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Dienstag, 24. Juli 2012

Mit der E-PL3 auf Pellworm und in Büsum

Gleich eine Warnung vorweg: wer allergisch gegen Schafe, Möwen, Deiche, Leuchttürme und Watt ist, sollte diesen Beitrag lieber nicht lesen ;)

Zwei Wochen war ich mit der Olympus E-PL3 unterwegs in norddeutschen Gefilden und konnte die Kamera mit 3 Objektiven (Pana 20/1.7, Pana 45-200 und Oly 45/1.8) ausgiebig testen. Wobei testen das falsche Wort ist, denn genau genommen war es das ganz normale Urlaubsgeknipse. Ich stelle das Fazit gleich an den Anfang. Wie schon im Artikel Die (neue) spiegellose Welt beschrieben, hat mich die Kamera sehr überzeugt. Für ihren angedachten Zweck war sie hervorragend und rein von der Anzahl der gemachten Aufnahmen hat sie den Battle of Systems gewonnen. Die Nikon D700 habe ich lediglich für ein Event herausgeholt und für Aufnahmen von fliegendem Getier, wo Lichtbedingung und Motivbewegung keine andere Wahl ließ.


Für solche und ähnliche Impressionen der Insel Pellworm, reichte die E-PL3 vollends aus und hat für mein Dafürhalten durchweg sehr gute Bildqualität abgeliefert.

Alle folgenden Bilder sind ausschließlich RAWs, die mit Lightroom 4 entwickelt wurden.


Watt! Hier auf Pellworm. Kein Ausflug auf eine solche Insel ist komplett ohne mindestens einen Spaziergang durch das Watt, von dem es mehr als genug gibt...alle paar Stunden. Pellworm hat keine Sandstrände. Dafür aber überall sehr ausgedehnte Wattgebiete. Selbst wenn das Wasser mal da ist, kann man teilweise hunderte von Metern ins offene Meer spazieren, ohne das einem das Wasser bis zum Hals steht. Also nichts für leidenschaftliche Schwimmer. Aber vorsichtig, das Watt ist nicht ungefährlich! Untiefen und plötzliche Wetteränderungen können einem schnell zum Verhängnis werden. Wer also die Örtlichkeiten oder das Naturphänomen Watt nicht gut kennt, sollte nicht einfach alleine drauf los marschieren und besser das Ufer im Blick behalten und auch entsprechende Warnhinweise kennen und beachten.

Noch was zur Technik: hier habe ich das Panasonic 45-200 verwendet bei 189mm, Blende 7,1. Man sagt dem Objektiv nach, es sei oberhalb von 150mm schlecht, also weich, unscharf. Ich kann das so nicht bestätigen! Was mir aufgefallen ist: man braucht sehr kurze Belichtungszeiten, weit unter der Daumenregel aus Großvaters Analogzeiten, z.B. 1/800 bei 200 mm. Das Objektiv legt merkwürdigerweise nicht relevant an Schärfe zu, wenn es abgeblendet wird. Normalerweise ein Unding, aber so sind meine Erfahrungen bis jetzt. Natürlich wird der Rand besser, vor allem die sehr starke Vignettierung wird gemildert, aber in der Bildmitte konnte ich bei f8.0 nicht mehr Details ausmachen. Sehr wohl aber "weiche" und matschige Bilder aufgrund der daraus resultierenden längeren Belichtungszeit! Teilweise erkennt man das gar nicht als Verwacklung und dann wirkt das in der Tat unscharf, während es bei kürzen Brennweiten dann wieder schärfer erscheint, da man dort mit den längeren Zeiten nicht so stark verwackelt. Atmosphärische "Störungen" kommen noch dazu. Man muss sich halt immer vor Augen halten, dass 200 mm an mFT bombastische 400 mm bei Kleinbild bedeuten, wo ja die Daumenregel 1/Brennweite = min. Belichtungszeit herstammen dürfte.


Außer Watt gibt es natürlich Deiche...überall ;) Die Landschaft auf Pellworm ist ansonsten platt wie man es aus den meisten Teilen der norddeutschen Küstenregion und Großteilen des Binnenlandes kennt. Neben den Deichen sind nur die künstliche Erhebungen bei den Gebäuden vorhanden, als Schutz vor einer Flutkatastrophe.

