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Donnerstag, 22. Dezember 2011

Mein neues 70-200/2.8

Noch 2 Tage vor Heiligabend ist es in meinem Büro aufgeschlagen...per Hermes! Mich hatte schon der Schlag getroffen, als ich trotz Amazon mit Premiumversand Hermes als Transporteur erblinkte! Nach dem das Paket auch um 15h nicht eingetrofffen war, hatte ich mich schon auf nächstes Jahr eingestellt. Aber ist dann doch noch kurz vor Feierabend eingetrudelt.
Die Rede ist vom AF-S 70-200 VR II, dem Nachfolger des AF-S 70-200 VR, was ich ca. 2 Jahre hatte.

Warum ein neues? Nun, das alte war wirklich der Hammer was die Schärfe in der Bildmitte anging. Ab Blende 4.0 so scharf, dass es einem förmlich ein Loch in den Sensor gebrannt hat ;) Bei vollen 200mm und 2.8 sah aber auch die Mitte nicht mehr immer so prickelnd aus. Die Ränder waren dagegen immer schlecht! Nicht absolut schlecht, aber doch deutlich schlechter als der mittlere Bereich und daran ändert leider auch abblenden nichts! Zwar geht die heftige Vignettierung erwartungsgemäß zurück, aber merkwürdige Unschärfe durch Doppelkonturen und Farbfehler bleiben.
Eigentlich hat mich das nie wirklich gestört, da ich das Objektiv eigentlich immer für portrait-ähnliche Dinge oder Sport und andere Events eingesetzt habe, wo die Ränder meistens keine Rolle spielen. Mein Versuche mit dem Objektiv auch mal Landschaftsaufnahmen oder Städteansichten/Architektur zu machen, waren aber eher frustrierend, weil man dort klar die schwächen der Randbereiche sehen konnte und entweder eine Menge wegschneiden oder aber damit leben musste. Damit leben kam dann irgendwann nicht mehr in Frage, da ich einfach zu viele Objektive habe, bei denen auch die Ecken scharf sind (zumindest abgeblendet). Somit blieb das 70-200 als "Geheimwaffe" für Events und Co. oft zuhause, weil eben doch nicht so universell einsetzbar, wie man es eigentlich von einem 70-200 erwarten dürfte.
Damit hier keine falsche Vorstellung aufkommt, dass alte 70-200 ist extrem gut, in fast allen Belangen, nur leider nicht in diesem einen Punkt, der, wenn er auch wichtig ist, leider eine Alternative erfordert. Diese Alternative liegt jetzt vor mir, das neue "VR II".

Nach wenigen Bilder, meistens mit Blitz, kann ich natürlich noch lange kein Urteil über dieses Objektiv abgeben und stütze mich daher viel auf gelesene Informationen. Eines kann ich aber schon jetzt sagen: es ist noch schärfer, als das alte! Und zwar nicht nur am Rand, wo es das alte klar deklassiert, sondern auch in der Mitte. Ob es eine technische Schärfe ist oder einfach der Schärfeeindruck aufgrund besserer Kontraste, weiß ich erstmal noch nicht ganz genau.

Mechanisch haben wir es auch hier wieder mit einem typischen Profiteil der 2000€-Klasse zu tun. Also viel Metall, wertige Kunststoffe, das ganze sauschwer und stabil. Alles fühlt sich hochwertig an, alle Bedienelemente sind einfach optimal und es macht Spaß das Teil zu bedienen. Die Größe ist nur geringfügig unterschiedlich vom alten, ein wenig kürzer (vorallem die nicht ganz so gut gelungene Geli), dafür dickbäuchiger. Die Gegenlichtblende ist leider kürzer als die alte und auch nicht ganz so stabil (fühlt sich dünner und weicher an). Außerdem kann man das Objektiv jetzt nicht mehr auf die Streulichtblende stellen! Wer das versucht, hat ganz schnell 2000€ versenkt, denn das Objektiv fällt definitiv um!!! Das war beim alten weit besser gemacht.

