Im zweiten Teil möchte ich viele Bilder zeigen und anhand dieser meiner Erfahrungen mit der Olympus E-PL3 und der spiegellosen Systemkamerawelt konkreter beschreiben.
Kapitel 6: Alltagstestknipserei
Wie gesagt, gibt es für mich nichts spannenderes, als mit einer neuen Knipse oder einem neuen Objektiv los zu ziehen. Abgesehen von spannenden Fotomotiven natürlich. Also die beiden Kit-Scherben nebst Knipse in die "Damenhandtasche" gepackt und los.
Da ich nun die vorher ungenutze, weil unpraktische Möglichkeit hatte, vor der Aufnahme das Bild sehen zu können, also Belichtung, Farben, Histogramm, usw., habe ich erstmal dem Bild auf dem Monitor vertraut. Letztendlich muss ich inzwischen aber schon sagen, man braucht sein Bauchgefühl, bzw. die Erfahrung weiterhin! Das Bild auf dem Display ist ja nach Umgebungslicht nur bedingt hilfreich bei der Beurteilung der verschiedenen Parameter. Die Farben z.B. sind nur bei absolut optimalen Umgebungslichtsituationen halbwegs korrekt. Auch der Helligkeitseindruck kann täuschen. Highlight-Anzeige und Histogramm wird wie immer vom JPEG abgeleitet und dieses lässt sich nicht so einstellen, dass man wirklich 100% sehen kann, was man nachher im RAW zur Verfügung hat. Was als gnadenlos ausgebrannt angezeigt wird, ist im RAW durchaus noch okay bis gut. Wer aber nur JPEG knipst, kann natürlich eine Menge aus den Anzeigen ableiten. Mit ein wenig Übung kriegt man aber auch ein Gefühl dafür, ob das Bild nun gut geworden ist oder nicht. Meine JPEG-Einstellung für die Anzeige: Natural: Sättigung 0, Kontrast -1, Schärfe -2, Gradation "normal".
Was mich bis jetzt relativ begeistert ist der automatische Weißabgleich. Nicht das er eine großartige Rolle bei Verwendung von RAW spielt, lediglich die Beurteilung und Voreinstellung im RAW-Konvertert wird erleichert, wenn er halbwegs korrekt ist. Im Gegensatz zur Nikon scheint er weit öfter stimmig zu sein und ist insgesamt besser. Ich muss im Rawkonverter weit weniger an den WB-Reglern arbeiten. Teilweise finde ich sogar bei eher schwierigen Motiven gar keine bessere Einstellung, als das was die Kamera errechnet hat. Respekt!
Da ich zu diesem Zeitpunkt die beiden Kit-Linsen zur Verfügung hatte, habe ich natürlich auch gleich die extremen Brennweiten ausprobiert. Hier das 40-150 bei 150 mm, entspricht 300mm Kleinbild.
Gar nicht mal schlecht. Verglichen mit einem günstigeren und ebenfalls lichtschwachen Nikon-Telezoom, z.B. dem 70-300 für Kleinbild, ist mir erstmal kein Unterschied in der Abbildungsleistung negativ aufgefallen.
Ein wichtiges Feature, da an meiner Kleinbildknipse nicht vorhanden, ist natürlich das ausklappbare Display. Mal eben über Kopf oder nah über dem Boden ist kein Problem, auch nicht nach einem Regenschauer ;) Ich habe aber gerade beschlossen, davon später zu berichten und zeige daher als Entschuldigung einfach mal große Kuhaugen :)
145mm und Offenblende (f5.6).
Die Aufnahmen sind alle bei bedecktem Himmel gemacht worden und bei langen Belichtungszeiten, was mich nun zu einem unerfreulichen Aspekt bringt, die Leistung das Bildstabilisators im Gehäuse. Bei Olympus wird, wie z.B. bei Pentax auch, die Stabilisierung über den Bildsensor im Kameragehäuse realisiert. Um es kurz und schmerzlos zu machen, der Stabi in der E-PL3 taugt nicht die Bohne...leider! Nicht nur, dass er keine sichtbare Verbesserung für MICH bringt, er verwackelt aktiv Bilder bei Zeiten, die man sonst locker aus der Hand halten kann, also z.B. 85mm bei einer 1/500! Nach angepasster Daumenregel für das Sensorformat müsste 1/160 ausreichen. Ich habe das inzwischen mit verschiedenen Objektiven und Brennweiten und Zeiten und auch verschiedenen Einstellungen ausprobiert und das Ergebnis ist leider eindeutig. Er verschlimmbessert die Bilder mehr, als das er hilft, zumindest bei bei mir, auch mit Aufstecksuchern (dazu später mehr).
Meine Konsequenz: ich verwende ihn nicht mehr. Es gibt wenige Ausnahmen, wo er noch was heraus holen kann, aber das sind dann auch nur weniger verwackelte Bilder, keine nicht verwackelten. Vergisst man ihn auszuschalten, hat man sich unter Umständen die fotografische Ausbeute eines ganzen Tages versaut! Ich hoffe mal der Stabi im neuen Spitzenmodell, der OM-D E-M5 ist besser, wonach es zumindest stark aussieht.
Insgesamt war ich nach der ersten Testknipserei aber sehr angetan vom Neuerwerb. Sicherlich entsprachen die beiden Linsenbeigaben nicht dem, was ich sonst an Qualität gewöhnt bin, aber schlechter als andere Kits waren sie auch nicht und bei entsprechenden Rahmenbedingungen konnte man schon sehr viel Potential erahnen. Gerade das 40-150 hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen, auch wenn es schwer war damit nicht verwackelte Aufnahmen bei f5.6 am langen Ende und bedecktem Himmel zu machen.
Kapitel 7: Blut geleckt!
Dieser reißerische Titel ist eigentlich falsch. Ich hatte von Anfang an vor, das Panasonic 20/1.7 zu kaufen. Da ich die Kamera als Immer-Dabei-Mini-Hosentaschen-Sonntags-Nachmittags-Spazierengehen-Knipse geplant hatte, aber nur das Kit bekommen konnte, war diese Pfannkuchenlinse als erster Kauf fest eingeplant. Hätte mich die Kamera und das Konzept ansich gar nicht überzeugt, wäre natürlich vorher alles nach Fernabsatzgesetz zurück gereist ;) Aber dem war nicht so, also musste die erste amtliche Festbrennweite her. Da ich 20mm mit f1.7, also 40mm KB als allgemein gut verwendbar einschätze, war die Wahl schnell getroffen und die Bestellung schnell aufgegeben. Das Objektiv ist gut bis sehr gut und an der E-PL3 wird daraus eine Kompaktkamera mit 10mal besserer Leistung. Gut, um ehrlich zu sein, eine aktuelle Kompaktkamera ist noch kleiner, aber hauptsächlich auch nur, weil das fest installierte Objektiv komplett eingefahren werden kann. Das ist hier nicht möglich, so dass man mit der Dicke von ca. 5 cm leben muss.
