Donnerstag, 28. Juni 2012

Battle of systems

Morgen geht es in den 2-Wochen-Urlaub und diesmal sind zwei sehr unterschiedliche System mit am Start. Zum einen die fette 5...10 Kilo Nikon-Ausrüstung und zum anderen das Damenhandtäschchen von
nicht mal einem Kilo mit Oly E-PL3, Pana 20/1.7, Pana 45-200 und Oly 45/1.8. Ich bin wirklich gespannt, was mehr Spaß macht und was letztendlich die besseren...schöneren Bilder liefert, und dabei meine ich nicht die technisch besseren, denn das dürfte schon klar sein. 
Viel Interessantes wird es wohl nicht abzulichten geben...Nordsee-Insel halt :/ Hatte ich schon oft und ehrlich gesagt fällt mir da meistens nach einem Tag schon nichts mehr ein und ich muss anfangen zu experimentieren. Diesmal ist alles dabei, was mir dabei eine Chance auf Erfolg verspricht. Stativ, Brennweiten von 14 bis 560mm und was man sonst noch so in 2 Fototaschen quetschen kann. Bin mal gespannt. Eventuell gibt es noch einen kleinen Ausflug in die urbane Szenerie. Genauer gesagt ein paar Tage Hamburg. Steht aber noch nicht fest, weil wir uns nicht frühzeitig um eine FeWo bemüht haben. 
Ach so, geht nach Pellworm...falls das jemanden was sagt. Sicherlich kein Platz mit Garantie auf Topp-Motive. Aber gut, auch ein Hobbyknipser muss mal leiden und an seine "Grenzen" gehen ;) Vielleicht kommt ja mehr dabei heraus als Buhnen, Möwen und Sonnenuntergänge, wer weiß. Genug technisches Material um alles mögliche adäquat ablichten zu können ist zumindest dabei. Es liegt also nur an mir.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Die (neue) spiegellose Welt - Teil 3

In diesen dritten und letzten Teil möchte ich zu einem Fazit kommen. Einem Fazit zur Kamera an sich und meiner Einstellung zum mFT-System, wie ich es bis jetzt erlebt habe.

Kapitel 12: Warum mFT?

Oder genauer, warum überhaupt eine Miniknipse mit Wechselobjektiven? 
Man könnte sagen: "Back to the roots", da ich mit einer kleinen (aus damaliger Sicht) Kompaktkamera angefangen habe. Das wäre aber falsch. Die technischen Vorteile einer ausgewachsenen Kleinbildkamera habe ich über mehrere Stufen von mini bis riesig kennengelernt. Nach dem heutigen Stand der Technik ist eine digitale Kleinbildspiegelreflexkamera nun mal das Instrument um auch bei schwierigen Situationen hochwerte Bilder machen zu können oder die maximale Kreativität ausschöpfen zu können, zumindest wenn es für einen Hobbyknipser gerade noch bezahlbar sein soll. 
Auch Autofokus und Bedienung verlangen aktuell einfach nach diesen "Ziegelsteinen" mit kiloschweren Objektiven. Ich denke da wird sich erstmal auch nichts dran ändern. Ich werde also weiterhin für viele Dinge nur solche Kameras verwenden. Auch auf Reisen bin ich mir nicht zu schade das Geraffel mitzuschleppen, weil ich damit alles so fotografieren kann, wie ich es möchte.
Die mFTs sind nun aber genau das Richtige, wenn man einfach mal nur so durch die Gegend ziehen möchte. Wenn man weder großartige Events fotografieren will, noch bei ungünstigen Bedingungen unbedingt was in den Kasten kriegen will. Also eine ganz entspannte Art Fotos zu machen. Wenig zu schleppen, unauffällig und wenn es mal nicht geht...dann geht es halt nicht. Auf der anderen Seite kann man bei einfachen Bedingungen weit mehr erreichen, wenn man alles Notwendige in eine Minitasche quetschen kann und trotzdem hochwertige Objektive dabei hat, bzw. einen Brennweitenbereich, der bei Kleinbild schon eher nach einem Rucksack schreit.
Die mittlere Schiene, also APS-C, habe ich übrigens auch vor Kurzem ausprobiert und zwar in Form einer D7000. Das hat mich leider nicht überzeugt. Da ich bis auf eine Ausnahme die gleichen Objektive verwendet habe und die D7000 zwar kompakter, aber nun nicht wirklich extrem viel kleiner und leichter war als eine D700, war der Nutzen für mich eher zweifelhaft. Außerdem empfand ich da die Einbußen in Sachen ISO und Autofokus als zu groß gegenüber den Vorteilen. Hier werden sicherlich einige empört aufschreien, aber es geht hier   ja um meine persönlich Ansicht, nicht um eine allgemein gültige Wahrheit.

Die E-PL3, bzw. das System, empfinde ich trotz der doch geringeren Leistungsdaten, als sehr praktisch und spannend. Neben den anderen Möglichkeiten und Features scheint es mir auch eine andere Art des Fotografierens zu forcieren. Bis jetzt macht es mir einfach Spaß mit diesem Minisystem Bilder zu machen. Bei APS-C habe ich immer nur Vergleiche zum Kleinbild gezogen und war nicht zufrieden. Mal sehen wie sich das entwickelt ;)


Kapitel 13: Fazit


Die beiden winzigen Festbrennweiten, das Panasonic 20/1.7 und das Olympus 45/1.8 liefern extrem gute Abbildungsleistungen im Endergebnis. Ich sage Endergebnis, da wohl die typischen Abbildungsfehler dieser Objektive durchaus stark ausgeprägt sind! Verzeichnung beim Pana und CAs beim Olympus sind sicherlich nicht gerade als außergewöhnlich gut einzuordnen. Letztendlich zählt für mich aber das erzielbare Ergebnis und da kann ich bis jetzt nicht klagen. Einiges scheint sogar der RAW-Konverter (zumindest der Oly und LR) zu verbergen. Einige anderen Dinge muss man beherzt selber korrigieren, z.B. die "geliebten" lila Ränder um Kontrastkanten, die auch die geheime Automatikkorrektur nicht immer ganz verbergen kann. 