Die Bedienung ist ebenfalls ein wenig anders geraten. Allem voran fehlen die 3 Autofokusknöpfe am Kopf, mit denen man den AF "festhalten" konnte. Als "Ersatz" hat man nun eine dritte AF-Einstellung per Schalter am Objektiv "M/A", neben den bekannten "M" und "A/M". Was dieses M/A tatsächlich tut, ist mir trotz diverser Reviews, die ich gelesen habe, erst jetzt klar geworden! In dieser Einstellung hat man zunächst den normalen AF-Betrieb. Ist man im AF-C-Modus, hat den Auslöser halb gedrückt und verstellt nun den Fokus von Hand, wird danach trotz halbg gedrücktem Auslöser NICHT mehr weiter fokusiert! Ich denke die Ingenieure meinten diese Option könnte die 3 Knöpfe am Kopf ablösen. Ob sie das wirklich kann...ich meine nein. Es ist eine andere Funktionalität. Da ich aber ohnehin den AF-C per AF-Taste am Body festhalte (statt wie viele andere ihn damit zu aktivieren), stört mich diese Änderung nicht. Meine Methode hat den Vorteil, dass sie bei allen Objektiven funktioniert (gegenüber den drei "Festhalteknöpfen").


Die AF-Leistung konnte ich noch nicht ausgiebig testen, aber es fühlt sich erstmal genauso schnell und ultra zuverlässig an, wie beim alten. Selbst die dunkelste Ecke in der Wohung, mit dem mickerigsten Motiv und das bei 200mm wird schnell und auf den Punkt angefahren...jeder Schuss ein Treffer.
Beim alten 70-200 fand ich in Extremsituationen den AF-C teilweise zu langsam. Bei auf einen zukommenden Objekten war man oft und früh leicht hinter dem Ziel, als wenn das Objektiv (oder die Kamera?) nicht schnell genug mitkommen würde oder den Vorhalt nicht korrekt berechnet. Was auch immer, ich hoffe mal, das Neue kann auch hier noch eine Schippe drauflegen. Ich werde es beim nächsten Event mit Läufern, Radfahrern, Autos oder was auch immer erfahren.

Was ich aber schon sehr gut testen konnte, ist die verbesserte Stabilisierung. Holla die Waldfee! Was geht denn da ab? Das alte war schon ganz okay, wobei ich das 105VR als besser angesehen habe, mit dem ich oft 2,5 Blendenstufen erreicht habe, aber das neue 70-200 schlägt alles was ich bis jetzt gesehen habe. Wo beim alten für mich maximal 2 Blendenstufen realistisch waren, sind es beim neuen wirklich fast die versprochenen 4! Nach Daumenregel bei 200mm an Kleinbild (FX) hätte man 1/200, ich konnte locker mit 1/15 noch reproduzierbar scharfe Bilder machen. Wow! Sicherlich sollte man sich nicht allzu sehr darauf verlassen, aber immerhin ist es eine Option, wenn alles andere versagt, bzw. nicht verfügbar oder einsetzbar ist und auch bei Bildern mit ausreichend kurzer Belichtungszeit sollte es einen Vorteil bieten.

Das leider Thema reale Brennweite und Fokus-"Breathing". Damit ist die konstruktionsbedingte Eigenart von Zoomobjektiven gemeint, bei der die tatsächliche Brennweite vom Motivabstand abhängig ist, also nicht konstant. Man sieht bei 200mm auf <5m schon durch den Sucher sofort, dass es weniger effektive Brennweite hat, als das alte. Im Bereich der Nahgrenze wird es dann sehr deutlich. Dieser Effekt war mir aber gut bekannt und ich denke ich kann damit leben. Die anderen Vorteile wiegen das für mich erstmal mehr als auf. Ob ich nun 150mm bei 10m Motivabstand habe oder 187 oder was auch immer da die genauen Werte gegenüber dem alten sind, spielt meistens keine große Rolle. Für richtig große Brennweiten, wie bei Tierfotografie, ist dieses Objektiv sowieso zu kurz an einer Kleinbildkamera, egal ob man nun wirklich die angegebenen 200mm hätte oder ein paar Millimeter bei unendlich weniger.

Ein interessanter, aber wenig erfreulichen Effekt MEINES alten 70-200, war die schlechte Leistung mit dem TC-14 E II. Während mein AF-S 300/4.0 hervorrangend mit dem Telekonverter harmoniert, wurde die schlechte Leistung am Rand des alten 70-200 quasi potenziert! Bereits kurz außerhalb des Zentrums nicht mehr wirklich schön anzusehen. Auch die Gesamtleistung war nicht mehr wirklich gut, abblenden auf jedenfall Pflicht! Ich hatte eigentlich nur eine geringe Hoffnung, dass dies mit dem neuen besser sein würde, aber nach den wenigen "Tests" die ich eben gemacht habe, glaube ich da Licht am Ende des Tunnels zu sehen! Es scheint so, als wenn selbst bei Offenblende noch eine ausreichende Qualität ähnlich der Kombination 300+TK vorhanden sein könnte. Das werde ich aber noch bei geeigneter Gelegenheit genau betrachten müssen.