Das Objektiv ist von Panasonic, also dem Mit- oder sollte ich besser sagen Gegenspieler von Olympus im mFT-Zirkus. Ein Review über diese Linse überlasse ich anderen. Kurz: es ist wirklich sehr gut, hat aber kleinere Ecken und Kanten. Die Ergebnisse sind von der Leistung her natürlich typisch für eine gute Festbrennweite um einiges besser als bei den beiden Kit-Zooms.
Kapitel 8: Unterwegs mit der ersten Festbrennweite
Auch hier will ich nichts beschönigen und einfach mal eine der ersten Testaufnahmen zeigen :)
Die Kombo aus E-PL3 und Pana 20/1.7 ist nur ein Bruchteil an Volumen und Gewicht einer nackten D700 plus 50mm/1.8, was für mich ungefähr vergleichbar ist. Bei einer Radtour spürt man gar nicht, dass man überhaupt eine Kamera dabei hat. Ich habe öfter mal nachgefühlt ;)
Oft kann man lesen, dass mit mFT oder anderen kleineren Formaten keine Freistellung möglich ist. Also der gezielte Einsatz der Schärfeebene, um Objekte im Bild hervorzuheben. Das stimmt und ist gleichzeitig Unsinn! Dieser Unschärfeeffekt hängt von Brennweite, Motiv- und Hintergrundabstand, Blende und auch Sensorgröße ab. Letztendlich kann man aber alle, bis auf den letzten Parameter mehr oder weniger frei bestimmen. Hier wieder das 20mm Panansic bei Blende 5.6:
Man braucht bei einem entsprechend kurzem Abstand zum Motiv und großen zum Hintergrund weder Blende 1.2 noch eine Tele, noch eine Mittelformatkamera, um den Hintergrund ausreichend unscharf zu gestalten, so dass das Motiv klar hervortritt. Die Fliege war übrigens nicht das Motiv...war nur ein Testbild, um genau diesen Sachverhalt darzustellen.
Am Ende das Tages war ich doch sehr zufrieden mit dem Objektiv und dem System insgesamt. Ich hatte ehrlich gesagt mit weit weniger gerechnet. Ist aber ja immer gut, wenn man mit geringen Erwartungen an eine Sache heran geht und sich dann angenehm überraschen lassen kann.
Hier noch zwei weitere Beispielaufnahme mit dem Pana 20:
f1.7
f1.7
Das zweite Bild ist kein Ausschnitt vom vorherigen, auch wenn es so aussehen könnte. Ich bin einfach nur näher heran, ca. bis zum minimalen Abstand der mit diesem Objektiv möglich ist.
Kapitel 9: Dynamik, Farben, Rauschen und Co.
Bei diesem Kapitel habe ich so meine Probleme Bilder zu zeigen. Daher in aller Kürze meine bisherige Einschätzung. Die Dynamik ist geringer als bei meiner Kleinbildknipse. Wie viel kann ich schwer sagen. Ich würde aus dem Bauch sagen 2 Blendenstufen. In den Raws kann man die zu hellen Partien nicht so extrem wiederherstellen, wie ich es gewöhnt bin. Durch die Live-Highlight-Anzeige kann man aber zu sehr ausgebrannte Stellen im Vorfeld verhindern.
Die Schatten rauschen eigentlich immer. Auch ist das Rauschverhalten meilenweit von meiner D700 entfernt. Wirklich rauschfrei ist quasi keine Aufnahme, auch nicht bei der Basis-ISO-Einstellung von 200. Während die D700 bei 200 bis 800 kein, bzw. minimalstes Rauschen bei ungünstigen Bedingungen zeigt, rauscht die E-PL3 bei 200 sichtbar, bei 400 stark und bei 800 sehr stark. Für mich ist alles über ISO 800 unschön, auch bei Tageslicht. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht verwenden könnte. Auch eine Aufnahme bei schlechtem Licht und ISO 1600 kann man sicherlich als Dokumentationsfoto für's Web verwerten, so wie man auch ein Handy-Foto mit LED-Blitz verwenden kann. Insgesamt stimmt die Physik halt doch auffallend. Eine APS-C Nikon, wie die D7000 ist bei 800 noch gut, darüber sieht man deutliche Einbußen. Eine mFT dieser Bauart und Generation ist halt bei spätestens 400 auf dem Niveau angekommen und die Kleinbildkamera kann noch locker über 1600 gehen, bevor man die Nase rümpft. Der Nasenrümpffaktor ist aber eben eine persönliche Größe und hängt wie immer vom Verwendungszweck ab.
Die Farben gefallen mir dagegen sehr gut! Während ich bei den Nikon-RAWs öfter mal mit Neon-Grün oder Popart-Rot zu kämpfen habe, kommen die RAW der Olympus sehr sanft und für mich korrekter herüber. Eine Korrektur einzelner Farbkanäle/-Werte habe ich bis jetzt noch nicht vornehmen müssen. Ich spreche hier gesagt IMMER von den RAWs und nicht von JPEGs, bei beiden Kameras die ich hier insgeheim vergleiche.
Als Fazit dieses Kapitels würde ich sagen: ist okay. Hat mich alles nicht vom Hocker gehauen, hatte es aber auch nicht anders erwartet. Ich hatte vor dem Kauf schon einige Raws heruntergeladen und meine Schlüsse gezogen. Für den angedachten Zweck ist die Leistung vollkommend ausreichend bis gut. Auf ein Konzert oder Sportevent werde ich aber weiterhin meine D700 mitnehmen, da hier doch zu viele Parameter eine Rolle spielen, bei denen die E-PL3 nicht mithalten kann.
Kapitel 10: Autofokus extrem
Wie bereits erwähnt, war und bin ich von der Leistung des AF durchaus positiv überrascht. Nach dem ich einen ersten Eindruck gewonnen hatte, wollte ich einmal sehen, wie weit man mit dem AF gehen kann. Da ich den AF-C für untauglich erachte, habe ich mich nur auf den AF-S konzentriert. Die Frage war, ist der AF schnell genug, um auch sich schnell bewegende Motive einfangen zu können? Also hauptsächlich für den Fall, dass man schnell auslösen muss, weil das Motiv sonst Geschichte ist.
Ein Problem ist der elektronische Sucher. Egal ob Display an der Kamera oder Aufstecksucher, den ich hier verwendet habe. Die Latenz zwischen dem realen Motiv und dem was man im Sucher sieht, ist relativ groß. Das kann dazu führen, dass man beim verfolgen eines schnellen Objekts in der Vergangenheit schwelgt. Dazu kommt dann noch die Auslöseverzögerung, bedingt durch viele Faktoren. In Summe ist man oft ein paar Millisekunden zu spät und verpasst das Ziel, bzw. hat nicht das auf dem Bild, was man geglaubt hat aufzunehmen. Also durchaus eine Herausforderung. Mein Testobjekt, Möwen. Dazu bin ich an einen Nist- und Ruheplatz dieser Tiere gegangen und habe mein Glück versucht. Wie gesagt nur mit AF-S. Das Ergebnis finde ich gar nicht schlecht. Ich hatte das schon mal mit meiner Kleinbildkamera gemacht und auch damit ist das nicht gerade einfach. Verwendet habe ich das Olympus 40-150.