Aber letztendlich sind das für mich alles keine unbekannten Störgrößen, da ich diese auch von den meisten Kleinbildobjektiven zur Genüge kenne, z.B. den oft sehr ausgeprägten Qualitätsabfall an den Bildrändern, wie Vignettierung und Farbverzeichnung.
Bis jetzt konnte ich noch fast jedes Foto im Rawkonverter so aufbereiten, dass es mir gefiel. 

Was die Bedienung angeht, muss man sicherlich mit Einschränkungen bei der E-PL3 leben. Man kann nur einen Parameter, z.B. Blende oder Belichtungskorrektur über ein fummeliges Rädchen, das gleichzeitig als Steuerkreuz dient, einstellen. Das schränkt ein wenig die Reaktionsgeschwindigkeit ein und verlangt nach ein Vorausschau. Ich kann nicht behaupten, dass man dadurch nicht das eine oder andere Motiv verpasst. Auf der anderen Seite kriegt man dafür oft Motive, die man ansonsten nicht bekommen würden, schlicht aufgrund der Unauffälligkeit der Kamera.


Anstatt für den offiziellem Fotografen einer Hochzeitsgesellschaft gehalten zu werden, kann man einfach locker wie der Herr vorne die Kamera am ausgestreckten Arm in die Szene halten. Das macht irgendwie Laune. 

Der Autofokus ist zumindest für solche Motive bei weitem ausreichend. Was dagegen gewaltig nervt, ist die Zeit bis die Kamera bereit ist! Auch wenn sie sich nur im Standby-Modus befindet, vergehen gefühlt quälenden Sekunden, bevor man das erste Bild machen kann. Bei meiner Spiegelreflex vergehen selbst bei ausgeschaltetem Zustand nur Bruchteile einer Sekunde und ich habe noch nie etwas verpasst, weil ich zunächst die Kamera einschalten oder aufwecken musste. Einzige Chance: die Kamera permanent aktiv lassen, was natürlich den Akku frisst (bei der D700 wird quasi kein Strom verbraucht, auch nicht im Standby, da kein stromfressende Display aktiv ist). 

Wo wir schon beim Stromverbrauch sind, die Akkuleistung, bzw. die Laufzeit der E-PL3 ist gut. Ich habe zwar keinen direkten Vergleich mit anderen Systemkameras diese Machart, aber ich kann mich noch sehr gut in die desaströse Akkulaufzeit meiner ersten Kompaktkameras erinnern! Das ist zwar schon einige Jährchen her, aber ich fürchte bei aktuellen Knipsen dürfte das teilweise immer noch so aussehen. Nichts für jemanden der locker 500 Bilder am Tag macht, bzw. stundenlang auf Motivsuche ist und ständig bereit für einen Schnappschuss sein will. Einen Ersatzakku habe ich trotzdem immer dabei.


Was die Verarbeitung der Kamera angeht, bin ich übrigens begeistert! Für das Geld bekommt man wirklich gute Qualität. Ob das Gerät langfristig auch entsprechend haltbar ist, steht auf einem anderen Blatt...Wetterbeständigkeit ist nicht gegeben und mechanisch beanspruchte Teile wie das Klappdisplay müssen auch erst im Alltag beweisen, dass sie so stabil sind, wie sie aussehen. Sie fühlt sich aber hochwertig an. Wie es im Inneren aussieht, weiß ich nicht. Da der Verschluss mechanisch ist, muss man auch hier Älterungserscheinungen oder sogar einen Ausfall befürchten. Denke, bzw. hoffe aber, sie hält länger als alle meine Kompaktkameras, die meistens nur wenige Bilder geschafft haben...zumindest aus heutiger Sicht.


Wie man sieht, bleibt man nicht immer unbeachtet ;) Liegt vielleicht an meiner Art wie ich auf solche und ähnliche Motive zugehe, bzw. mit solch einer Kamera unbemerkt zu bleiben. Vielleicht hatte ich da gerade unbewusst meine Macho-Kleinbild-Pose eingenommen :)))

Bei diesem Foto, trotz bedecktem Himmels, hatte ich teilweise ein wenig mit dem leicht gegenüber meiner Stammkamera eingeschränkten Dynamikumfang zu kämpfen. Gerade bei höheren ISO, also alles über 200 in Fall der E-PL3 ;) , bekomme ich noch Probleme, da dort dann auch die Qualität der Farbwiedergabe deutlich einbricht. Letztendlich versuche ich bei ISO 200 zu bleiben und verwende die nur leidlich praktische ISO-Automatik nicht. 
Die ISO-Automatik ist deshalb nicht sehr praktisch, weil man die maximal gewünschte Belichtungszeit nur über einen Trick (Blitzzeit) festlegen kann und dann leider auch nur bis maximal 1/160. Zu viel! Bei der D700 stelle ich z.B. bei Sport 1/1000 oder weniger als untere Grenze ein und erlaube maximal ISO 2000 und bin so immer im sicheren Bereich. Erst bei unterschreiten dieser Grenze wird in "A" die Zeit entsprechend verringert. Die E-PL3 ist eben weder für Lowlight noch Action wirklich 100% geeignet. 