Technisches: Der Dynamikumfang der Kamera soll gering sein. Das mag stimmen, habe da keine Messreihen im Vergleich zur D700 angestellt, aber er reichte für meine Zwecke aus und ich hatte eigentlich keine Probleme damit. Die selbst bei sorgfältiger Einstellung und neutralen JPEG-Einstellungen für die Vorschau teilweise ausgebrannten Bildteile erwiesen sich zuhause am RAW-Konverter als absolut in Ordnung. Allerdings büßt man einiges an Möglichkeiten bezüglich der Schattenaufhellung ein, da das Rauschen auch bei Basis-Empfindlichkeit von ISO 200 dort schon klar zu Tage tritt. Wo mit der D700 sicherlich 2-3 Blendenstufen ohne Probleme möglich sind, zeigt sich hier schnell eine hässliche Fratze in Form von heftigem Luminanz- und Farbrauschen.


Ich habe nach Möglichkeit immer versucht bei ISO 200 zu bleiben. 400 war schon eher die Notlösung. Dieses Bild unserer Unterkunft zu vorgerückter Abendstunde ist mit dem Olympus 45/1.8 entstanden. Dieses Objektiv hat es mir aus dem Trio am meisten angetan. Unglaublich scharf schon bei Offenblende und nur sehr wenige Abbildungsfehler, sieht man von deutlich sichtbaren CAs bei Sonne und harten Kontrastkanten oder Reflektionen einmal ab (leicht zu korrigieren bei der RAW-Entwicklung). Die Detailauflösung damit ist aber sehr schön...teilweise kommt der wohl eher sehr schwach ausgelegte AA-Filter der E-PL3 schon an seine Grenzen, so dass Moiré-Muster sichtbar werden (hier in den grünen, wellblechartigen Strukturen des Gebäudes, was man aber wohl kaum erkennen dürfte bei der Größe).


Das Wetter war so lala in den 9 Tagen auf Pellworm. Leicht diesige Luft gab es öfter als gewünscht und auch die Sonne strahlte nicht immer vom wolkenlosen Himmel. Eigentlich aber ein Glück, denn bei blauem Himmel hätte ich sicherlich weniger interessante Lichtstimmungen vorgefunden, in der doch recht öden Landschaft (das sehen viele bestimmt anders).


Ein Sonnenuntergang darf NATÜRLICH nicht fehlen bei der amtlichen Urlaubsknipserei ;) Hier das Panasonic 20/1.7. Ebenfalls ein sehr gutes Objektiv. Die Brennweite entspricht einem 40 mm-Kleinbildobjektiv (an der entsprechenden Kamera) und liegt damit zwischen einem Reportageobjektiv mit 35mm und einem Standardobjektiv, wenn man es so nennen will, mit 50 mm. Insgesamt weniger oft verwendet, als vermutet.


Ich fand das Panasonic 45-200 für die Sonnenuntergangsaufnahmen spannender. Hier 200mm, f5.6, ohne OIS. Der OIS ist der Bildstabilisator im Panasonic. Leider ist dieser zumindest an der E-PL3 eher kontraproduktiv, bzw. liefert nur maximale 1 Blendenstufe Vorteil. Er steht da aber leider dem IBIS (In Body Image Stabilization) der Kamera in nichts nach. Auch der ist eher nutzlos für mich und erreicht bei weitem nicht die Leistung der Stabilisierung wie beispielsweise in meinem 70-200 für die D700. Eigentlich schade und ich hoffe mal stark, dass das neue Spitzenmodell von Olympus, die OM-D E-M5 da einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht hat.


Mit aufstützen gelingen aber teilweise auch ohne Stabi ordentliche Aufnahmen, wie hier vom Mond mit dem 45-200 bei 200mm. Die geringe Schärfe liegt lediglich an feinen Wolken die sich vor den Mond geschoben hatten. Die Vignettierung ist künstlich, auch wenn das Objektiv auch eine natürliche Variante anbietet :)


Das 45-200 habe am häufigsten verwendet. Hier 189mm bei f6.3. Ob das an der für mich ungewohnt langen Brennweite bei quasi keinen Gewicht lag und damit am Spieltrieb was neues auszuprobieren oder einfach an den eher monotonen Landschaften...wer weiß ;) Zumindest gelingen mit ein wenig Geduld und Glück durchaus gute Tieraufnahmen. Die Lockerheit mit der ich mit der D700 dutzende Vögel mit Dauerfeuer vom Himmel geholt habe, erreicht man zwar bei weitem nicht, aber unmögliche ist es trotzdem nicht. Bei dem Vogel handelt es sich übrigens um einen Austernfischer.