Zum Schluß noch was Irrationales. Ich finde das neue 70-200 ist hässlich! Ich fand die alte Keule mit der verhältnismäßig riesigen Streulichtblende und dem konisch zulaufenden Body wirklich sexy ;) Auch das Goldtypenschildchen hatte was wirklich Cooles. Das neue ist dagegen eher nüchtern...uninteressant und wirkt mit seiner Tonnenform und der Stummelgeli eher unattraktiv auf mich. Tja, Probleme kann man haben :)

Mein Vor-Vor-Vor-Fazit: YES! Volltreffen würde ich sagen! Das alte war schon ein Garant für Hammerbilder, das neue dürfte nach allem was ich bis jetzt gesehen habe (auch von anderen) noch mal deutlich einen drauflegen, so dass man wirklich keinerlei Entschuldigung mehr hat, wenn die Bilder nichts werden. Ich freue mich schon riesig darauf das neue Teil verwenden zu können und diesemal sogar für Architektur und andere Dinge, bei denen auch die Ränder gerne scharf sein dürfen ;)

Montag, 14. November 2011

Die Wundertüte - Erste Erfahrungen mit einem alten 500mm Linsenobjektiv

Das Objektiv ist unter mehreren Herstellernamen vertrieben worden: Beroflex, Tessar, Danubia uva.. Die meisten kennen es aber heute unter dem Namen Wundertüte. Gemeint ist ein altes Linsenteleobjektiv mit einfachem Aufbau (4 Linsen) aus den 70er Jahren. Das Objektiv zeichnet sich durch eine minimale Länge von ca. 43 cm (bei Unendlichstellung) aus und wirkt dabei sehr dünn. Die minimale Blendenzahl beträgt bei der 500mm-Variante f8.0 (es gibt auch noch Versionen mit 300mm/f5.6 und 400mm/f6.3).
Das hier betrachtete Exemplar entspricht noch der ersten Bauform mit 72mm Filtergewinde und T2-Anschluss.
Ich möchte hier keinen ausführlichen Testbericht anbieten, da ich dafür nicht die Zeit und Sorgfalt aufbringen kann. Vielmehr möchte ich einfach meine ersten Eindrücke schildern.

Verarbeitung und Mechanik:

Die Verarbeitung ist typisch für die damalige Zeit sehr gut. Sämtliche Teile sind aus Metall gefertigt, alle Teile, wie Blenden-, Fokussierung und nicht abnehmbare Stativschelle machen einen soliden Eindruck, wobei die Stativschelle-/Fuß bei einer schweren Kamera als "Gegengewicht" zu schwach ausgelegt sein dürfte und Schwingungen unvermeidbar sind. Das Objektiv fühlt sich trotz der enormen Länge eher leicht an. An einer modernen digitalen Kleinbild-Spiegelreflexkamera (z.B. Nikon D700), ist das Objektiv nicht optimal ausbalanciert. Der Schwerpunkt liegt einige Zentimeter hinter der 3/4"-Bohrung der Stativschelle.

Die Fokussierung erfolgt über Drehung des gesamten vorderen Objektivkopfes und man hat genug Platz zum Anfassen. Die Fokussierung ist gut gedämpft und läuft seidenweich und mit exakt dem richtigen Widerstand. Der Fokusweg ist dabei sehr lang, mehrere Umdrehungen sind notwendig, um von der alles anderen als überwältigenden Naheinstellgrenze von ca. 11 Metern auf unendlich zu verstellen. Eine Skala mit Feet- und Meterangaben ist ebenso vorhanden, wie Markierungen für die Schärfentiefen für die 4 einstellbaren Blenden (8, 11, 16, 22). Neben dem Blendenring gibt es noch einen Ring mit der Bezeichnung O<->C. Mir war zunächst nicht klar, was dieser Einstellring bewirkt. Durch Nachfrage beim Verkäufer und durch eigene Beobachtung, kann man damit die Blende Stufenlos wieder voll öffnen. Stellt man z.B. Blende 11 ein, kann man bis Blende 8 wieder öffen (O = open) und bekommt bei voller Drehung auf (C = closed) die eingestellte Blende. Dies dient mit Sicherheit dazu, durch den Sucher überhaupt noch was erkennen zu können, denn das Objektiv verfügt nicht über eine Springblende! Bei f22 ist selbst bei einer heutigen Kleinbildkamera, mit dem auf Helligkeit ausgelegten Sucher, so gut wie nichts mehr zu erkennen. Nett gedacht, aber leider bei meinem Exemplar schlecht gemacht, da dieser Ring zu leichtgängig ist und die Gefahr besteht, dass man unbemerkt die Blende verstellt und damit eine Fehlbelichtung bekommt.