Die Möglichkeit mit der Blende "kreativ" zu sein, ist zumindest mit lichtstarken Festbrennweiten, wie hier dem 45/1.8, weit wenige Eingeschränkt, als man angesichts des kleineren Sensors gegenüber Kleinbildformat denken mag. Natürlich hat man hier andere Auswirkungen der Parameter, aber das man deshalb nur Bilder mit "vorne bis hinten scharf" machen könnte, ist schlicht Unsinn. Wenn die Szene es nicht erlaubt, ist man natürlich auf Kleinbild...oder Mittelformat oder... angewiesen ;)


Auch in relativ hektischen Situationen, wo ich dutzende Bilder in kurzem Abstand meine machen zu müssen, komme ich relativ gut mit der Kleinen klar. Ich verliere vielleicht die ersten paar Sekunden, bevor es losgehen kann, aber dann kann ich durchaus eine längere Szene mit vielen Bildern dokumentieren.


Die Dauerfeuergeschwindigkeit...oder technisch korrekt, die Serienbildgeschwindigkeit der E-PL3 ist okay. Mit ca. 4-5 Bildern pro Sekunde (die Angaben des Herstellers mag jeder selber nachlesen, das hier ist mein gefühlter Wert) bricht bei RAW leider sehr schnell ein, so das keine längeren Serien in hoher Geschwindigkeit möglich sind. 


Die Schärfe der Bilder wird nicht nur alleine durch die Objektive bestimmt. Eine wichtige Rolle spielt auch der Antialiasing-Filter in der Kamera. Dieser scheint mir eher dünn ausgefallen zu sein. Auf der einen Seite sehr gut, weil man wirklich extrem scharfe Abbildungen erzielen kann (kommen mir teilweise schärfer vor, als mit meiner D700...sind es wohl auch, da ich weit weniger Schärfung im RAW-Konverter anwende), auf der anderen Seite bezahlt man das aber mit relativ oft sichtbaren, leichten Moiré-Effekten, also bunten Störmustern in feinen Strukturen, die man nicht mal eben am Rechner beseitigen kann. Denke wer eine D800 oder sogar eine D800E hat, weiß wovon ich spreche und kann darüber nur milde lächeln ;)


Ich will nicht mit einer Pro-/Kontra-Liste abschließen, sondern ein einfaches Fazit nach nur ca. 1000 Bildern abgeben. Ich mag das Teil! Hätte nicht gedacht, dass ich es mögen könnte. War eigentlich nur ein Testkauf. Meine ersten Blicke auf die technische Daten und Test-RAWs haben mich lange von mFT abgehalten. Übrigens auch die OM-D E-M5 hat mich in den Testberichten und anhand von selbst entwickelten RAWs nicht überzeugt! Ich habe sogar die Bedienungsanleitungen der Kameras gelesen und fand viele Haare in der Suppe. Letztendlich bin ich aber eines Besseren belehrt worden. Wenn man weiß wozu und wie man diese Kamera verwenden kann, dann ist sie wirklich sehr gut. Und das sagt jemand, der ansonsten mit allem relativ unzufrieden ist ;)

Fazit:

für mich ist die E-PL3 oder besser gesagt das mFT-System eine wirkliche Überraschung. Besser als gedacht und aktuell mein Lieblingsspielzeug. Macht mich als Hobbyknipser froh und nur darauf kommt es für mich zum Glück an.

Die (neue) spiegellose Welt - Teil 2

Im zweiten Teil möchte ich viele Bilder zeigen und anhand dieser meiner Erfahrungen mit der Olympus E-PL3 und der spiegellosen Systemkamerawelt konkreter beschreiben.


Kapitel 6: Alltagstestknipserei


Wie gesagt, gibt es für mich nichts spannenderes, als mit einer neuen Knipse oder einem neuen Objektiv los zu ziehen. Abgesehen von spannenden Fotomotiven natürlich. Also die beiden Kit-Scherben nebst Knipse in die "Damenhandtasche" gepackt und los.




Da ich nun die vorher ungenutze, weil unpraktische Möglichkeit hatte, vor der Aufnahme das Bild sehen zu können, also Belichtung, Farben, Histogramm, usw., habe ich erstmal dem Bild auf dem Monitor vertraut. Letztendlich muss ich inzwischen aber schon sagen, man braucht sein Bauchgefühl, bzw. die Erfahrung weiterhin! Das Bild auf dem Display ist ja nach Umgebungslicht nur bedingt hilfreich bei der Beurteilung der verschiedenen Parameter. Die Farben z.B. sind nur bei absolut optimalen Umgebungslichtsituationen halbwegs korrekt. Auch der Helligkeitseindruck kann täuschen. Highlight-Anzeige und Histogramm wird wie immer vom JPEG abgeleitet und dieses lässt sich nicht so einstellen, dass man wirklich 100% sehen kann, was man nachher im RAW zur Verfügung hat. Was als gnadenlos ausgebrannt angezeigt wird, ist im RAW durchaus noch okay bis gut. Wer aber nur JPEG knipst, kann natürlich eine Menge aus den Anzeigen ableiten. Mit ein wenig Übung kriegt man aber auch ein Gefühl dafür, ob das Bild nun gut geworden ist oder nicht. Meine JPEG-Einstellung für die Anzeige: Natural: Sättigung 0, Kontrast -1, Schärfe -2, Gradation "normal".
Was mich bis jetzt relativ begeistert ist der automatische Weißabgleich. Nicht das er eine großartige Rolle bei Verwendung von RAW spielt, lediglich die Beurteilung und Voreinstellung im RAW-Konvertert wird erleichert, wenn er halbwegs korrekt ist. Im Gegensatz zur Nikon scheint er weit öfter stimmig zu sein und ist insgesamt besser. Ich muss im Rawkonverter weit weniger an den WB-Reglern arbeiten. Teilweise finde ich sogar bei eher schwierigen Motiven gar keine bessere Einstellung, als das was die Kamera errechnet hat. Respekt!