Bewegte sich das Motiv gar nicht oder nur seitwärts, hat man gar keine Probleme scharfe Bilder zu generieren; hier 200mm bei 5.6. Da der Kontrast-AF den Kamera quasi immer zu 100% sitzt, es sei denn das Motiv ist derart, dass er den Hintergrund präferiert, bekommt man auch immer die 100% mögliche Abbildungsleistung, Verwackler einmal ausgenommen.


Scharfe Schafe dürfen natürlich nicht fehlen...wie angedroht ;)
Das Bokeh das 45-200 empfinde ich als angenehm, zumindest bei langen Brennweiten und entsprechenden Motiven.


Auch Möwen gehören einfach dazu.

Aus meiner Sicht ist das Panasonic 45-200 sehr gut und hat mir viel Spaß bereitet. Ohne dieses Telezoom wären mir viele Motive entgangen, auch wenn die beiden Festbrennweiten natürlich noch mehr Pixelpeeping-Befriedigung abliefern.


-Ohne Worte-



Auch Schüsse aus der Hüfte gelingen mit der Kamera ausreichend gut. Die Autofokusgeschwindigkeit ist erstaunlich gut. Kontinuierlichen AF kann man zwar vergessen, aber oft braucht man diesen auch nicht wirklich.


Am meisten Spaß hat die Unbeschwertheit gemacht, mit der man mit so einer Kamera unterwegs ist. Mal eben auf's Rad, 20 km fahren und einfach hier und da was wegknipsen. Kein Problem. Und das bei einem Brennweitenbereich von 20 bis 200 mm! Das gleiche als Kleinbildgeraffel hätte mir das Kreuz gebrochen und die Ausflüge zu Strapazen werden lassen.


Auch dunklere Innenräume, wie hier die Kirche auf Pellworm, gehen durchaus ohne Stativ und High-ISO. Panasonic 20/1.7 bei f1.7 und 1/125, ISO 320. Mein Sohn bewundert den Leuchter...vermute ich mal.



Meine Makroversuche waren eher fruchtlos. Das lag aber weniger an den technischen Möglichkeiten, sondern an meiner Geduld. Ich hatte sogar einen Canon 500D-Achromaten, also eine sehr gute Vorsatzlinse dabei, die passgenau an das 45-200 angeschraubt werden kann und die Nahgrenze herab und damit den Abbildungsmaßstab herauf setzt. Ich weiß allerdings nicht, ob sie bei diesem Bild zum Einsatz kam. Erfahrene Makro-Freunde werden sicherlich weit mehr herausholen können.


Auf der Insel gab es neben "Natur pur" auch dazu passendes Lehrreiches. Hier in der Schutzstation Wattenmeer wurden vor allem den kleinen Besuchern die Bewohner des Wattenmeeres näher gebracht. Sehr hilfreich war hier das Klappdisplay in der "über den Kopf halten"-Position. Und Dank dem lichtstarken 20mm-Objektiv musste ich die armen Kreaturen auch nicht mit Blitzlicht malträtieren ;)


Krabbenkutter und andere Schiffe "fallen trocken". Sehe gerade, ich habe das falsche Bild ausgewählt...na ja, man kann es erahnen denke ich. Sobald die Ebbe weit genug fortgeschritten ist, liegen die Boote teilweise komplett auf dem Schlick auf.


Die Details der Schiffe, gerade der Krabbenkutter, fand ich interessant und habe sie gleich dutzendweise abgelichtet.


Oben das rasierklingenscharfe 45, hier das 45-200. Die vielen Aufbauten und Apparaturen auf diesen Booten hatten meine Aufmerksamkeit.


Aber auch andere Dinge entkamen meiner Aufmerksamkeit nicht. Watt sieht eher schwarz aus, getrocknet ist er aber hellgrau.


Wieder 200mm mit dem Panasonic.


-Kein Kommentar-


Durch das eher wechselhafte Wetter ergaben sich teilweise ganz interessante Lichtsituationen. Ohne die partiellen Abschattungen durch Wolken wäre dieses Bild sicherlich (noch) uninteressanter.