Die Anzahl der Blendenlamellen konnte ich nirgendwo nachlesen, ist zähle aber 13! Kann mich da aber auch vergucken, da nicht ganz so einfach zu erkennen.

Das Objektiv lässt sich in mindestens 2 Teile durch einfaches auseinanderschrauben zerlegen. Ich habe das nur halb ausprobiert und lieber den Infos vertraut, die ich im Netz finden konnte. Das Objektiv zu zerlegen, um es besser transportieren zu können, ist für mich ohnehin nicht sehr sinnvoll, da das Linsensystem dann schnell verschmutzen würde.

Handhabung:

Die Handhabung ist aufgrund der Länge sehr unpraktisch. Das geringe Gewicht weiß zwar zu gefallen, aber wirklich kompakt ist das Objektiv natürlich nicht. Ich besitze keine einzige Fototasche oder -Rucksack, in dem man das Teil problemlos unterbringen könnte. Es wurde bei meinem Exemplar eine runde Lederimitat-Pappröhre mitgeliefert, die einen dünnen Tragegurt hat. Dieses Behältnis erwies sich bis jetzt aber als sehr unpraktisch. An einen "fliegenden" Objektivwechsel ist dabei nicht zu denken, da man mit zwei Taschen hantieren muss, wovon die "Pappröhre" so unhandlich ist, dass man sich besser eine Ablagefläche sucht, will man nicht das eine oder andere Objektiv auf den Boden fallen lassen.

Der schon angesprochene sehr lange Fokusweg, kombiniert mit dem durch moderne DSLR-Sucher kaum auszumachenden Schärfepunkt, lässt das Objektiv für Motive mit schnellen Abstandsänderungen ausscheiden. Selbst ein Spaziergänger ist für mich zu schnell, als das ich mit dem Nachstellen hinter her kommen könnte, geschweige denn, dass die Schärfe dann da sitzen würde wo sie benötigt wird. Sicherlich können geübtere Menschen eine bessere Performance erreichen als ich, aber für sehr schnelle Abstandsänderungen ist der Fokussierweg einfach zu lang.

Optische Leistung:

Nach allem was ich bis jetzt sehen konnte, ist diese Überraschend gut! Der Name Wundertüte, den ich auch eher auf die Form, als auf die Leistung bezogen hatte, scheint nicht ungerechtfertigt. Sicherlich kann man nicht von den Leistungen moderner (und guter und teurer!) Teleobjektive ausgehen, aber die ersten Schnappschüsse haben mich schon überrascht. Sowohl die mit diesem Gerät klassische Mondaufnahme gelingt tadellos (sogar mit 1,4-fachem Telekonverter neuester Bauart), als auch ganz gewöhnliche Aufnahmen bei Tageslicht. Die Schärfe ist schon bei f8.0 sehr gut, die Kontraste ebenso. Farben werden satt und für mein Empfinden korrekt wiedergegeben. Vignettierung und Verzeichnnung sind sehr gering. Einzig LoCAs (Longitudinale cromatische Abberationen) und andere Farbfehler machen sich negativ bemerkbar. So zeigen sich ausgeprägte lila und grüne Farbsäume um Kontrastkanten, ersteres hinter und letzteres vor der Schärfeebene. Diese Abbildungsfehler finden sich aber auch in modernen Objektiven noch, auch wenn meistens nicht mehr ganz so ausgeprägt.

Insgesamt bin ich bei einem Gebrauchtpreis von ca. 50€ mehr als zufrieden mit der Abbildungsleistung. Korrekt fokussierte Fotos sind durchaus verwertbar und die Brennweite eröffnet schon andere Perspektiven, z.B. gegenüber einem "normalen" 300mm-Tele.

Die folgenden Aufnahmen sind nur erste Testbilder. Wetter und Zeit haben keine guten Fotos erlaubt. Einige der Aufnahmen leiden dazu auch unter einer sehr hohen ISO-Zahl. Diesen Preis zahlt man bei diesem Objektiv sicherlich sehr oft, da Blende 8 und 500 mm selbst bei Sonnenlicht eine entsprechend hohe Verstärkung verlangen um nicht zu verwackeln. Ein Kamerasystem mit Bildstabilisator, wie Pentax, könnte hier hilfreich sein. Wie hilfreich, konnte ich noch nicht testen, aber selbst eine Blende gegenüber Daumenregel (1 durch Brennweite für die Belichtungszeit), würde schon einen enormen Vorteil bringen.