Da ich zu diesem Zeitpunkt die beiden Kit-Linsen zur Verfügung hatte, habe ich natürlich auch gleich die extremen Brennweiten ausprobiert. Hier das 40-150 bei 150 mm, entspricht 300mm Kleinbild.






Gar nicht mal schlecht. Verglichen mit einem günstigeren und ebenfalls lichtschwachen Nikon-Telezoom, z.B. dem 70-300 für Kleinbild, ist mir erstmal kein Unterschied in der Abbildungsleistung negativ aufgefallen.


Ein wichtiges Feature, da an meiner Kleinbildknipse nicht vorhanden, ist natürlich das ausklappbare Display. Mal eben über Kopf oder nah über dem Boden ist kein Problem, auch nicht nach einem Regenschauer ;) Ich habe aber gerade beschlossen, davon später zu berichten und zeige daher als Entschuldigung einfach mal große Kuhaugen :)




145mm und Offenblende (f5.6).


Die Aufnahmen sind alle bei bedecktem Himmel gemacht worden und bei langen Belichtungszeiten, was mich nun zu einem unerfreulichen Aspekt bringt, die Leistung das Bildstabilisators im Gehäuse. Bei Olympus wird, wie z.B. bei Pentax auch, die Stabilisierung über den Bildsensor im Kameragehäuse realisiert. Um es kurz und schmerzlos zu machen, der Stabi in der E-PL3 taugt nicht die Bohne...leider! Nicht nur, dass er keine sichtbare Verbesserung für MICH bringt, er verwackelt aktiv Bilder bei Zeiten, die man sonst locker aus der Hand halten kann, also z.B. 85mm bei einer 1/500! Nach angepasster Daumenregel für das Sensorformat müsste 1/160 ausreichen. Ich habe das inzwischen mit verschiedenen Objektiven und Brennweiten und Zeiten und auch verschiedenen Einstellungen ausprobiert und das Ergebnis ist leider eindeutig. Er verschlimmbessert die Bilder mehr, als das er hilft, zumindest bei bei mir, auch mit Aufstecksuchern (dazu später mehr).
Meine Konsequenz: ich verwende ihn nicht mehr. Es gibt wenige Ausnahmen, wo er noch was heraus holen kann, aber das sind dann auch nur weniger verwackelte Bilder, keine nicht verwackelten. Vergisst man ihn auszuschalten, hat man sich unter Umständen die fotografische Ausbeute eines ganzen Tages versaut! Ich hoffe mal der Stabi im neuen Spitzenmodell, der OM-D E-M5 ist besser, wonach es zumindest stark aussieht.


Insgesamt war ich nach der ersten Testknipserei aber sehr angetan vom Neuerwerb. Sicherlich entsprachen die beiden Linsenbeigaben nicht dem, was ich sonst an Qualität gewöhnt bin, aber schlechter als andere Kits waren sie auch nicht und bei entsprechenden Rahmenbedingungen konnte man schon sehr viel Potential erahnen. Gerade das 40-150 hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen, auch wenn es schwer war damit nicht verwackelte Aufnahmen bei f5.6 am langen Ende und bedecktem Himmel zu machen.




Kapitel 7: Blut geleckt!


Dieser reißerische Titel ist eigentlich falsch. Ich hatte von Anfang an vor, das Panasonic 20/1.7 zu kaufen. Da ich die Kamera als Immer-Dabei-Mini-Hosentaschen-Sonntags-Nachmittags-Spazierengehen-Knipse geplant hatte, aber nur das Kit bekommen konnte, war diese Pfannkuchenlinse als erster Kauf fest eingeplant. Hätte mich die Kamera und das Konzept ansich gar nicht überzeugt, wäre natürlich vorher alles nach Fernabsatzgesetz zurück gereist ;) Aber dem war nicht so, also musste die erste amtliche Festbrennweite her. Da ich 20mm mit f1.7, also 40mm KB als allgemein gut verwendbar einschätze, war die Wahl schnell getroffen und die Bestellung schnell aufgegeben. Das Objektiv ist gut bis sehr gut und an der E-PL3 wird daraus eine Kompaktkamera mit 10mal besserer Leistung. Gut, um ehrlich zu sein, eine aktuelle Kompaktkamera ist noch kleiner, aber hauptsächlich auch nur, weil das fest installierte Objektiv komplett eingefahren werden kann. Das ist hier nicht möglich, so dass man mit der Dicke von ca. 5 cm leben muss. 


Das Objektiv ist von Panasonic, also dem Mit- oder sollte ich besser sagen Gegenspieler von Olympus im mFT-Zirkus. Ein Review über diese Linse überlasse ich anderen. Kurz: es ist wirklich sehr gut, hat aber kleinere Ecken und Kanten. Die Ergebnisse sind von der Leistung her natürlich typisch für eine gute Festbrennweite um einiges besser als bei den beiden Kit-Zooms. 




