Blende 11 kriegt man hier gerade so eben alles scharf...wenn man das denn will.


Blende 10

Blende 13 - Klosterruine Hude

Diese und die folgenden Aufnahmen sind in der Klosterruine in Hude entstanden.


Blende 8
Die Randschärfe ist bei Blende 8 absolut auf dem Niveau des inneren Bereiches. Wo genau der Punkt liegt, wo Rand- und Innenschärfe nahezu identisch sind, weiß ich noch nicht genau. Laut eines Testberichts müsste es bei 4.0 bis 5.6 liegen, wobei ich diese Werte für eher akademisch halte, es sei denn man fotografiert nur zum Sensor planliegende Motive. Bei Motiven mit Tiefenausdehnung wird man mit f4.0 oft nicht auskommen, da der Bereich der Schärfentiefe zu gering ist. Somit sind auch die Blendenwerten von 8.0 bis zu 16.0 nicht willkürlich gewählt, sondern waren für das Motiv notwendig (alles nah und fern wollte ich detailiert, sprich scharf abgebildet haben).


Blende 9

Die Verzeichnung der Linse ist absolut minimal und damit meistens irrelevant. Eine Korrektur in Lightroom oder anderen Programmen bringt teilweise kaum sichtbare Unterschiede. Bei geometrischen Formen sicherlich sichtbar, aber auch ohne Korrektur wohl meistens nicht übermäßig störend. Eine Korrektur von Verzeichung und stürzenden Linien habe ich aber trotzdem bei allen relevanten Motiven durchgeführt, wobei die stürzenden Linien eher der Grund für eine Korrektur waren, als die leicht tonnenförmige Verzeichnung.


Blende 16 - maximal geschlossene Blende

Blende 16 ist die maximale Blendeneinstellung die möglich ist mit diesem Objektiv. Für solche Aufnahmen reicht das gerade noch so. Kann oder will man so einen Blendenwert nicht verwenden, bleibt einem nur die Wahl eines Tilt-Objektivs. Für die mickerige Auflösung die ich hier zeige, würde aber auch Blende 8 wohl schon aussreichen, denn den schon leicht unscharfen Bereich vor allem unten, sieht man hier nicht. Bei vollen Auflösung/Bildgröße und entsprechendem Betrachtungsabstand sieht man es aber schon.


Blende 11

Blende 16
Dieses Bild sieht nahezu gleich einer Aufnahme weiter oben aus. Dort habe ich f13 verwendet. Einen wirklichen Unterschied in der Abbildungsleistung kann ich nicht erkennen. Man hat in meinen Augen immer noch eine ausreichend gute Auflösung an einer 12 MP D700 um zufrieden sein zu können.
Wer findet eigentlich Sensordreck in den Bilder? Ich konnte bis jetzt keinen einzigen entdecken und daher ist auch bei keiner einzigen Aufnahme ein "Pickel" von mir entfernt worden. Das verwundert mich immer mehr, denn die Kamera ist schon ein paar Jahre alt und die letzte und einzige Reinigung durch einen Servicepoint ist schon ... sehr lang her. In der Anfangszeit habe ich weit mehr Probleme damit gehabt, schon ab Blende 5.6. Ist das etwa analog zur neuen D600? ;)


Blende 16
Hier kann man auch in dieser Auflösung (anklicken für volle Größe) Unschärfe durch zu geringe Schärfentiefe erkennen (siehe rechts unten). Ich habe beinahe mit der Kamera an der Wand gelehnt, so dass der kürzeste Motivabstand weniger als 50 Zentimeter beträgt, der am weitesten entfernte Punkt der Mauer aber ca. 7-8 Meter.