Der Klassiker, Mondaufnahme: Hier mit virtuellen 700 mm durch Einsatz eines 1,4-fachen Telekonverters:


Natürlich ist dies nur ein Ausschnitt, da selbst 700 mm keine formatfüllende Aufnahme des Mondes erlauben.

Die nächste Aufnahme wurde bei sehr diesigem und regnerischem Wetter gemacht, die erforderliche Belichtungszeit konnt nicht mehr ganz erreicht werden und die Verstärkung musste sehr hoch gestellt werden (ISO 1000, f8.0, 1/320):

Alle weiteren Aufnahmen sind an einem sonnigen Tag an einem See entstanden. Der Himmel war zwar blau, aber die Luft fing bereits an dunstig zu werden.






Wer auch immer diese Fußball in den See geschossen hat...danke! Diente mir vorzüglich als Fokussierungstestmotiv :)






Ich denke, ich werde dieses lange Rohr noch öfter spazieren führen und eventuell damit sogar "richtige" Bilder machen. Bis jetzt hatte ich zumindest viel Spaß mit diesem etwas ungewöhnlichen Objektiv. Zumindest fordert es einen ordentlich und man freut sich sogar über ein belangloses Foto, weil es zumindest scharf geworden ist. Ich kann mich an sehr viel teurere und modernere Objektive erinnern, die mich weit weniger amüsiert haben, weil sie nicht mal in der Lage waren die Leistung zu bringen, die man erwarten konnte. Manchmal ist es vielleicht doch besser einfach nichts zu erwarten und sich dann überraschen zu lassen.

Fazit: Ein Objektiv für Supertele-Nostalgiker oder Leute mit romantischer Ader und Geduld und gutem Auge. Sicherlich nichts für das nächste Sportevent oder die "Bärenjagd" im dunklen Wald (für auf dem Ast sitzende Vögel bei Sonneschein aber sicherlich sehr gut geeignet).

Danke für's Lesen und allzeit gut Licht.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Shakespeare im Park

Meine Website hat eine neue Galerie erhalten: Shakespear im Park. Das ist eine Freiluft-Theaterveranstaltung der Bremer Shakespeare Company. Wer sich darüber informieren möchte: www.shakespeare-company.com






Hier der direkte Weg zur Galerie

An dem Tag war das Wetter mal wieder typisch bremisch. Obwohl eigentlich Sommer, gab es die meiste Zeit Regen. Eine halbwegs wasserdichte Windjacke diente daher als Kameraschutz, während der Fotograf den Unwillen der Natur schutzlos ausgeliefert war ;)

Die Vorstellung habe ich in Ermangelung einer Eintrittskarte nur von ca. 30 Metern Entfernung fotografieren können. Das machte die Aufnahmen nicht gerade einfacher, da quasi kaum Licht vorhanden war und dann auch noch ausschließlich im Telebereich gearbeitet werden musste. Insgesamt ging das aber doch besser als erwartet. Die Leistung heutiger Kameras bei schlechten Lichtverhältnissen ist schon so gut, dass man auch in so einer Situation nicht resigniert einpacken muss.
Zum Einsatz kam eine D700, ein AF-S 70-200/2.8 und ein AF-S 300/4.0. Letzteres war am Ende wegen der fehlender elektronisch/mechanischen Stabilisierung kaum noch einsetzbar. Für Aufnahmen während der Dämmerungsphase war es aber sehr gut zu verwenden, da schon bei Offenblende sehr gut.

Gut, dass soll es dann aber auch an langweiligen technischen Details gewesen sein. Schaut euch die Galerie an, vielleicht gefällt ja das eine oder andere Bild und macht vielleicht Lust selber mal eine Theatervorstellung zu besuchen.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Probeaufnahmen Nikkor AF-S 50 1.8 G

Ein neues Objektiv muss ja getestet werden. Leider habe ich inzwischen weder die Zeit, noch die Lust Testcharts zu fotografieren und bei Schreibtischlampenlicht irgendwelche Arten von Fehlfokus zu beklagen. Also bin ich einfach mal an einem schönen Tag in meiner Heimatstadt Bremen losgezogen und habe ein paar Fotos gemacht, genauso so, wie ich es mit jedem anderen Objektiv auch machen würde. Die nachfolgenden Bilder sind also keine Testbilder! Weder gibt es 100% Ansichten, noch Ziegelmauern (gut, eine ist dabei), noch sonstige beliebte Testmotive zu bestaunen. Außerdem sind die Bilder bearbeitet und natürlich verkleinert, so dass eine Beurteilung der Objektivqualität ohnehin nicht möglich ist. Ihr müsst mir also glauben, wenn ich sage: "Das Teil ist wirklich okay" ;)

Die Galerie gibt es auf meiner Homepage: www.gstoever.de

Dienstag, 4. Oktober 2011

SWB Marathon 2011 in Bremen

Am langen Wochenende habe ich die Gelegenheit genutzt, um mal wieder ein Sport-Event zu fotografieren.