Bei sich nicht veränderndem Motivabstand hat man "nur" mit der Auslöseverzögerung, bzw. der Diskrepanz zwischen Sucherbild und Realität zu kämpfen. Große Probleme gab es hier aber nicht wirklich, trotz oft 300mm KB. Was mich an dieser Stelle eher herausgefordert hat, war die eingeschränkte Bedienung der Kamera. Die notwendige schnelle Umschaltung der Messmethode oder Belichtungskorrekt, ISO, Blende, geht einfach nicht flott genug, da nicht für jeden dieser Parameter ein Taste/Rad vorhanden ist. Was ich sonst "on the fly" mache, musste ich hier vorher planen oder halt absetzen und das Motiv ziehen lassen.
Ansonsten hatte ich mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie mit der Ziegelsteinknipse auch. Ist man einmal von Zielobjekt abgerutscht, rauscht der AF durch und man sieht nichts mehr. Was beim entsprechenden Sport-Objektiv mit AF-Begrenzung schon nervig ist und Zeit kostet, stellt sich mit dieser Kombination als tödlich heraus. Ist man einmal daneben, hat man verloren. Bis man wieder den Fokus hat, vergehen Sekunden. Auch die Möglichkeit den AF manuell nachzuregeln, löst das Problem kaum, da die "by wire"-Steuerung einen zu langen Weg hat und leicht verzögert reagiert (wahrscheinlich auch hier zum Teil durch die Latenz der Anzeige).
Ich war also erstmal auf vorbeifliegende Motive gepolt, wollte es dann aber auch noch mal wissen und habe die mich attackierenden Möwen während des Anflugs auf mich auf's Korn genommen...mit AF-S wohlgemerkt!
Es geht wie man sieht, wenn auch nur eingeschränkt. Der AF ist schnell genug, die Schärfentiefe groß genug. Die Möwen haben sich übrigens für meine Ruhestörung gebührend gerächt. Ein Tier hat beim Überflug seine "Bombe" abgeworfen und einen Volltreffer gelandet ;) Das Ergebnis: versaute Jacke und Trageriemen der Kameratasche.
Der Autofokus ist besser als ich dachte und ich kann damit sehr gut leben. Man hat nicht die Möglichkeiten wie mit einer guten Spiegelreflex, aber es reicht sehr oft vollkommen aus. Wäre noch ein brauchbarer AF-C mit an Board, der eine kontinuierlichen, schnelle und sichere Nachführung erlaubt, würde es verdammt eng werden für so manche Spiegelreflex.
Kapitel 11: Freies Geknipse und schon wieder ein neues Objektiv
Nach dem ich mich mit der Kamera aus meiner Sicht ausreichend vertraut gemacht hatte, sollte es nun mal ernsthaft zur Sache gehen. Gut, ernsthaft ist übertrieben. Ich wollte halt einfach mal ein wenig Fotografieren, ohne zu Testen. Testen besteht bei mir aber ohnehin mehr aus normalem Fotografieren. Ich habe zwar einen Testchart dekorativ an die Wand gepinnt, aber der dient auch nur als Vorabend-Check (kann ja immer mal was kaputt gegangen sein), wenn ich die Tasche packe.
Die "Oly" hat ja mindestens zwei Dinge, die sie von meiner D700 abhebt. Minimale Größe und Gewicht und ein Klappdisplay. Also wollte ich genau diese beiden Dinge mal in die Waagschale werfen. Ich bin also in die City von Bremen "gereist" und habe mir vorgenommen ein paar "Candid-Shots" zu machen. Um es gleich vorweg zu nehmen, viel geworden ist daraus nicht ;) Eigentlich sind es nur Touristenfotos geworden. Allerdings ist mir der Unterschied schon aufgefallen. Während ich mit der D700 und 1,5-Kilo-Linsen als Tourist getarnt keinerlei Chance habe, unbemerkt Leute und Szenen zu fotografieren, ist das mit so einer "Kompaktknipse" um einiges leichter. Man wird viel weniger wahrgenommen. Mit der Oly am ausgestreckten Arm interessiert sich fast niemand für mein Geknipse...warum auch, dutzende echteTouristen knipsen vor, neben und hinter mir ja auch lustig drauf los. Der Einsatz des Klappdisplay macht es dann noch mal einfacher "unerkannt" zu bleiben.
Wie so oft beginne ich meine Stadttour auf dem Marktplatz. Dort findet man die meisten Touristen und ist unauffällig. Außerdem ist dort oft was los.
Hier meine wirklich erste Aufnahme mit meiner inzwischen 2 Festbrennweite, der Olympus 45/1.8. Nach allem was ich in der kurzen Zeit sehen konnte, übrigens eine Spitzenoptik!
Olympus 45mm, f1.8 (Offenblende, mäßiger Ausschnitt)
Kurze Zwischennotiz: hier von habe ich auch ein kurzer Video gedreht. Video ist nicht mein Hobby, daher kann ich dazu kaum was sinnvolles sagen. Nur so viel: es geht, es geht gut und was ich da bei mir zuhause auf dem Computermonitor sehe, sieht sehr okay aus. Hat aber immer noch Potential nach oben. Echtes HD ohne Seiteneffekte stelle ich mir noch etwas besser vor.
An diesem belanglosem Bild möchte ich noch einen Punkt zum Thema mFT kurz darstellen, das Format. Im Bild darüber, und in vielen anderen Bildern, habe ich das 2:3-Format verwendet. Ich habe also einen Ausschnitt gemacht. Auf der einen Seite passt das 4:3-Format für mich teilweise ganz gut, (vielleicht nur, weil man es im Sucher so komponiert hat?) auf der anderen Seite komme ich mit dem Format nicht wirklich klar. Würde ich mir die Bilder auf einer TV-Glotze von 1984 anschauen, okay, aber schon beim Ausdruck ist dieser Format doch eher ungünstig. Kleiner Sensor okay, aber warum 4:3?! Man darf mir gerne schreiben warum, bin gespannt. Sicherlich gibt es viele Formate und alle haben ihre Berechtigung, aber ist 4:3 wirklich ... na ja, zeitgemäß? 16:9 hätte ich mehr verstanden, auch wenn das auch nur ein spezielles Format ist, was künstlerisch betrachtet nicht mehr Berechtigung hat, als alle anderen auch; ist halt nur gerade ultra modern ;)
In diesem Sinne: erstmal wieder konservativ in 2:3 ;) Kitzelt das nicht tierisch?!
Das nächste Meisterwerk trägt den bedeutungsschwangeren Namen "Grün auf Rot"!
Hier sind mir wieder die sehr ausgewogenen Farben im RAW aufgefallen ;) Nein, ernsthaft, ich finde die Farbwiedergabe sehr ausgewogen.