Wie bereits gesagt, dass 45-200 ist eine Überraschung für mich. Ich hatte weit weniger erwartet und war überrascht was man damit doch alles anstellen kann.
Die Gebäude auf Pellworm muteten teilweise sehr romantisch an. Hier wäre näher 'ran gehen keine Option gewesen, da davor unzugängliche Felder waren und ich diese Richtung wollte. Außerdem finde ich die Komprimierung der Perspektive gar nicht schlecht.


Auch eine Windmühle muss es selbstverständlich geben, wo kämen wir denn da sonst hin?!



Und auch einen Hafen. Pana 20mm.



Schafe...in diesem Fall mit einer kleinen Geschichte dazu. Wir hatten auf unseren Radtouren häufige umgefallene oder mitten auf dem Weg stehende Sitzbänke bemerkt und konnten uns das nicht erklären. Die Idee von randalierenden Jugendlichen kam uns in den Sinn, aber auf Pellworm? Und bei so vielen über die Insel verteilten Bänken? Hier des Rätsels Lösung! Mir ist das tatsächlich erst zuhause bewusst geworden, als ich diese Bilder hier bearbeitet habe. Die Schafe verschieben die Bänke und werfen sie um, weil sie darunter Schatten suchen.


Die armen Viecher haben sonst keine Schutz. Es gibt auf den Deichen weder Bäume noch Sträucher, noch sonst irgend einen Sonnenschutz.

Die Schafe sind in Abschnitte eingezäunt und dienen u.a. der Deichpflege. Bei den Radtouren relativ nervig sind die alle paar Meter auftauchende Tore, die von alleine wieder zufallen und bei denen es sich empfiehlt einen Partner zu haben, der sie aufhält.


Alleine kommt man hier mit einem Rad nur mit Absteigen und ein wenig Gefummel durch.



Hier mal ein Versuch das Klappdisplay gewinnbringend einzusetzen. Was mit der Spiegelreflex entweder nur blind gegangen wäre oder für verdreckte Bekleidung gesorgt hätte, ist mit dem ausgeklappten Screen kein Thema.


Auch wenn es eigentlich nicht geht, spät abends mit 45-200 bei 151mm, einer 1/13 mit Stabi (meine ich) und ISO 1000(!!!). Ich fand das Motiv einfach zu gut, um es nicht zu versuchen und die D700 war nicht greifbar. Ich habe gut zwei Dutzend Versuche gebraucht und das Endergebnis taugt sicherlich nicht für einen Posterausdruck, aber hey, besser als Nichts!


Wir hatten schon lange keine Schafe mehr oder? ;)



Zur Abwechslung vielleicht mal einen Krebs? Im Watt verenden viele Krebse und auch Fische, wenn sie sie es nicht schaffen wieder rechtzeitig ins Wasser zu kommen. Die Bilder dazu kann man in der Galerie unter dem Link am Ende des Artikels finden.

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Nun ein kleiner Bruch. Wir kommen nach Büsum. Immer noch Nordsee und Watt, aber diesmal Festland und fast schon eine action-geladene Metropole.


Es wurde gerade "175 Jahre Nordseebad Büsum " gefeiert, mit (fast) großer und kleiner Kunst. Unter anderem trat der vielleicht dem einen oder anderen noch bekannte Superstar Guildo Horn auf...ich konnte mich aber nicht dazu durchringen davon Bilder zu machen ;) Daher hier Kleinkunst. Die beiden Typen vor dem Vokuhila sind Zuschauer. Lockere 500 Bilder von diesem und anderen Kleinkünstlern habe ich dann doch lieber mit der D700 und einem 85/1.4 geschossen. Eventuell gibt es dazu noch die Bilder in einem anderen Artikel. 



Der Stummelleuchtturm von Büsum. Sieht hier interessanter aus, als er ist; finde ich zumindest.




Das einzige Hochhaus in Büsum...hässlich, aber durch die Reflektion im Watt war es mir eine Auslösung wert.



Farbspielerei. Auch wenn es hier keine Große Rolle gespielt haben dürfte, mit der kleinen Kamera erweckt man kaum Aufmerksamkeit und kann ungestört fotografieren. Mit dem Ziegelstein und Monstertelezoom bin ich schon öfter selbst bei solchen Entfernungen "aufgeflogen" und konnte das Bild nicht machen, weil die Leute in meine Richtung geschaut haben. So maximal ein kurzer Seitenblick und weiter geht es.