Blende 2.0 - auch das geht
Zur Auflockerung mal was anderes und das dann auch gleich mit einem diametralen Blendenwert von 2.0. Der Autofokus an meiner D700 auch hier völlig problemlos, schnell, treffsicher, das macht richtig Laune. Ja, sogar die äußeren AF-Felder sitzen auf den Punkt genau...hallo D800-Freunde?! ;) Sorry, ich leide mit euch...ehrlich! Weiß auch nicht mal, ob das hier einer der äußeren war und bin zu faul nach zu sehen. Ich habe es aber ein wenig getestet und es passt, wie mit allen anderen Objektiven auch.



Blende 8
Um mal was zur Brennweite zu sagen: noch bin ich unschlüssig! Ist für mein Geschmack doch recht weitwinklig und ich verschätze mich noch sehr oft, was den Frame angeht. Meine Lieblings-festbrennweite bis jetzt, das AF-S 85/1.4 kann ich besser einschätzen und sehe (noch) viel einfacher den Ausschnitt und die Linien/Winkel. Hier habe ich noch ein Überraschungsmoment, wenn ich durch den Sucher schaue. Mal weiter, mal weniger weit als ich gedacht hätte. Ist aber nur Übung. Ob es dann aber DIE Brennweite wird, weiß ich noch nicht. Es gibt natürlich für jeden Zweck eine am besten passende Brennweite, aber man hat da ja schon so seine Lieblinge mit denen man am besten klar kommt und wo man schon vorher das Bild im Kopf hat, bevor man durch den Sucher schaut.


Blende...ach mir doch egal!
:) 


Inzwischen war ich aus der Klosterruine 'raus und habe die nähere Umgebung abgelichtet. Hier eine  Wassermühle. Die Brennweite ist sehr gutmütig, was die Verzeichnung angeht. Je weitwinkliger ein Objektiv, desto mehr wird man durch Verzerrungen der Perspektive bestraft. Hier ist man noch problemlos unterwegs, selbst wenn man einmal nicht waagerecht draufhält. Bin mal gespannt, ob Spezialisten mir hier Kontra geben ;)


"Merkwürdige Perspektive"
Dieses Bild hier hat mich locker 15 Minuten in Lightroom gekostet und das nicht etwa wegen der schwierigen Lichtverhältnisse, sondern wegen der Perspektive. Letztendlich bin ich irgendwie trotzdem daran gescheitert. Für mein persönliches Empfinden habe ich keine Einstellung gefunden, die das Bild "gerade" macht. Kein Kippen vertikal und horizontal oder drehen haben was gebracht. Na ja, mal verliert man, mal gewinnen die Anderen.

"abstract reflections"
Ich habe ein wenig über die klassischen 35 Millimeter gelesen, neben den Reviews, und das war auch mit ein Grund dem Sigma eine Chance zu geben. Oft wird diese Brennweite als ideale "Immer drauf"-Linse beschrieben, also die Brennweite, mit der man am häufigsten Alltagsaufnahmen gut realisieren kann (so interpretiere ich das jetzt einfach mal). Oft fallen dabei Reizworte wie "Street" und Co. und obwohl ich das noch nicht testen konnte und vielleicht auch nie kann, weil es nicht so unbedingt meine Stärke aktuell ist, finde ich schon, es passt doch sehr oft. Mal abgesehen davon, dass ich oft falsch stehe, weil ich die Brennweite nicht richtig eingeschätzt habe, steht man schon weniger oft mit dem Rücken zur Wand wie mit z.B. 50 oder 85 mm (an Kleinbildknipse). Aber gut, dass wird sich erst noch zeigen müssen. Ich habe für mein Verständnis noch viel zu wenige Bilder in unterschiedlichen Situationen gemacht, um das wirklich beurteilen zu können.


Das letzte Bild ist nicht immer das beste ;)

Ich schließe jetzt mal mit diesem Bild, weil es irgendwie nach "und Tschüss" aussieht.

Bis jetzt macht mir das Sigma 35/1.4 überraschend viel Spaß. nachdem die erste Panik eine Gurke erwischt haben zu können, verflogen ist, fängt die kreative Phase an. Hoffe ich doch zumindest ;)

Danke und Grüße,
Gordon