Das nachfolgende Bild ist eigentlich verunglückt. Die Belichtung war ca. 1 Blende daneben, überbelichtet, da starke Kontraste. Die Gesichter und die Kleidung waren im Vorschau-JPEG auf dem Kameradisplay gnadenlos ausgebrannt. Wie vorher schon erwähnt, zeigt die Vorschau aber nur das JPEG. Das RAW zeigt oft ein ganz anderes Bild. Auch bei der E-PL3, die meiner Meinung nach nicht viel "Headroom" hat, konnte ich noch ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.
Die kritischste Zone war das weiße T-Shirt der Dame und die Stirn der Frau in der Mitte vorne. Die Vorschau zeigte hier nur noch Rot, was gleichbedeutend mit Überbelichtet sein soll. Man kann den Wert für die Live- und Vorschau-Anzeige von Unter- und Überbelichtung in einem kleinen Bereich einstellen (245 bis 255, was diese Werte auch genau bedeuten mögen). Ich hatte hier 250 eingestellt. Was hier der passendste Wert für meinen Workflow ist, kann ich noch nicht genau sagen. Die Möglichkeiten aus "ausgebrannt" wieder texturiert zu machen, sind aber geringen als ich es gewöhnt bin, daher bin ich da aktuell eher konservativ eingestellt. Auf der anderen Seite kriegt man sehr schnell starkes Rauschen in schwächer belichteten Bereichen, so dass aufhellen nicht ratsam ist. Man ist also auf eine sehr exakte Belichtung angewiesen, wenn man die optimale Qualität erhalten will. Das Histogramm sollte man also im Auge behalten und sich nicht auf Reserven verlassen, weder nach unten, noch nach oben.
Wie schon mehrmals erwähnt, ist das Klappdisplay eines der wichtigen Kriterien, die diese Kamera von meiner Kleinbildkamera unterscheidet. Man kann sowohl über Kopf, als auch aus sehr tiefer Position Bilder machen.
Aus der Froschperspektive kann man natürlich auch ohne Klappdisplay ein Bild machen, nur muss man dann entweder wirklich mit dem Kinn auf den Boden oder raten. Für Spiegelreflexkameras gibt es Winkelsucher, die einem diese Aufgabe erleichtern. Für die Olympus gibt es ebenfalls die Möglichkeit einen elektronischen Sucher zu verwenden, den man dann auch um bis zu 90 neigen kann. Das dieses Zubehörteil auch sonst sehr praktisch ist, habe ich bei Teleaufnahmen gemerkt.
Bei dieser Aufnahme mit 140mm (45-150 Kit-Telezoom) und bei schlechten Lichtbedingungen, waren die ersten Aufnahmen alle verwackelt. Über den nutzlosen bis schädlichen Stabilisator habe ich mich ja schon geäußert. Trotz einer kurzen Belichtungszeit von 1/640, waren die Aufnahmen mit ausgestrecktem Arm nicht wirklich 100% in Ordnung. Mit Hilfe des elektronischen Suchers und der damit "normalen" Kamerahaltung, gelang das Bild dann beim ersten Versuch. Auch wenn der Sucher die Kamera weniger kompakt macht, eigentlich zu teuer ist und die gleichzeitige Verwendung eines Blitzgerätes verhindert, hilft er doch sehr weniger zu verwackeln. Auch bei starkem Umgebungslicht kann man so mehr erkennen, als auf dem Display.
Hier noch ein paar weitere Aufnahmen mit dem 40-150.
Bei umgerechnet 300mm Brennweite ist nicht nur die Verwacklung ein Problem, welches einem unscharfe Bilder beschert, sondern auch die Luft! Hitzeflimmern oder viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre lässt die Aufnahme unscharf erscheinen. Ich kann es nicht beschwören, aber ich fürchte ein Teil der negativen Aussagen zu der Leistung von Telezooms am "langen Ende" rührt auch aus dieser Tatsache her. Zwar sind viele (nicht alle!) Telezooms am langen Ende schlechter, als am kurzen, aber diese Effekte tragen weiterhin dazu bei, dass der Eindruck der Qualität leidet. Oft hört man nämlich auch parallel die Aussage: "Bei kurzen Motiventfernungen sieht das noch gut aus.". Hier spielen dann verwackeln und Luft eine geringere Rolle. Wie gesagt nur eine Theorie von mir.
Eine Lange Brennweite in der Hosentasche zu haben, ist wirklich klasse. Nicht nur um weit entfernte Motive aufnehmen zu können, sondern auch um eine perspektivische Komprimierung zu erreichen. Eine Aufnahme dieses Gebäudes mit einer Normal- oder Weitwinkelaufnahme wäre so nicht möglich gewesen, auch wenn man hier den Abstand zum Motiv frei bestimmen konnte.
Zu den beiden Linsenbeigaben 14-42 R II und 40-150 kann ich ansonsten nicht viel sagen. Ersteres fand ich unspektakulär und habe es nur für wenige Testbilder verwendet. Es hat wie das 40-150 nicht die Lichtstärke die ich brauche, bzw. mag. Das 40-150 war interessant, weil es in "Daumennagelgröße" gewaltige 300mm Kleinbild-Brennweite abliefert und das gar nicht mal so schlecht. Letztendlich ist es mir mit f5.6 am langen Ende aber auch zu dunkel, gerade weil die E-PL3 mit brauchbaren ISO-Werten sehr geizt und keine brauchbare Stabilisierung vorhanden ist. Als Reisezoomkombination sind die beiden aber sicherlich sehr gut geeignet, sollten aber durch mindestens eine lichtstarke Festbrennweite ergänzt werden.
Hier machen wir mal wieder eine Pause und sehen uns hoffentlich im dritten Teil wieder.
-Dritter Teil: Die (neue) spiegellose Welt - Teil 3
Donnerstag, 21. Juni 2012
Die (neue) spiegellose Welt
Prolog: Nun hat es mich also auch erwischt! Nach dem ich in letzter Zeit so viel Gutes über die spiegellosen Systemkameras von Sony, Fuji, Olympus und Panasonic gelesen hatte, wollte ich es nun unbedingt wissen. Ich habe mir also kurz entschlossen, nach nur 4 Monaten lesen von ca. 100 Berichten und Reviews, eine Olympus E-PL3 nebst Linsenbeigabe in Form von zwei Plastikzooms (14-42 und 40-150) zugelegt. Preislich war das eine Lachnummer gegenüber den Sachen die ich sonst für meine Kleinbildausrüstung ausgebe, also sollte es auch nicht weh tun, wenn das doch alles nichts für mich ist.
Ich habe mich erstmal bewusst gegen eines der Spitzenmodelle, z.B. Olympus OM-D EM-5 entschieden, weil ich die Spiegellosen für mich als Zweitsystem anschaffen wollte. Und zwar eines was aufgrund der erwarteten Leistung in Sachen AF und ISO nur als Schönwetter- und "Kunstfotografie"-Gerät verwendet wird. Und natürlich auch als das, was wohl viele im Sinn haben, wenn sie sich solch einen Winzling anschaffen, als "Immer dabei"-Kamera mit mehr Möglichkeiten und besserer Qualität als eine normale Kompaktkamera.