Ob Zugspitze, Brocken oder irgendwo an der Küste, diesen Ferngucker mit Bezahlfunktion findet man überall. Was es da allerdings zu Gucken geben soll...hm.



Fällt mir gerade nichts zu ein :)



Zu dem irgendwie auch nicht. 



Ah, aber hier zu wieder. Hier wird gerade über mir unverständliche Details bei der Reparatur eines Kutters diskutiert...oder ob man gleich zum Skat spielen in die Hafenkneipe gehen soll ;) 



Bugstrahlruder. Hiermit kann ein Schiff leichter bei engen Manöver gesteuert werden. Wer es im Detail wissen will: http://de.wikipedia.org/wiki/Querstrahlsteueranlage



Impression Museumshafen Büsum. Würde man nun noch die Bushaltestelle ein paar Meter verlegen...aber man kann ja nicht alles haben.



Schon nach der Blauen Stunde und immer noch Bock zum Knipsen. Was soll man da machen? Genau, einfach weiter knipsen ;) 



Auch hier war ich wieder überrascht, was noch ohne ISO 3200 oder Stativ geht. Mit der DSLR hätte ich sicherlich instinktiv min. ISO 1600 gewählt und bei einer komfortablen 1/125 oder mehr das Bild gemacht. Hier musste 1/60 bei ISO 200 reichen.



Wenn man genau hinschaut, ist das kein Rentner, sondern ein junger Mann, der sich nur verkleidet hat. Warum, wieso? Keine Ahnung. Ich hätte fragen sollen?! Stimmt ;)



Paradoxer Weise hat das Pana 20 einen besseren Abbildungsmaßstab bezüglich "Makro", als das 45er von Olympus. Ansonsten auch wieder eine Herausforderung, da es in der Ausstellung von Meerestieren alles andere als hell war und der Abstand und die Glasscheiben Blitzaufnahmen verbieten (ist dort sowieso verboten, davon mal abgesehen).



Eine Riesenwasserschildkröte. Schätze mal so fast 1 Meter lang.



Abschied bei schlechtem Wetter. Da darf es auch mal richtig schief sein.



Wir haben es geschafft! Letztes Bild und weder Büsum noch Pellworm, sondern Stade. Sehr schöne Innenstadt.

Ich bin mir zwar sicher, dass kaum einer bis hier hin durchgehalten hat, aber bedanke mich trotzdem an dieser Stell bei den Wenigen, die es geschafft haben :) Wer immer noch nicht genug hat, kann sich diese und ein paar mehr Bilder auf meiner Homepage anschauen, Pellworm und Büsum auf gstoever.de

Danke.










Donnerstag, 28. Juni 2012

Battle of systems

Morgen geht es in den 2-Wochen-Urlaub und diesmal sind zwei sehr unterschiedliche System mit am Start. Zum einen die fette 5...10 Kilo Nikon-Ausrüstung und zum anderen das Damenhandtäschchen von
nicht mal einem Kilo mit Oly E-PL3, Pana 20/1.7, Pana 45-200 und Oly 45/1.8. Ich bin wirklich gespannt, was mehr Spaß macht und was letztendlich die besseren...schöneren Bilder liefert, und dabei meine ich nicht die technisch besseren, denn das dürfte schon klar sein. 
Viel Interessantes wird es wohl nicht abzulichten geben...Nordsee-Insel halt :/ Hatte ich schon oft und ehrlich gesagt fällt mir da meistens nach einem Tag schon nichts mehr ein und ich muss anfangen zu experimentieren. Diesmal ist alles dabei, was mir dabei eine Chance auf Erfolg verspricht. Stativ, Brennweiten von 14 bis 560mm und was man sonst noch so in 2 Fototaschen quetschen kann. Bin mal gespannt. Eventuell gibt es noch einen kleinen Ausflug in die urbane Szenerie. Genauer gesagt ein paar Tage Hamburg. Steht aber noch nicht fest, weil wir uns nicht frühzeitig um eine FeWo bemüht haben. 
Ach so, geht nach Pellworm...falls das jemanden was sagt. Sicherlich kein Platz mit Garantie auf Topp-Motive. Aber gut, auch ein Hobbyknipser muss mal leiden und an seine "Grenzen" gehen ;) Vielleicht kommt ja mehr dabei heraus als Buhnen, Möwen und Sonnenuntergänge, wer weiß. Genug technisches Material um alles mögliche adäquat ablichten zu können ist zumindest dabei. Es liegt also nur an mir.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die (neue) spiegellose Welt - Teil 3

In diesen dritten und letzten Teil möchte ich zu einem Fazit kommen. Einem Fazit zur Kamera an sich und meiner Einstellung zum mFT-System, wie ich es bis jetzt erlebt habe.