Kapitel 8: Unterwegs mit der ersten Festbrennweite


Auch hier will ich nichts beschönigen und einfach mal eine der ersten Testaufnahmen zeigen :)




Die Kombo aus E-PL3 und Pana 20/1.7 ist nur ein Bruchteil an Volumen und Gewicht einer nackten D700 plus 50mm/1.8, was für mich ungefähr vergleichbar ist. Bei einer Radtour spürt man gar nicht, dass man überhaupt eine Kamera dabei hat. Ich habe öfter mal nachgefühlt ;)


Oft kann man lesen, dass mit mFT oder anderen kleineren Formaten keine Freistellung möglich ist. Also der gezielte Einsatz der Schärfeebene, um Objekte im Bild hervorzuheben. Das stimmt und ist gleichzeitig Unsinn! Dieser Unschärfeeffekt hängt von Brennweite, Motiv- und Hintergrundabstand, Blende und auch Sensorgröße ab. Letztendlich kann man aber alle, bis auf den letzten Parameter mehr oder weniger frei bestimmen. Hier wieder das 20mm Panansic bei Blende 5.6:




Man braucht bei einem entsprechend kurzem Abstand zum Motiv und großen zum Hintergrund weder Blende 1.2 noch eine Tele, noch eine Mittelformatkamera, um den Hintergrund ausreichend unscharf zu gestalten, so dass das Motiv klar hervortritt.  Die Fliege war übrigens nicht das Motiv...war nur ein Testbild, um genau diesen Sachverhalt darzustellen.


Am Ende das Tages war ich doch sehr zufrieden mit dem Objektiv und dem System insgesamt. Ich hatte ehrlich gesagt mit weit weniger gerechnet. Ist aber ja immer gut, wenn man mit geringen Erwartungen an eine Sache heran geht und sich dann angenehm überraschen lassen kann. 
Hier noch zwei weitere Beispielaufnahme mit dem Pana 20:


f1.7


f1.7


Das zweite Bild ist kein Ausschnitt vom vorherigen, auch wenn es so aussehen könnte. Ich bin einfach nur näher heran, ca. bis zum minimalen Abstand der mit diesem Objektiv möglich ist. 




Kapitel 9: Dynamik, Farben, Rauschen und Co.


Bei diesem Kapitel habe ich so meine Probleme Bilder zu zeigen. Daher in aller Kürze meine bisherige Einschätzung. Die Dynamik ist geringer als bei meiner Kleinbildknipse. Wie viel kann ich schwer sagen. Ich würde aus dem Bauch sagen 2 Blendenstufen. In den Raws kann man die zu hellen Partien nicht so extrem wiederherstellen, wie ich es gewöhnt bin. Durch die Live-Highlight-Anzeige kann man aber zu sehr ausgebrannte Stellen im Vorfeld verhindern. 


Die Schatten rauschen eigentlich immer. Auch ist das Rauschverhalten meilenweit von meiner D700 entfernt. Wirklich rauschfrei ist quasi keine Aufnahme, auch nicht bei der Basis-ISO-Einstellung von 200. Während die D700 bei 200 bis 800 kein, bzw. minimalstes Rauschen bei ungünstigen Bedingungen zeigt, rauscht die E-PL3 bei 200 sichtbar, bei 400 stark und bei 800 sehr stark. Für mich ist alles über ISO 800 unschön, auch bei Tageslicht. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht verwenden könnte. Auch eine Aufnahme bei schlechtem Licht und ISO 1600 kann man sicherlich als Dokumentationsfoto für's Web verwerten, so wie man auch ein Handy-Foto mit LED-Blitz verwenden kann. Insgesamt stimmt die Physik halt doch auffallend. Eine APS-C Nikon, wie die D7000 ist bei 800 noch gut, darüber sieht man deutliche Einbußen. Eine mFT dieser Bauart und Generation ist halt bei spätestens 400 auf dem Niveau angekommen und die Kleinbildkamera kann noch locker über 1600 gehen, bevor man die Nase rümpft. Der Nasenrümpffaktor ist aber eben eine persönliche Größe und hängt wie immer vom Verwendungszweck ab.


Die Farben gefallen mir dagegen sehr gut! Während ich bei den Nikon-RAWs öfter mal mit Neon-Grün oder Popart-Rot zu kämpfen habe, kommen die RAW der Olympus sehr sanft und für mich korrekter herüber. Eine Korrektur einzelner Farbkanäle/-Werte habe ich bis jetzt noch nicht vornehmen müssen. Ich spreche hier gesagt IMMER von den RAWs und nicht von JPEGs, bei beiden Kameras die ich hier insgeheim vergleiche. 






Als Fazit dieses Kapitels würde ich sagen: ist okay. Hat mich alles nicht vom Hocker gehauen, hatte es aber auch nicht anders erwartet. Ich hatte vor dem Kauf schon einige Raws heruntergeladen und meine Schlüsse gezogen. Für den angedachten Zweck ist die Leistung vollkommend ausreichend bis gut. Auf ein Konzert oder Sportevent werde ich aber weiterhin meine D700 mitnehmen, da hier doch zu viele Parameter eine Rolle spielen, bei denen die E-PL3 nicht mithalten kann.




