Montag, 28. Oktober 2013

Gegenlichtaufnahmen mit D800


Die D800 hat eine sehr große Dynamik, wohl eine der größten bei den aktuell verfügbaren und im Laden um die Ecke kaufbaren Digitalkameras überhaupt (Stand 11/13).

Die Dynamik, also die Fähigkeit zwischen hellen und dunklen Bildstellen so zu differenzieren, dass man noch genügend Abstufungen im Farb- oder Grauverlauf auf dem Bild hat, zeigt sich bei der D800 wohl eher im Bereich der dunklen Stellen. Zumindest empfinde ich den sogenannten Headroom als nicht sichtbar besser als bei der D700. In den Spitzlichtern hat man also den gewohnten Spielraum und kann die in der Vorschau noch als überbelichtete Stellen angezeigten Bereiche wiederherstellen.
Bei meiner D700 bekam ich es in den dunklen Bereichen meistens mit extremen Rauschen zu tun, wenn ich diese Stellen extrem wieder aufhellen wollte. Das ist bei der D800 sehr viel unproblematischer. Man kann geradezu unglaublich stark wieder aufhellen, ohne das in dunklen Bereichen alles durch Rauschen zerstört wird. Hier mal ein Beispiel, dass ich gerade zur Hand habe:

Gegenlichtaufnahme mit D800, aus RAW, unbearbeitet
So kennt man das bei Motiven im Gegenlicht, alles was im Schatten liegt, wirkt zu dunkel und man kann nicht allzu viele Details erkennen. Wenn es noch extremer wird, landet man beim Scherenschnitt, was ja durchaus eine interessante Interpretation eines Motives sein kann. Möchte man aber wieder Licht ins Dunkel bringen, kann man dies mit der D800 hervorragend tun. Hier die gleiche Aufnahme mit aufgehellten Schatten und diversen anderen Änderungen in Lightroom:

Gleiche Aufnahme mit starker Aufhellung der Schattenbereiche
Das ist tatsächlich die gleiche Aufnahme und es ist auch kein HDR. Die grundlegenden Einstellungen in LR kann man hier sehen:


Man sieht eine allgemeine Aufhellung durch die Anhebung der Belichtung um ca. 1/3 Blende. Da habe ich aber einfach nur meine nicht ganz korrekte Belichtung bei der Aufnahme kompensiert. Interessanter sind die beiden Einsteller "Lichter" und "Tiefen". Mit Lichter habe ich die hellen Bereiche möglichst detailreich zurückgeholt und noch wichtiger, mit "Tiefen" habe ich die Schattenbereiche extrem aufgehellt. Die kleine Spitze im Histogramm rechts ist übrigens die Sonne.

Das hätte man so ähnlich mit der D700 auch machen können, allerdings sehe ich da weit weniger Spielraum und vor allem bekommt man sehr schnell sehr starkes Rauschen. Hier ist das nicht so und wenn man sich einmal Ausschnitte ansieht, kann man auch sehen wie problemlos sich das hier aufhellen ließ.

Auschnitt ohne Aufhellung der Schatten:

Das ist schon reichlich flau und dunkel, auch wenn man noch was erkennen kann. Nun der gleiche Ausschnitt mit der oben gezeigten Bearbeitung:


Eigentlich sollte da "Bremen" stehen :)

Das gibt einem schon eine Menge Spielraum, finde ich. Ich mache gerne Landschaftsaufnahmen, gerade auch kurz vor Sonnenuntergang und dann auch in Richtung Sonne. Mit der D700 hieß das eigentlich immer Scherenschnitt oder aber HDR, also Belichtungsreihe am Rechner zusammengerechnet. Mit der D800 kriege ich das gewünschte Ergebnisse oft schon durch entsprechende Belichtung einer einzigen Aufnahme und Nachbearbeitung am Rechner hin, wie hier gezeigt.
Falls ich noch ein besseres, weil extremeres Beispiel finde, ergänze ich das hier...TODO an mich: "noch bessere Beispiele einfügen!".

In diesem Sinne: Fröhliches in die Sonne Geknipse! ;)

Gordon