Kapitel 12: Warum mFT?

Oder genauer, warum überhaupt eine Miniknipse mit Wechselobjektiven? 
Man könnte sagen: "Back to the roots", da ich mit einer kleinen (aus damaliger Sicht) Kompaktkamera angefangen habe. Das wäre aber falsch. Die technischen Vorteile einer ausgewachsenen Kleinbildkamera habe ich über mehrere Stufen von mini bis riesig kennengelernt. Nach dem heutigen Stand der Technik ist eine digitale Kleinbildspiegelreflexkamera nun mal das Instrument um auch bei schwierigen Situationen hochwerte Bilder machen zu können oder die maximale Kreativität ausschöpfen zu können, zumindest wenn es für einen Hobbyknipser gerade noch bezahlbar sein soll. 
Auch Autofokus und Bedienung verlangen aktuell einfach nach diesen "Ziegelsteinen" mit kiloschweren Objektiven. Ich denke da wird sich erstmal auch nichts dran ändern. Ich werde also weiterhin für viele Dinge nur solche Kameras verwenden. Auch auf Reisen bin ich mir nicht zu schade das Geraffel mitzuschleppen, weil ich damit alles so fotografieren kann, wie ich es möchte.
Die mFTs sind nun aber genau das Richtige, wenn man einfach mal nur so durch die Gegend ziehen möchte. Wenn man weder großartige Events fotografieren will, noch bei ungünstigen Bedingungen unbedingt was in den Kasten kriegen will. Also eine ganz entspannte Art Fotos zu machen. Wenig zu schleppen, unauffällig und wenn es mal nicht geht...dann geht es halt nicht. Auf der anderen Seite kann man bei einfachen Bedingungen weit mehr erreichen, wenn man alles Notwendige in eine Minitasche quetschen kann und trotzdem hochwertige Objektive dabei hat, bzw. einen Brennweitenbereich, der bei Kleinbild schon eher nach einem Rucksack schreit.
Die mittlere Schiene, also APS-C, habe ich übrigens auch vor Kurzem ausprobiert und zwar in Form einer D7000. Das hat mich leider nicht überzeugt. Da ich bis auf eine Ausnahme die gleichen Objektive verwendet habe und die D7000 zwar kompakter, aber nun nicht wirklich extrem viel kleiner und leichter war als eine D700, war der Nutzen für mich eher zweifelhaft. Außerdem empfand ich da die Einbußen in Sachen ISO und Autofokus als zu groß gegenüber den Vorteilen. Hier werden sicherlich einige empört aufschreien, aber es geht hier   ja um meine persönlich Ansicht, nicht um eine allgemein gültige Wahrheit.

Die E-PL3, bzw. das System, empfinde ich trotz der doch geringeren Leistungsdaten, als sehr praktisch und spannend. Neben den anderen Möglichkeiten und Features scheint es mir auch eine andere Art des Fotografierens zu forcieren. Bis jetzt macht es mir einfach Spaß mit diesem Minisystem Bilder zu machen. Bei APS-C habe ich immer nur Vergleiche zum Kleinbild gezogen und war nicht zufrieden. Mal sehen wie sich das entwickelt ;)


Kapitel 13: Fazit


Die beiden winzigen Festbrennweiten, das Panasonic 20/1.7 und das Olympus 45/1.8 liefern extrem gute Abbildungsleistungen im Endergebnis. Ich sage Endergebnis, da wohl die typischen Abbildungsfehler dieser Objektive durchaus stark ausgeprägt sind! Verzeichnung beim Pana und CAs beim Olympus sind sicherlich nicht gerade als außergewöhnlich gut einzuordnen. Letztendlich zählt für mich aber das erzielbare Ergebnis und da kann ich bis jetzt nicht klagen. Einiges scheint sogar der RAW-Konverter (zumindest der Oly und LR) zu verbergen. Einige anderen Dinge muss man beherzt selber korrigieren, z.B. die "geliebten" lila Ränder um Kontrastkanten, die auch die geheime Automatikkorrektur nicht immer ganz verbergen kann. 