Kapitel 10: Autofokus extrem


Wie bereits erwähnt, war und bin ich von der Leistung des AF durchaus positiv überrascht. Nach dem ich einen ersten Eindruck gewonnen hatte, wollte ich einmal sehen, wie weit man mit dem AF gehen kann. Da ich den AF-C für untauglich erachte, habe ich mich nur auf den AF-S konzentriert. Die Frage war, ist der AF schnell genug, um auch sich schnell bewegende Motive einfangen zu können? Also hauptsächlich für den Fall, dass man schnell auslösen muss, weil das Motiv sonst Geschichte ist. 
Ein Problem ist der elektronische Sucher. Egal ob Display an der Kamera oder Aufstecksucher, den ich hier verwendet habe. Die Latenz zwischen dem realen Motiv und dem was man im Sucher sieht, ist relativ groß. Das kann dazu führen, dass man beim verfolgen eines schnellen Objekts in der Vergangenheit schwelgt. Dazu kommt dann noch die Auslöseverzögerung, bedingt durch viele Faktoren. In Summe ist man oft ein paar Millisekunden zu spät und verpasst das Ziel, bzw. hat nicht das auf dem Bild, was man geglaubt hat aufzunehmen. Also durchaus eine Herausforderung. Mein Testobjekt, Möwen. Dazu bin ich an einen Nist- und Ruheplatz dieser Tiere gegangen und habe mein Glück versucht. Wie gesagt nur mit AF-S. Das Ergebnis finde ich gar nicht schlecht. Ich hatte das schon mal mit meiner Kleinbildkamera gemacht und auch damit ist das nicht gerade einfach. Verwendet habe ich das Olympus 40-150.




Bei sich nicht veränderndem Motivabstand hat man "nur" mit der Auslöseverzögerung, bzw. der Diskrepanz zwischen Sucherbild und Realität zu kämpfen. Große Probleme gab es hier aber nicht wirklich, trotz oft 300mm KB. Was mich an dieser Stelle eher herausgefordert hat, war die eingeschränkte Bedienung der Kamera. Die notwendige schnelle Umschaltung der Messmethode oder Belichtungskorrekt, ISO, Blende, geht einfach nicht flott genug, da nicht für jeden dieser Parameter ein Taste/Rad vorhanden ist. Was ich sonst "on the fly" mache, musste ich hier vorher planen oder halt absetzen und das Motiv ziehen lassen.




Ansonsten hatte ich mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie mit der Ziegelsteinknipse auch. Ist man einmal von Zielobjekt abgerutscht, rauscht der AF durch und man sieht nichts mehr. Was beim entsprechenden Sport-Objektiv mit AF-Begrenzung schon nervig ist und Zeit kostet, stellt sich mit dieser Kombination als tödlich heraus. Ist man einmal daneben, hat man verloren. Bis man wieder den Fokus hat, vergehen Sekunden. Auch die Möglichkeit den AF manuell nachzuregeln, löst das Problem kaum, da die "by wire"-Steuerung einen zu langen Weg hat und leicht verzögert reagiert (wahrscheinlich auch hier zum Teil durch die Latenz der Anzeige).




Ich war also erstmal auf vorbeifliegende Motive gepolt, wollte es dann aber auch noch mal wissen und habe die mich attackierenden Möwen während des Anflugs auf mich auf's Korn genommen...mit AF-S wohlgemerkt!




Es geht wie man sieht, wenn auch nur eingeschränkt. Der AF ist schnell genug, die Schärfentiefe groß genug. Die Möwen haben sich übrigens für meine Ruhestörung gebührend gerächt. Ein Tier hat beim Überflug seine "Bombe" abgeworfen und einen Volltreffer gelandet ;) Das Ergebnis: versaute Jacke und Trageriemen der Kameratasche. 


Der Autofokus ist besser als ich dachte und ich kann damit sehr gut leben. Man hat nicht die Möglichkeiten wie mit einer guten Spiegelreflex, aber es reicht sehr oft vollkommen aus. Wäre noch ein brauchbarer AF-C mit an Board, der eine kontinuierlichen, schnelle und sichere Nachführung erlaubt, würde es verdammt eng werden für so manche Spiegelreflex.




Kapitel 11: Freies Geknipse und schon wieder ein neues Objektiv


Nach dem ich mich mit der Kamera aus meiner Sicht ausreichend vertraut gemacht hatte, sollte es nun mal ernsthaft zur Sache gehen. Gut, ernsthaft ist übertrieben. Ich wollte halt einfach mal ein wenig Fotografieren, ohne zu Testen. Testen besteht bei mir aber ohnehin mehr aus normalem Fotografieren. Ich habe zwar einen Testchart dekorativ an die Wand gepinnt, aber der dient auch nur als Vorabend-Check (kann ja immer mal was kaputt gegangen sein), wenn ich die Tasche packe.


Die "Oly" hat ja mindestens zwei Dinge, die sie von meiner D700 abhebt. Minimale Größe und Gewicht und ein Klappdisplay. Also wollte ich genau diese beiden Dinge mal in die Waagschale werfen. Ich bin also in die City von Bremen "gereist" und habe mir vorgenommen ein paar "Candid-Shots" zu machen. Um es gleich vorweg zu nehmen, viel geworden ist daraus nicht ;) Eigentlich sind es nur Touristenfotos geworden. Allerdings ist mir der Unterschied schon aufgefallen. Während ich mit der D700 und 1,5-Kilo-Linsen als Tourist getarnt keinerlei Chance habe, unbemerkt Leute und Szenen zu fotografieren, ist das mit so einer "Kompaktknipse" um einiges leichter. Man wird viel weniger wahrgenommen. Mit der Oly am ausgestreckten Arm interessiert sich fast niemand für mein Geknipse...warum auch, dutzende echteTouristen knipsen vor, neben und hinter mir ja auch lustig drauf los. Der Einsatz des Klappdisplay macht es dann noch mal einfacher "unerkannt" zu bleiben.