 

Alle Bilder auf 

http://www.gstoever.de/fotos/swb_marathon/index.html

Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung und das Wetter war grandios; so wie man sich den Sommer vorgestellt hätte. Lichttechnisch gesehen war es allerdings oft sehr ungünstig. Die Läufe fanden alle von morgens 9:45 bis kurz nach Mittag statt, so dass man oft mit Gegenlicht und harten Kontrasten zu kämpfen hatte. Dazu kamen dann noch Passagen der Strecke, die teilweise oder ganz im Schatten lagen, wie auf dem Bild oben. Hat aber trotzdem Spaß gemacht. Anstrengend war es auch, zumindest für jemanden, der wie ich nicht gerade als Sportler bezeichnet werden kann. Um an mehreren Standorten Fotos machen zu können, bin ich mit dem Rad jeweils an die in der Zeit erreichbaren Orte der 42-km-Strecke gefahren. Dazu kam noch die relativ lange An- und Abreise mit dem Rad. Ich schätze ich bin auch so meine 42 km an diesem Tag gefahren ;)

Donnerstag, 29. September 2011

Mein erstes gutes 50mm-Objektiv?

Sollte es nach vielen, vielen Anläufen doch noch wahr werden, dass ich ein für mich gutes 50mm-Objektiv gefunden habe?
Aber von Anfang an. Meine erste digitale Spiegelreflex war eine Pentax, eine K100D. Der folgten dann noch 2 weitere Pentax-Modell (K10D und K20D), aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls kaufte ich für die Pentax eines Tages auch ein 50mm-Objektiv, ein FA 50/1.4. Schließlich muss jeder im Leben ja mal so ein klassisches Teil besessen haben ;) Da die Pentax aber einen Crop-Sensor hat, mutierte die "Normalbrennweite" natürlich zum leichten Tele (ca. 75mm). Das Objektiv war ... mittelmäßig, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Verarbeitung war zwar gerade noch so okay, aber es war laut und es hatte einen nicht gerade zuverlässigen AF (wobei das generell meine Erfahrung mit Pentax und allen Objektiven war). Aber selbst wenn der Fokus mit AF mal saß, war bei <= 2.0 das Ergebnis relativ ernüchternd: blass, Ränder unscharf, Zentrum gerade noch so okay, CAs (Chromatische Aberationen/Farbfehler) und was es sonst noch so an ungeliebten Effekten gibt. Kurzum, es war eigentlich nicht zu gebrauchen, zumindest nicht bei Blendenzahlen kleiner 2.8 (manchmal noch 2.0).


Mein nächstes 50mm war dann schon für eine Nikon und an Kleinbild. Ein AF-D 50/1.4. Tja, um es kurz zu machen, es war besser als das vergleichbare Pentax-Objektiv, aber hat mich auch nicht wirklich vor Freude in die Luft springen lassen. Bei offener Blende die gleichen Probleme wie das FA von Pentax, die Ränder eigentlich erst ab Blende 5.6 oder 8 wirklich scharf (KB/Vollformat) und insgesamt eine eher nüchterne Darstellung von Farbe und Kontrast. Farbfehler in Form von violetten "Blumen" um Kanten mit hohem Kontrast gab es gratis; wie beim Pentax auch. Abblendet auf mindestens f2.0 war es dann sehr scharf im Zentrum und die Bilder durchaus ansprechend.