Aber letztendlich sind das für mich alles keine unbekannten Störgrößen, da ich diese auch von den meisten Kleinbildobjektiven zur Genüge kenne, z.B. den oft sehr ausgeprägten Qualitätsabfall an den Bildrändern, wie Vignettierung und Farbverzeichnung.
Bis jetzt konnte ich noch fast jedes Foto im Rawkonverter so aufbereiten, dass es mir gefiel. 

Was die Bedienung angeht, muss man sicherlich mit Einschränkungen bei der E-PL3 leben. Man kann nur einen Parameter, z.B. Blende oder Belichtungskorrektur über ein fummeliges Rädchen, das gleichzeitig als Steuerkreuz dient, einstellen. Das schränkt ein wenig die Reaktionsgeschwindigkeit ein und verlangt nach ein Vorausschau. Ich kann nicht behaupten, dass man dadurch nicht das eine oder andere Motiv verpasst. Auf der anderen Seite kriegt man dafür oft Motive, die man ansonsten nicht bekommen würden, schlicht aufgrund der Unauffälligkeit der Kamera.


Anstatt für den offiziellem Fotografen einer Hochzeitsgesellschaft gehalten zu werden, kann man einfach locker wie der Herr vorne die Kamera am ausgestreckten Arm in die Szene halten. Das macht irgendwie Laune. 

Der Autofokus ist zumindest für solche Motive bei weitem ausreichend. Was dagegen gewaltig nervt, ist die Zeit bis die Kamera bereit ist! Auch wenn sie sich nur im Standby-Modus befindet, vergehen gefühlt quälenden Sekunden, bevor man das erste Bild machen kann. Bei meiner Spiegelreflex vergehen selbst bei ausgeschaltetem Zustand nur Bruchteile einer Sekunde und ich habe noch nie etwas verpasst, weil ich zunächst die Kamera einschalten oder aufwecken musste. Einzige Chance: die Kamera permanent aktiv lassen, was natürlich den Akku frisst (bei der D700 wird quasi kein Strom verbraucht, auch nicht im Standby, da kein stromfressende Display aktiv ist). 

Wo wir schon beim Stromverbrauch sind, die Akkuleistung, bzw. die Laufzeit der E-PL3 ist gut. Ich habe zwar keinen direkten Vergleich mit anderen Systemkameras diese Machart, aber ich kann mich noch sehr gut in die desaströse Akkulaufzeit meiner ersten Kompaktkameras erinnern! Das ist zwar schon einige Jährchen her, aber ich fürchte bei aktuellen Knipsen dürfte das teilweise immer noch so aussehen. Nichts für jemanden der locker 500 Bilder am Tag macht, bzw. stundenlang auf Motivsuche ist und ständig bereit für einen Schnappschuss sein will. Einen Ersatzakku habe ich trotzdem immer dabei.


Was die Verarbeitung der Kamera angeht, bin ich übrigens begeistert! Für das Geld bekommt man wirklich gute Qualität. Ob das Gerät langfristig auch entsprechend haltbar ist, steht auf einem anderen Blatt...Wetterbeständigkeit ist nicht gegeben und mechanisch beanspruchte Teile wie das Klappdisplay müssen auch erst im Alltag beweisen, dass sie so stabil sind, wie sie aussehen. Sie fühlt sich aber hochwertig an. Wie es im Inneren aussieht, weiß ich nicht. Da der Verschluss mechanisch ist, muss man auch hier Älterungserscheinungen oder sogar einen Ausfall befürchten. Denke, bzw. hoffe aber, sie hält länger als alle meine Kompaktkameras, die meistens nur wenige Bilder geschafft haben...zumindest aus heutiger Sicht.