Wie so oft beginne ich meine Stadttour auf dem Marktplatz. Dort findet man die meisten Touristen und ist unauffällig. Außerdem ist dort oft was los.


Hier meine wirklich erste Aufnahme mit meiner inzwischen 2 Festbrennweite, der Olympus 45/1.8. Nach allem was ich in der kurzen Zeit sehen konnte, übrigens eine Spitzenoptik!


Olympus 45mm, f1.8 (Offenblende, mäßiger Ausschnitt)


Kurze Zwischennotiz: hier von habe ich auch ein kurzer Video gedreht. Video ist nicht mein Hobby, daher kann ich dazu kaum was sinnvolles sagen. Nur so viel: es geht, es geht gut und was ich da bei mir zuhause auf dem Computermonitor sehe, sieht sehr okay aus. Hat aber immer noch Potential nach oben. Echtes HD ohne Seiteneffekte stelle ich mir noch etwas besser vor. 




An diesem belanglosem Bild möchte ich noch einen Punkt zum Thema mFT kurz darstellen, das Format. Im Bild darüber, und in vielen anderen Bildern, habe ich das 2:3-Format verwendet. Ich habe also einen Ausschnitt gemacht. Auf der einen Seite passt das 4:3-Format für mich teilweise ganz gut, (vielleicht nur, weil man es im Sucher so komponiert hat?) auf der anderen Seite komme ich mit dem Format nicht wirklich klar. Würde ich mir die Bilder auf einer TV-Glotze von 1984 anschauen, okay, aber schon beim Ausdruck ist dieser Format doch eher ungünstig. Kleiner Sensor okay, aber warum 4:3?! Man darf mir gerne schreiben warum, bin gespannt. Sicherlich gibt es viele Formate und alle haben ihre Berechtigung, aber ist 4:3 wirklich ... na ja, zeitgemäß? 16:9 hätte ich mehr verstanden, auch wenn das auch nur ein spezielles Format ist, was künstlerisch betrachtet nicht mehr Berechtigung hat, als alle anderen auch; ist halt nur gerade ultra modern ;)




In diesem Sinne: erstmal wieder konservativ in 2:3 ;) Kitzelt das nicht tierisch?!


Das nächste Meisterwerk trägt den bedeutungsschwangeren Namen "Grün auf Rot"!




Hier sind mir wieder die sehr ausgewogenen Farben im RAW aufgefallen ;) Nein, ernsthaft, ich finde die Farbwiedergabe sehr ausgewogen. 


Das nachfolgende Bild ist eigentlich verunglückt. Die Belichtung war ca. 1 Blende daneben, überbelichtet, da starke Kontraste. Die Gesichter und die Kleidung waren im Vorschau-JPEG auf dem Kameradisplay gnadenlos ausgebrannt. Wie vorher schon erwähnt, zeigt die Vorschau aber nur das JPEG. Das RAW zeigt oft ein ganz anderes Bild. Auch bei der E-PL3, die meiner Meinung nach nicht viel "Headroom" hat, konnte ich noch ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.




Die kritischste Zone war das weiße T-Shirt der Dame und die Stirn der Frau in der Mitte vorne. Die Vorschau zeigte hier nur noch Rot, was gleichbedeutend mit Überbelichtet sein soll. Man kann den Wert für die Live- und Vorschau-Anzeige von Unter- und Überbelichtung in einem kleinen Bereich einstellen (245 bis 255, was diese Werte auch genau bedeuten mögen). Ich hatte hier 250 eingestellt. Was hier der passendste Wert für meinen Workflow ist, kann ich noch nicht genau sagen. Die Möglichkeiten aus "ausgebrannt" wieder texturiert zu machen, sind aber geringen als ich es gewöhnt bin, daher bin ich da aktuell eher konservativ eingestellt. Auf der anderen Seite kriegt man sehr schnell starkes Rauschen in schwächer belichteten Bereichen, so dass aufhellen nicht ratsam ist. Man ist also auf eine sehr exakte Belichtung angewiesen, wenn man die optimale Qualität erhalten will. Das Histogramm sollte man also im Auge behalten und sich nicht auf Reserven verlassen, weder nach unten, noch nach oben.


Wie schon mehrmals erwähnt, ist das Klappdisplay eines der wichtigen Kriterien, die diese Kamera von meiner Kleinbildkamera unterscheidet. Man kann sowohl über Kopf, als auch aus sehr tiefer Position Bilder machen.




Aus der Froschperspektive kann man natürlich auch ohne Klappdisplay ein Bild machen, nur muss man dann entweder wirklich mit dem Kinn auf den Boden oder raten. Für Spiegelreflexkameras gibt es Winkelsucher, die einem diese Aufgabe erleichtern. Für die Olympus gibt es ebenfalls die Möglichkeit einen elektronischen Sucher zu verwenden, den man dann auch um bis zu 90 neigen kann. Das dieses Zubehörteil auch sonst sehr praktisch ist, habe ich bei Teleaufnahmen gemerkt.