Dann der moderne Nachfolger vom AF-D 50/1.4, das AF-S 50/1.4 G. Ultraschallantrieb, keine Blendenring mehr, abgedichtet, ca. 330€ teuer. Die Abbildungsleistung war schon mehr nach meinem Geschmack. Auch bei Offenblende noch gute Kontraste und satte Farben. Schärfe nicht wirklich überwältigend, aber vom Gesamteindruck deutlich besser als das alte AF-D. Aber eine Verzeichnung aus der Hölle! Lässt sich zwar schnell nachträglich am Rechner korrigieren, aber man verliert Bildfläche und Qualität. Was den AF anging, sah die Sache jedoch finster aus. Zuverlässigkeit auf dem Niveau des Pentax FA, keine Freude bei f<2.8, wo die Schärfeebene teilweise nur wenige Millimeter beträgt. Und am schlimmsten und damit auch der Grund mich wieder davon zu trennen, die AF-Geschwindigkeit! Mein Gott! Ich kannte schon ein Schnarchobjektiv von Pentax, auch wenn ich es nie hatte, nämlich auch ein 50mm/1.4 mit Ultraschall, was nicht mal halb so schnell war, wie das alte Pentax FA, aber das Nikon-Teil war mindestens genauso lahm. Natürlich hatte ich keine Rakete wie z.B. das AF-S 24-70 erwartet, aber das war mir dann doch zu viel des Guten. Sicherlich spielt die AF-Geschwindigkeit nicht immer eine Rolle, aber es nervt auch dann, wenn es keine Rolle spielt und man gefühlte 3 Sekunden warten muss (gemessen ca. 1,4 Sekunden im schlechtesten Fall), bis man das Klack hört. Also auch dieses Teil wieder verkauft.

Dann habe ich per Zufall ein altes AF-D 50/1.8 in die Finger bekommen und konnte bei dem Gebrauchtpreis nicht widerstehen. Der kleine Bruder das AF-D 50/1.4 war okay. Blende 1.8 waren genauso wenig brauchbar, wie 1.4 bei den meisten anderen, aber bei 2.0 war es wirklich gut...ja, für weniger als 100€ konnte man nicht meckern. Super klein und leicht, sehr schneller AF, auch wenn ziemlich laut durch den Antrieb über Stangengetriebe per Kameragehäuse. Die Ränder so aber 5.6 an Kleinbild okay. Ein wirkliches "Offenblendenobjektiv" für Freistellung und Co. war es aber nicht und das nicht wegen der 2/3 weniger Blende als die 1.4er, sondern wegen der wieder mal schlechten Kontraste und anderen üblen optischen Fehlern. Trotzdem war es bis vor wenigen Tagen mein "Lieblings-50er".

Nun nach wenigen Wochen mein nächster Versuch und ich schwöre auch mein letzter! Das neue AF-S 50/1.8 G, der Nachfolger vom AF-S 50/1.4 G. Ich hatte viel über die neue Billigalternative zum "Profi" 1.4er gelesen und konnte es einfach nicht mehr aushalten, ich musste schauen was da wirklich dran war. Die meisten Tests und Berichte waren positiv und viele sehen das Teil sogar als besser an, als das 1.4er. Ich war kritisch....sehr kritisch! Ich erwartete ein AF-S 50 mit 1.8 statt 1.4, mehr nicht. Also weder bessere optische Leistungen, noch schnellerer AF (zumindest nicht relevant schneller). Ich hatte mich getäuscht!
Das Teil ist...klasse! Im selben Gehäuse mit Bajonettabdichtung und kaum kleiner (dafür leichter) als der große Bruder, ist die Verarbeitung absolut okay und ich sehe keinen Unterschied zum ca. 150 € teureren 1.4er. Die Verzeichnung ist stark, aber noch im Rahmen (das AF-D 50/1.8 hatte keine sichtbare!). Die erste echte Überraschung direkt nach dem Ansetzen an die Knipse (D700), der AF ist schnell. Verdammt schnell sogar! Überhaupt kein Vergleich zur 1.4er-Version. Viele im Netz schreiben und zeigen etwas von ca. 1/3 bis doppelt so hoher Geschwindigkeit gegenüber dem AF-S 50/1.4G. Für mich fühlt sich das Teil so schnell an, dass ich absolut zufrieden bin. Mein AF-S 85/1.4 ist langsamer, wobei es noch deutlich über meiner Schmerzgrenze liegt und die ist relativ gering.

Ich bin nicht so der große Testchartknipser, daher soll die nachfolgende Einschätzung auch nicht als Test verstanden werden. Vielmehr fotografiere ich oft die gleichen Dinge und "erspüre" dann die Unterschiede, bzw. weiß nach inzwischen weit über 50.000 Digitalfotos mit den unterschiedlichsten Kameras und vielen verschiedenen Objektiven schon ganz gut, wann ein Objektiv etwas taugt und was die Schwächen und Stärken sind und welche davon zu tolerieren sind und welche nicht.