Kapitel 1: Entscheidungsfindung
Nach dem ich schon viele Monate in den für mich noch trüben Gewässern der Spiegellos-Systeme geangelt hatte, kristallisierten sich zwei Sachen heraus. Erstens sollte die Kamera und die Objektive wirklich extrem klein sein. Es sollte alles nicht nur ein wenig kleiner und leichter als mein Kleinbildgeraffel sein, sondern wirklich extrem viel kleiner und leichter. Zweitens sollte das alles nicht soooo viel Geld kosten, da ich mir sicher war und noch bin, dass es nur als Zweitsystem für bestimmte Dinge zum Einsatz kommen wird. Also was nun? Sony, Fuji, Panasonic, Olympus, Nikon...Pentax?! Für mich war relativ schnell klar, dass M43 für mich das aktuell beste , weil universellste und am weitesten entwickelte System ist. Die meisten Objektive und die Möglichkeit Linsen aus anderen System zu adaptieren. Sony und Fuji und auch Pentax und Nikon waren schnell aus dem Rennen für mich. Nach weiteren Überlegungen blieb Panasonic und Olympus übrig. Vom Prinzip her sind die Knipsen relativ identisch. Da man meistens nur JPEG-Bildchen in Reviews zu sehen bekommt, und diese bei der Olympus besser aussahen für meinen Geschmack...und weil Olympus gerade den großen Wurf mit der OM-D E-M5 gelandet zu haben schien, wurde es also die Olympus E-PL3.
Die E-PL3 ist die Mittelklasse und entsprechend preiswert, obwohl sie teilweise sogar mehr bietet als die "größeren" Modell, z.B. die E-P3.
Kapitel 2: Der Kauf
Ich liebe Amazon! Abends auf den Knopf gedrückt, am nächsten Tag da...zumindest meistens und wenn man etwas Geld für den Versand springen lässt.
Gesagt, getan, nach ca. 24 Stunden schellte es an der Tür und der Postbote hielt mir ein Päckchen entgegen. Mein erster Gedanke: "Verdammt! Die haben mir nur die Kamera und nicht die beiden Objektive geschickt!". Ich hatte wie gesagt das Kit mit 14-42 und 40-150 bestellt (was anderes gab es anscheinend ohnehin nicht).
Kapitel 3: "Unboxing"
Also hastig die Schere genommen und ausgepackt. Zu meiner Überraschung fanden sich in dem kleinen Karton doch die zwei Objektive. Mein zweiter Gedanke
dieses Tages bezüglich spiegellos: "Neiiiin, wie nieeeeeeedlich!". Ich hatte zwar vorher schon gewusst, welche Abmessungen und Gewichte das Ganze hat und habe neben den reinen Zahlen und Fotos sogar Videos gesehen, aber in der Realität war ich dann doch ... ja, geschockt! Selbst der Batteriegriff meiner D700 ist größer und schwerer als die Knipse + Kitscherbe. Tatsächlich entspricht die Breite und Höhe meines Smartphones neuester Machart nahezu den Verhältnissen der Kamera; welche natürlich dicker ist.
Jetzt fällt mir gerade auf, dass ich den Batteriegriff hätte als Vergleichsgegenstand nehmen sollen...hm. Gut, aber die Größe einer Zigarettenschachtel kennen wohl weit mehr Leute, als die Größe eines Nikon D700-Batteriegriffes, der übrigens wirklich größer ist als die ganze Kamera (vom Volumen und Gewicht) und zwar deutlich.
Ansonsten war in dem Kinderschuhkarton das übliche Beiwerk. Das Ladegerät ist übrigens Schwachsinn ohne Ende! Es ist RIESIG im Vergleich zur kleinen Kamera und auch unsinnig riesig für den nicht mal streichholzschachtelgroßen Akku! Was man sich dabei wieder gedacht hat, ist mir schleierhaft. Das hätte man definitiv kleiner ausfallen lassen können. Sehe gerade nach unten und da steht das Ladegerät neben dem meiner D700, und es ist genau so groß. Der Akku der D700 ist aber locker 3 mal größer.
Ebenfalls niedlich der Aufsteckblitz. Die E-PL3 verfügt nicht über einen eingebauten Blitz, daher hat man einen winzigen hochklappbaren Blitz spendiert, der auf den Blitzschuh gesteckt wird, auf den man übrigens auch beliebige Systemblitze stecken kann (manuell) oder halt einen von Olympus (TTL). Die Leistung des Miniblitzes entspricht aber auch nur der eines eingebauten, also so 2-3 Meter bei gewöhnlichen Einstellungen und Bedingungen. Er kann aber als Master verwendet werden (Test steht noch aus, da kein Oly-Blitz im Haus und auch nicht geplant).
Die Software scheint okay zu sein, aber ehrlich gesagt habe ich nach wenigen Minuten Herumgespiele dann doch lieber die Bilder in Lightroom geladen. Die Ergebnisse bei RAWs (was anderes verwende ich nicht) sind aber durchaus ebenbürtig zu denen in LR4, wenn man nur mal eben schnell entwickelt.
Kapitel 4: Erste Inbetriebnahme
Der Akku war gnädigerweise schon ein wenig geladen, also konnte es gleich losgehen. Also eine SD-Karte hergeholt, eingesetzt und ... geht nicht! Okay, kennt man ja, also Karte formatieren. Doch was ist das?! Oh Schreck, oh Graus! Die Kamera meldet: "Schreibschutz aktiviert!". Bullshit! Also die nächste Karte genommen, diesmal anderen Marke, andere Größe. Gleiche Meldung! Hmmm? Also wieder die erste Karte genommen, die okay ist und natürlich OHNE Schreibschutz und im Rechner neu formatiert. Mit schwitzigen Fingern wieder eingesetzt, Stoßgebet, AH! Na also, geht doch! Trotzdem komisch. Formatieren heißt für mich formatieren, was spielt es da für eine Rolle welche Struktur die Karte vorher hatte? War FAT32, total unspannend. Würde man das im Urlaub erleben, wo man keinen PC zur Verfügung hat, wären dicke Backen angesagt. Unschön!
Aber nun endlich die erste Auslösung. Irgendwas fokussiert, weiß gar nicht mehr was, bsssssst, Schack-Klack. Oha! Nicht gerade leise das Teil. Natürlich kein Vergleich zum Presslufthammer D700, aber ich hatte schon auf eine etwas dezentere Geräuschkulisse gehofft. Aber gut, ist halt auch Mechanik. Man spürt den Verschluss sogar. Das Bild auf dem relativ guten Display kontrolliert, ISO 1600 mit JPEG-Magic, na ja...Schmierentheater ;)
Als nächsten habe ich mich erstmal durch den sagenumwobenen Menüdschungel "gekämpft". Also ich weiß nicht was die Leute haben, ganz besonders was die "professionellen" Tester für ein Problem haben. Ich finde das Menü weder umfangreicher, noch unlogischer oder komplizierter, als das der D700 und wahrscheinlich der meisten anderen Kameras. Vielleicht liegt es aber auch an mir ;) Ich hatte zumindest keine Probleme und bis auf wenige Hänger war mir alles relativ schnell klar und nach 10 Minuten war ich durch mit meinen Einstellungen.