Wie man sieht, bleibt man nicht immer unbeachtet ;) Liegt vielleicht an meiner Art wie ich auf solche und ähnliche Motive zugehe, bzw. mit solch einer Kamera unbemerkt zu bleiben. Vielleicht hatte ich da gerade unbewusst meine Macho-Kleinbild-Pose eingenommen :)))

Bei diesem Foto, trotz bedecktem Himmels, hatte ich teilweise ein wenig mit dem leicht gegenüber meiner Stammkamera eingeschränkten Dynamikumfang zu kämpfen. Gerade bei höheren ISO, also alles über 200 in Fall der E-PL3 ;) , bekomme ich noch Probleme, da dort dann auch die Qualität der Farbwiedergabe deutlich einbricht. Letztendlich versuche ich bei ISO 200 zu bleiben und verwende die nur leidlich praktische ISO-Automatik nicht. 
Die ISO-Automatik ist deshalb nicht sehr praktisch, weil man die maximal gewünschte Belichtungszeit nur über einen Trick (Blitzzeit) festlegen kann und dann leider auch nur bis maximal 1/160. Zu viel! Bei der D700 stelle ich z.B. bei Sport 1/1000 oder weniger als untere Grenze ein und erlaube maximal ISO 2000 und bin so immer im sicheren Bereich. Erst bei unterschreiten dieser Grenze wird in "A" die Zeit entsprechend verringert. Die E-PL3 ist eben weder für Lowlight noch Action wirklich 100% geeignet. 


Die Möglichkeit mit der Blende "kreativ" zu sein, ist zumindest mit lichtstarken Festbrennweiten, wie hier dem 45/1.8, weit wenige Eingeschränkt, als man angesichts des kleineren Sensors gegenüber Kleinbildformat denken mag. Natürlich hat man hier andere Auswirkungen der Parameter, aber das man deshalb nur Bilder mit "vorne bis hinten scharf" machen könnte, ist schlicht Unsinn. Wenn die Szene es nicht erlaubt, ist man natürlich auf Kleinbild...oder Mittelformat oder... angewiesen ;)


Auch in relativ hektischen Situationen, wo ich dutzende Bilder in kurzem Abstand meine machen zu müssen, komme ich relativ gut mit der Kleinen klar. Ich verliere vielleicht die ersten paar Sekunden, bevor es losgehen kann, aber dann kann ich durchaus eine längere Szene mit vielen Bildern dokumentieren.


Die Dauerfeuergeschwindigkeit...oder technisch korrekt, die Serienbildgeschwindigkeit der E-PL3 ist okay. Mit ca. 4-5 Bildern pro Sekunde (die Angaben des Herstellers mag jeder selber nachlesen, das hier ist mein gefühlter Wert) bricht bei RAW leider sehr schnell ein, so das keine längeren Serien in hoher Geschwindigkeit möglich sind. 


Die Schärfe der Bilder wird nicht nur alleine durch die Objektive bestimmt. Eine wichtige Rolle spielt auch der Antialiasing-Filter in der Kamera. Dieser scheint mir eher dünn ausgefallen zu sein. Auf der einen Seite sehr gut, weil man wirklich extrem scharfe Abbildungen erzielen kann (kommen mir teilweise schärfer vor, als mit meiner D700...sind es wohl auch, da ich weit weniger Schärfung im RAW-Konverter anwende), auf der anderen Seite bezahlt man das aber mit relativ oft sichtbaren, leichten Moiré-Effekten, also bunten Störmustern in feinen Strukturen, die man nicht mal eben am Rechner beseitigen kann. Denke wer eine D800 oder sogar eine D800E hat, weiß wovon ich spreche und kann darüber nur milde lächeln ;)


Ich will nicht mit einer Pro-/Kontra-Liste abschließen, sondern ein einfaches Fazit nach nur ca. 1000 Bildern abgeben. Ich mag das Teil! Hätte nicht gedacht, dass ich es mögen könnte. War eigentlich nur ein Testkauf. Meine ersten Blicke auf die technische Daten und Test-RAWs haben mich lange von mFT abgehalten. Übrigens auch die OM-D E-M5 hat mich in den Testberichten und anhand von selbst entwickelten RAWs nicht überzeugt! Ich habe sogar die Bedienungsanleitungen der Kameras gelesen und fand viele Haare in der Suppe. Letztendlich bin ich aber eines Besseren belehrt worden. Wenn man weiß wozu und wie man diese Kamera verwenden kann, dann ist sie wirklich sehr gut. Und das sagt jemand, der ansonsten mit allem relativ unzufrieden ist ;)

Fazit:

für mich ist die E-PL3 oder besser gesagt das mFT-System eine wirkliche Überraschung. Besser als gedacht und aktuell mein Lieblingsspielzeug. Macht mich als Hobbyknipser froh und nur darauf kommt es für mich zum Glück an.