Einschätzung AF-S 50 1.8 G:
-Auflösung (Schärfe): schon bei 1.8 sehr gut, sogar an den Rändern
-Kontrast: identisch bis besser (bei Offenblende) als beim AF-S 50 1.4, was schon sehr gut war
-Farbwiedergabe: sehr schön, identisch zum 1.4er
-Verzeichnung: eher weniger überzeugend und teilweise störend, so dass eine Korrektur am Rechner notwendig ist, aber geringer als beim 1.4er
-Autofokus: sehr schnell, definitiv sehr viel schneller als beim großen Bruder, dem 1.4er, und meiner Meinung nach mindestens auf dem Niveau des AF-D 50/1.8 mit Stangenantrieb (an D700)
-Fokusgenauigkeit: gut genug, dass die Mehrzahl der Bilder bei f1.8 die Schärfeebene da sitzt, wo sie sein soll
-Verarbeitung: gut, ich finde identisch zum 1.4er, inklusive Abdichtung am Bajonett (ansonsten nicht wirklich abgedichtet wage ich zu behaupten, ebenfalls wie 1.4er)
-Bokeh: schwierig zu sagen. Dafür habe ich noch nicht genug Bilder damit gemacht. Es fällt bis jetzt nicht als schlecht auf und ich meine es ist besser als vom 1.4er Kritische Motive gibt es aber trotzdem, bei dem auch bei 1.8 der Hintergrund ungemütlich wirkt (gilt für alle Objektive mal mehr, mal weniger)
-Manuelle Bedienung: es gibt den Standard M/A-A-Schalter. Ansonsten kann man, wie bei allen modernen Ultraschallobjektiven von Nikon, den Fokusring von Hand nachjustieren, auch wenn der AF aktiviert ist. Der Fokusring geht relativ schwergängig, hat aber bei weitem nicht das gedämpfte und flüssige Verhalten von alten manuellen Objektiven, ist eher "trocken" und vor allem hat es Spiel wie bei der Lenkung eines alten Daimlers, so dass man bei Richtungsänderung erstmal ins Leere dreht. Geht, ist aber kein Genuss damit manuell zu arbeiten
-Preis/Leistung: für einen aktuellen Straßenpreis von ca. 175 € ist das Ding wirklich außergewöhnlich gut! Eigentlich viel zu gut, wenn man einen Vergleich mit dem fast doppelt so teurem 1.4er anstellt, was meiner Meinung nach insgesamt schlechter ist, zumindest wenn man auf die 2/3-Blende verzichten kann.

Fazit: Selbst wenn man das 1.4er hat, sollte man es ausprobieren. Wenn einem der lahme AF des 1.4er nervt und man die 1.4 sowieso nicht als brauchbar empfindet oder nie nutzt, dann ist diese Teil vielleicht die bessere Wahl. Für mich ist sie es auf jeden Fall.
Das ist natürlich alles nur meine Meinung, aber ist ja auch mein Blog ;) Ich bin zumindest bis jetzt sehr zufrieden damit und glaube jetzt einfach mal fest daran, dass dies nun mein letztes 50er ist und das es für lange Zeit in meiner Fototasche bleibt.

-ENDE-

Montag, 12. September 2011

Erstmal was über mich

Ich bin Ingenieur und arbeite in der Softwarebranche. Klingt unspannend...und ist es wahrscheinlich sogar für die meisten auch. Für mich nicht, denn Technik und besonders Computer fand ich schon als Kind sehr faszinierend. Daher hat mich auch die Digitalfotografie sehr schnell in ihren Bann gezogen und ist inzwischen zu meinem Lieblingshobby avanciert. (Weitere Details über mein Hobby unter www.gstoever.de)

Diesen Blog hier habe ich eigentlich aus Faulheit angelegt. Na ja, stimmt nicht ganz. Ich bin gerade dabei die oben erwähnte Homepage zusammen zu zimmern und eigentlich wollte ich eine richtig tolle, 100% handgemachte Website erstellen. Aus Zeitmangel ist daraus allerdings nicht so wirklich viel geworden. Eine schlichte Seite, mit in Lightroom generierten Galerien wird es nun wohl erstmal werden. Da ich auch keine Zeit habe, die Artikel zu verfassen, die mir vorschweben, habe ich diesen Blog hier erstellt. Hier kann ich jederzeit in Kurzform eintragen, was mich gerade im Zusammenhang mit meinem Hobby so bewegt.

Ich denke ich stelle hier mal das allererste Bild hinein, das ich mit einer Digitalkamera gemacht habe...okay, nicht das allererste, das ist dann doch zu peinlich ;) Eines der allerersten:

Oh ja, so und so ähnlich fing das alles mal an...uaahh :)
Bin gespannt wo es mal endet.