Kapitel 5: Erste Testaufnahmen
Ach ist das schöööön ;) Die ersten Aufnahmen mit einer neuen Kamera oder einem neuen Objektiv sind einfach immer die spannendsten. Hier eines der aller ersten:
Das hier ist mit dem Kit-Zoom 40-150 entstanden. Was mir nach den ersten Bildern gleich aufgefallen ist, der AF ist verdammt gut! Ich hatte mir ehrlich gesagt GAR NICHTS davon versprochen und war der Meinung, es wäre zwar einen Tick besser als beim Handy, aber bei längeren Brennweiten sicherlich nicht zu gebrauchen oder bei auch nur leicht bewegten Motiven. Um so überraschter war ich dann. Zwar sieht der AF von der reinen Geschwindigkeit keinerlei Sonne gegen meine Nikon D700, aber wenn er das trifft was man will, ist es doch sehr schnell und vor allem 100% auf den Punkt! Da hat man bei den Spiegelreflex schon öfter mal nur 95%. Man kann zwar punktgenauer auch bei quasi keinem Licht ohne Hilfslicht noch das Ziel treffen und auch sehr schnell bewegte Ziele locker verfolgen, aber eine gewissen Varianz ist da schon zu beobachten, je nach Objektiv mal mehr, mal weniger. Wenn ich hier ein Ziel habe, was groß und kontrastreich genug ist, dann passt das wirklich immer und absolut. Bin ehrlich gesagt sehr angenehm überrascht, zumal es sich hier nur um das Mittelklassemodell handelt.
Aber neben AF spielen natürlich noch anderen Faktoren eine Rolle, z.B. Dynamikumfang, Farbtreue, Auflösung (Detailgrad), Moiré, Rauschen und nicht zu vergessen Bedienung, Zuverlässigkeit, usw.. Also erstmal ein paar alltägliche Sachen versucht zu knipsen.
Wie immer, wenn es spannend zu werden verspricht, ist hier erstmal Pause ;) Wer noch weiterlesen mag, der kann das hier im 2 Teil tun. Bei allen anderen bedanke ich mich für's Lesen.
ZWEITER TEIL: Die (neue) spiegellose Welt- Teil 2
Dienstag, 12. Juni 2012
EM-Fieber
Ich bin kein echter Fußball-Fan, soviel sei vorweg schon mal gesagt! Daher kann ich auch wenig mit dem Drumherum anfangen, was man seit einigen Jahren beobachten kann. Jedes noch so lahme und eigentlich auch relativ unwichtige Spiel wird zum Nationalereignis hochstilisiert. Überall Schwarz-Rot-Gold, ob nun als Fähnchen am Auto oder auf den Wangen von netten Mädels.
Wie dem auch sei. Am Samstag war ich mit einem Freund, trotz bescheidenem Wetters, in einem Biergarten an bremens Biergartenmeile an der Weser verabredet, um mir das erste Spiel der deutschen Mannschaft anzuschauen. Public Viewing also. Hier mein kurzer Bildbericht zu dem für mich leidlich spannenden Spiel...was Deutschland immerhin gewonnen hat ;)
Die großartige Spannung wollte zunächst nicht aufkommen. Das Wetter zu schlecht und das Spiel eigentlich auch.
Um es kurz zu machen, Deutschland gewinnt 1:0, Thema erledigt. Nun sollte man eigentlich denken, es gebe verhaltenen Beifall und die Leute würden nach Hause gehen. Aber dem war nicht so. Auf dem Rückweg über den Bahnhof boten sich uns folgende Szenen...ich mag mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn Dt. tatsächlich weiter kommt, als wohl die meisten aktuell vermuten würden ;)
Eine wichtige Straße direkt am Bahnhof war komplett "gesperrt":
Der totale Stillstand...verkehrstechnisch.
Die Leute waren sichtlich im EM-Fieber.
Die Stimmung, auch wenn die Bilder vielleicht anders anmuten, war aus meiner Sicht total friedlich. Ansonsten hätte ich mich auch kaum mit einem 50mm-Objektiv ins Getümmel geworfen.
Ich bin schon auf die nächsten Spiele gespannt. Wobei mich da sicherlich weniger die Spiele an sich interessieren dürften, als viel mehr das Drumherum. Vielleicht werde ich ja doch noch zu einem Fußball-Fan...zumindest fotografisch :)
Danke.
Samstag, 19. Mai 2012
Am Vatertag in Hannover
Dieses Jahr war Hannover das Ziel der Vatertagstour. Geplant war eigentlich nichts Konkretes, außer das Maschsee und Herrenhäuser Gärten die Eckpunkte darstellen sollten. Nach dem die klassischen Motive abgelichtet waren, ging es auf einen etwas länglichen Fußmarsch Richtung Herrenhäuser.
Es waren eine Menge "Väter" unterwegs, teilweise mit sehr viel Equipment...
wie z.B. dieser Tragehilfe für die notwendige Wegzehrung ;) Aber auch teilweise komplette Bollerwagen-Musik-und-Würstchen-Grill-Anlagen wurden durch die Gegend gezogen.
Die Stimmung war trotz der relativ frühen Uhrzeit schon auf dem Siedepunkt.
Auf unserem Weg durch die Parkanlagen zu den Herrenhäuser Gärten waren an jeder Ecke hunderte von Vatertagsfeierwilligen zu sehen. Bei dem zwar etwas kühlen, aber meist sonnigen Wetter, waren alle Wiesen gut gefüllt und die Stimmung war hervorragend.
Unsere Intention war aber, wie sollte es anders bei Hobbyknipsern sein, Fotos zu machen. Also sind wir trotz des einen oder anderen Bierchens an Zwischenstationen zielstrebig zu den Herrenhäuser Gärten marschiert. Während die Parkanlagen von Musik und Leuten angefüllt waren, waren die Straßen relativ leer, wie es sich für einen Feiertag gehört.
Nach freiwilligen und unfreiwilligen Umwegen gelangten wir dann endlich am Ziel an.
Da wir aufgrund des langen Fußmarsches, unterbrochen von Bieraufnahme, relativ spät dort angekommen waren, blieb nicht allzu viel Zeit für Fotos. Aber zumindest hatten wir nicht mehr die ungünstige Mittagssonne sondern angenehmes Abendlicht.
Die neueste Attraktion, neben den bekannten weißen Statuen...
sind vergoldet Kollegen an allen Ecken und Enden:
Beziehungsweise Kolleginnen ;)
Okay, so viel erstmal an dieser Stelle. Wer alle Fotos in besserer Auflösung ansehen möchte, kann diese auf meiner Homepage tun: http://www.gstoever.de oder gleich direkt auf die Galerie gehen: http://www.gstoever.de/fotos/vatertag_hannover/
Ich hoffe alle sind mit ihrem Kater durch und wünsche viel Spaß mit den Bildern.
Sonntag, 29. April 2012
Nikon mit Canon dran
Wie? Nikon-Knipse plus Canon-Knipse? Nein ;) Genau genommen geht es um eine Nikon-Kamera mit Nikon-Objektiv plus einer Canon-"Linse". Gemeint ist konkret der Achromat (Nahlinse) Canon 500D in der 77mm-Ausführung.
Diese Makro-Vorsatzlinsen sind wohl anerkannt mit die besten die man sich antun kann. Im Gegensatz zu den billigen Nahlinsen, bestehen diese Teile aus einem Linsensystem und liefern damit eine sehr gute Abbildungsleistung in der Mitte und am Rand. Der Preis ist daher auch entsprechend hoch. Ich habe für eine gebrauchte 77mm 500D 100 Euro auf den Tresen gelegt, gebraucht. Eine 52mm-Version, die sich schon seit Jahren in meinem Besitzt befindet, hat mich damals ca. 75 € (neu) gekostet.
Aufgrund der guten Erfahrungen mit dieser Vorsatzlinse, habe ich kurzentschlossen im Gebrauchtmarkt zugegriffen. Da ich an meiner D700 viele Objektive mit 77mm Filtergewinde verwende, schien mir dies eine gute Idee zu sein. Objektive wie das 70-200 VR II, 24-70 oder auch das 300/4.0 waren Kandidaten für eine Adaption. Mit entsprechenden Step-Up- oder Step-Down-Ringen lassen sich noch weitere Objektive mit dieser Vorsatzlinse verwenden.
Mein erstes Opfer ist das hervorragende AF-S 70-200 VR II, von dem ich hier auch Bilder zeige. Das Objektiv ist sicherlich eines, wenn nicht das beste Telezoom im mittlere Bereich von und für Nikon. Leider ist die Nahgrenze auch eher klassisch...ca. 1,40 Meter. Damit bekommt man keine Makros hin. Mit dem Achromat 500D kann man von ca. 50 cm ausgehen...ganz grob geschätzt. Das reicht zwar immer noch nicht für echte Makros, aber immerhin hat man ein Arme-Leute-Makro am Start, mit dem man schon was anfangen kann. Zumindest aus meiner Sicht.
Diese und die folgenden Aufnahmen sind ca. 1/4 der Originale! Man ist also noch weit von einem 1:1-Makro entfernt. Aber immerhin kriegt man mit minimalem Gewichts- und Platzaufwand ein Werkzeug in die Hand, mit dem man die typischen Blümchenmakros machen kann, wenn man gerade kein echtes Makro in der Hand hat. Die Leistung hängt natürlich von der Nahgrenze und Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Tests mit dem AF-S 300/4.0 werde ich noch machen (ähnlich "schlechte" Naheinstellgrenze).
Die Aufnahmen sind alle aus der Hand gemacht, ohne künstliches Licht oder andere Hilfsmittel. Der Bildstabilisator war jedoch immer an. Mit einer D700 und dem hier verwendeten AF-S 70-200 VR II war die Verwendung des Autofokus überhaupt kein Problem. Alles mit AF-C, kein Stativ, teilweise Wind, so dass die Motiventfernung sich nicht nur durch mein Gewackel ständig geändert hat.
FSK 18!!! Na gut, ist halt Frühling ;)
Die Autofokus-Treffsicherheit des Objektivs leidet durch die Nahlinse nicht, auch wenn makro-typisch nur wenige Millimeter scharf abgebildet werden. Die Fokussiergeschwindigkeit und -Genauigkeit des D700+70-200 ist nicht beeinträchtigt aus meiner Sicht.
Der geringe Schärfebereich ist allerdings wie immer ein Problem. Bei Blende 11, 170mm und entsprechend notwendigem kurzen Abstand, ist nur ein kleiner Bereich wirklich scharf.
Wird das Motiv parallel zur Sensorebene aufgenommen, erhält man genug scharf abgebildete Motivdetails. Aber auch hier sieht man schon...makrotypisch...wenige Millimeter vor oder hinter dem Fokuspunkt erhält man keine ausreichende Schärfe mehr. Ein Problem der Makrofotografie an sich.
Fazit:
Sicherlich ist solch ein Achromat kein wirklicher Ersatz für ein echtes Makroobjektiv. Aber aufgrund des geringen Platzbedarfs und des Gewichts, ist er eine doch recht brauchbare Ergänzung wenn es einmal etwas näher sein darf, soll, muss. Mit dem 105 VR Micro hätte ich sicherlich bessere Ergebnisse erzielen können (zur Erinnerung: das hier sind ca. 1/4-Crops!), aber das würde eben auch ein weiteres fettes Objektiv in der Fototasche bedeuten.
Das größte Problem bei einer Nahlinse: man hat einen sehr eingeschränkten Arbeitsbereich. Während man z.B. mit dem AF-S 105 Micro in jeder Motiventfernung Aufnahmen machen kann, ist man bei dieser Lösung auf einen kleinen Bereich beschränkt (ca. 30 cm). Man kann weder auf unendlich fokussieren, noch nahezu beliebig nah an das Motiv herangehen, wie es mit einem echten Makroobjektiv der Fall ist.
Wenn man also den Preis eines 105er Nikkor bedenkt und man ernsthaft Makros machen möchte, ist diese Lösung eher ungeeignet. Für ein Erweiterung der Möglichkeiten, sprich Verringerung der Nahgrenzen von guten Teleobjektiven, kann man allerdings darüber nachdenken. Gewicht und Platz für diese Vorsatzlinse sind vergleichsweise gering...der Preis allerdings nicht wirklich. Billige Einlinser sind jedoch nicht empfehlenswert, wie ich selber vor vielen Jahren schon feststellen konnte.
Letztendlich empfehle ich ein echtes Makroobjektiv. Wer aber selten Makros macht oder einfach kein dafür taugliches Objektiv mitschleppen will, kann mit der Canon 500D Nahlinse auskommen, ein entsprechendes Objektiv vorausgesetzt.
Danke.
Diese Makro-Vorsatzlinsen sind wohl anerkannt mit die besten die man sich antun kann. Im Gegensatz zu den billigen Nahlinsen, bestehen diese Teile aus einem Linsensystem und liefern damit eine sehr gute Abbildungsleistung in der Mitte und am Rand. Der Preis ist daher auch entsprechend hoch. Ich habe für eine gebrauchte 77mm 500D 100 Euro auf den Tresen gelegt, gebraucht. Eine 52mm-Version, die sich schon seit Jahren in meinem Besitzt befindet, hat mich damals ca. 75 € (neu) gekostet.
Aufgrund der guten Erfahrungen mit dieser Vorsatzlinse, habe ich kurzentschlossen im Gebrauchtmarkt zugegriffen. Da ich an meiner D700 viele Objektive mit 77mm Filtergewinde verwende, schien mir dies eine gute Idee zu sein. Objektive wie das 70-200 VR II, 24-70 oder auch das 300/4.0 waren Kandidaten für eine Adaption. Mit entsprechenden Step-Up- oder Step-Down-Ringen lassen sich noch weitere Objektive mit dieser Vorsatzlinse verwenden.
Mein erstes Opfer ist das hervorragende AF-S 70-200 VR II, von dem ich hier auch Bilder zeige. Das Objektiv ist sicherlich eines, wenn nicht das beste Telezoom im mittlere Bereich von und für Nikon. Leider ist die Nahgrenze auch eher klassisch...ca. 1,40 Meter. Damit bekommt man keine Makros hin. Mit dem Achromat 500D kann man von ca. 50 cm ausgehen...ganz grob geschätzt. Das reicht zwar immer noch nicht für echte Makros, aber immerhin hat man ein Arme-Leute-Makro am Start, mit dem man schon was anfangen kann. Zumindest aus meiner Sicht.
Diese und die folgenden Aufnahmen sind ca. 1/4 der Originale! Man ist also noch weit von einem 1:1-Makro entfernt. Aber immerhin kriegt man mit minimalem Gewichts- und Platzaufwand ein Werkzeug in die Hand, mit dem man die typischen Blümchenmakros machen kann, wenn man gerade kein echtes Makro in der Hand hat. Die Leistung hängt natürlich von der Nahgrenze und Brennweite des verwendeten Objektivs ab. Tests mit dem AF-S 300/4.0 werde ich noch machen (ähnlich "schlechte" Naheinstellgrenze).
Die Aufnahmen sind alle aus der Hand gemacht, ohne künstliches Licht oder andere Hilfsmittel. Der Bildstabilisator war jedoch immer an. Mit einer D700 und dem hier verwendeten AF-S 70-200 VR II war die Verwendung des Autofokus überhaupt kein Problem. Alles mit AF-C, kein Stativ, teilweise Wind, so dass die Motiventfernung sich nicht nur durch mein Gewackel ständig geändert hat.
FSK 18!!! Na gut, ist halt Frühling ;)
Die Autofokus-Treffsicherheit des Objektivs leidet durch die Nahlinse nicht, auch wenn makro-typisch nur wenige Millimeter scharf abgebildet werden. Die Fokussiergeschwindigkeit und -Genauigkeit des D700+70-200 ist nicht beeinträchtigt aus meiner Sicht.
Der geringe Schärfebereich ist allerdings wie immer ein Problem. Bei Blende 11, 170mm und entsprechend notwendigem kurzen Abstand, ist nur ein kleiner Bereich wirklich scharf.
Wird das Motiv parallel zur Sensorebene aufgenommen, erhält man genug scharf abgebildete Motivdetails. Aber auch hier sieht man schon...makrotypisch...wenige Millimeter vor oder hinter dem Fokuspunkt erhält man keine ausreichende Schärfe mehr. Ein Problem der Makrofotografie an sich.
Fazit:
Sicherlich ist solch ein Achromat kein wirklicher Ersatz für ein echtes Makroobjektiv. Aber aufgrund des geringen Platzbedarfs und des Gewichts, ist er eine doch recht brauchbare Ergänzung wenn es einmal etwas näher sein darf, soll, muss. Mit dem 105 VR Micro hätte ich sicherlich bessere Ergebnisse erzielen können (zur Erinnerung: das hier sind ca. 1/4-Crops!), aber das würde eben auch ein weiteres fettes Objektiv in der Fototasche bedeuten.
Das größte Problem bei einer Nahlinse: man hat einen sehr eingeschränkten Arbeitsbereich. Während man z.B. mit dem AF-S 105 Micro in jeder Motiventfernung Aufnahmen machen kann, ist man bei dieser Lösung auf einen kleinen Bereich beschränkt (ca. 30 cm). Man kann weder auf unendlich fokussieren, noch nahezu beliebig nah an das Motiv herangehen, wie es mit einem echten Makroobjektiv der Fall ist.
Wenn man also den Preis eines 105er Nikkor bedenkt und man ernsthaft Makros machen möchte, ist diese Lösung eher ungeeignet. Für ein Erweiterung der Möglichkeiten, sprich Verringerung der Nahgrenzen von guten Teleobjektiven, kann man allerdings darüber nachdenken. Gewicht und Platz für diese Vorsatzlinse sind vergleichsweise gering...der Preis allerdings nicht wirklich. Billige Einlinser sind jedoch nicht empfehlenswert, wie ich selber vor vielen Jahren schon feststellen konnte.
Letztendlich empfehle ich ein echtes Makroobjektiv. Wer aber selten Makros macht oder einfach kein dafür taugliches Objektiv mitschleppen will, kann mit der Canon 500D Nahlinse auskommen, ein entsprechendes Objektiv vorausgesetzt.
Danke.
Mittwoch, 25. April 2012
Ein kurzer Gang durch Mainz
Anlässlich der JAX, der Java Technologie Konferenz, war ich 2 Tage in Mainz. Die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt um vor, zwischen und nach den Veranstaltungen ein paar kleine Touren durch die Innenstadt zu machen. Das Wetter war so lala und viel Zeit war auch nicht, also habe ich mich auf den Stadtkern rund um den Rhein beschränkt. Halt alles im Radius von ca. 2-3 km rund um die Rheingoldhalle, wo die Konferenz statt fand.
Wie man sieht war es meistens bedeckt. Ob das was mit einer Eigenart zu tun hat, die mir aufgefallen ist? Ich meine die Farbe Rot! Ich fand die dominierend Farbe in Mainz war Rot. Fast an jedem Gebäude fanden sich rote Steine.
Nicht immer so eindeutig wie hier...
aber egal wo hin ich meine Knipse auch gehalten habe, Rottöne waren überall im Sucher.
Ihr könnt ja selber entscheiden, ob ich nur "Rot gesehen" habe oder ob es wirklich viel Rot dort gab...außer bei den Schwarzweißaufnahmen natürlich ;)
http://www.gstoever.de/fotos/mainz/
In diesem Sinne, viel Spaß in der "Roten Stadt".
Wie man sieht war es meistens bedeckt. Ob das was mit einer Eigenart zu tun hat, die mir aufgefallen ist? Ich meine die Farbe Rot! Ich fand die dominierend Farbe in Mainz war Rot. Fast an jedem Gebäude fanden sich rote Steine.
Nicht immer so eindeutig wie hier...
aber egal wo hin ich meine Knipse auch gehalten habe, Rottöne waren überall im Sucher.
Ihr könnt ja selber entscheiden, ob ich nur "Rot gesehen" habe oder ob es wirklich viel Rot dort gab...außer bei den Schwarzweißaufnahmen natürlich ;)
http://www.gstoever.de/fotos/mainz/
In diesem Sinne, viel Spaß in der "Roten Stadt".
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