Bei dieser Aufnahme mit 140mm (45-150 Kit-Telezoom) und bei schlechten Lichtbedingungen, waren die ersten Aufnahmen alle verwackelt. Über den nutzlosen bis schädlichen Stabilisator habe ich mich ja schon geäußert. Trotz einer kurzen Belichtungszeit von 1/640, waren die Aufnahmen mit ausgestrecktem Arm nicht wirklich 100% in Ordnung. Mit Hilfe des elektronischen Suchers und der damit "normalen" Kamerahaltung, gelang das Bild dann beim ersten Versuch. Auch wenn der Sucher die Kamera weniger kompakt macht, eigentlich zu teuer ist und die gleichzeitige Verwendung eines Blitzgerätes verhindert, hilft er doch sehr weniger zu verwackeln. Auch bei starkem Umgebungslicht kann man so mehr erkennen, als auf dem Display.


Hier noch ein paar weitere Aufnahmen mit dem 40-150.




Bei umgerechnet 300mm Brennweite ist nicht nur die Verwacklung ein Problem, welches einem unscharfe Bilder beschert, sondern auch die Luft! Hitzeflimmern oder viel Feuchtigkeit in der Atmosphäre lässt die Aufnahme unscharf erscheinen. Ich kann es nicht beschwören, aber ich fürchte ein Teil der negativen Aussagen zu der Leistung von Telezooms am "langen Ende" rührt auch aus dieser Tatsache her. Zwar sind viele (nicht alle!) Telezooms am langen Ende schlechter, als am kurzen, aber diese Effekte tragen weiterhin dazu bei, dass der Eindruck der Qualität leidet. Oft hört man nämlich auch parallel die Aussage: "Bei kurzen Motiventfernungen sieht das noch gut aus.". Hier spielen dann verwackeln und Luft eine geringere Rolle. Wie gesagt nur eine Theorie von mir. 




Eine Lange Brennweite in der Hosentasche zu haben, ist wirklich klasse. Nicht nur um weit entfernte Motive aufnehmen zu können, sondern auch um eine perspektivische Komprimierung zu erreichen. Eine Aufnahme dieses Gebäudes mit einer Normal- oder Weitwinkelaufnahme wäre so nicht möglich gewesen, auch wenn man hier den Abstand zum Motiv frei bestimmen konnte.




Zu den beiden Linsenbeigaben 14-42 R II und 40-150 kann ich ansonsten nicht viel sagen. Ersteres fand ich unspektakulär und habe es nur für wenige Testbilder verwendet. Es hat wie das 40-150 nicht die Lichtstärke die ich brauche, bzw. mag. Das 40-150 war interessant, weil es in "Daumennagelgröße" gewaltige 300mm Kleinbild-Brennweite abliefert und das gar nicht mal so schlecht. Letztendlich ist es mir mit f5.6 am langen Ende aber auch zu dunkel, gerade weil die E-PL3 mit brauchbaren ISO-Werten sehr geizt und keine brauchbare Stabilisierung vorhanden ist. Als Reisezoomkombination sind die beiden aber sicherlich sehr gut geeignet, sollten aber durch mindestens eine lichtstarke Festbrennweite ergänzt werden.




Hier machen wir mal wieder eine Pause und sehen uns hoffentlich im dritten Teil wieder.


-Dritter Teil: Die (neue) spiegellose Welt - Teil 3

Die (neue) spiegellose Welt



Prolog:

Nun hat es mich also auch erwischt! Nach dem ich in letzter Zeit so viel Gutes über die spiegellosen Systemkameras von Sony, Fuji, Olympus und Panasonic gelesen hatte, wollte ich es nun unbedingt wissen. Ich habe mir also kurz entschlossen, nach nur 4 Monaten lesen von ca. 100 Berichten und Reviews, eine Olympus E-PL3 nebst Linsenbeigabe in Form von zwei Plastikzooms (14-42 und 40-150) zugelegt. Preislich war das eine Lachnummer gegenüber den Sachen die ich sonst für meine Kleinbildausrüstung ausgebe, also sollte es auch nicht weh tun, wenn das doch alles nichts für mich ist. 
Ich habe mich erstmal bewusst gegen eines der Spitzenmodelle, z.B. Olympus OM-D EM-5 entschieden, weil ich die Spiegellosen für mich als Zweitsystem anschaffen wollte. Und zwar eines was aufgrund der erwarteten Leistung in Sachen AF und ISO nur als Schönwetter- und "Kunstfotografie"-Gerät verwendet wird. Und natürlich auch als das, was wohl viele im Sinn haben, wenn sie sich solch einen Winzling anschaffen, als "Immer dabei"-Kamera mit mehr Möglichkeiten und besserer Qualität als eine normale Kompaktkamera.

Kapitel 1: Entscheidungsfindung

Nach dem ich schon viele Monate in den für mich noch trüben Gewässern der Spiegellos-Systeme geangelt hatte, kristallisierten sich zwei Sachen heraus. Erstens sollte die Kamera und die Objektive wirklich extrem klein sein. Es sollte alles nicht nur ein wenig kleiner und leichter als mein Kleinbildgeraffel sein, sondern wirklich extrem viel kleiner und leichter. Zweitens sollte das alles nicht soooo viel Geld kosten, da ich mir sicher war und noch bin, dass es nur als Zweitsystem für bestimmte Dinge zum Einsatz kommen wird. Also was nun? Sony, Fuji, Panasonic, Olympus, Nikon...Pentax?! Für mich war relativ schnell klar, dass M43 für mich das aktuell beste , weil universellste und am weitesten entwickelte System ist. Die meisten Objektive und die Möglichkeit Linsen aus anderen System zu adaptieren. Sony und Fuji und auch Pentax und Nikon waren schnell aus dem Rennen für mich. Nach weiteren Überlegungen blieb Panasonic und Olympus übrig. Vom Prinzip her sind die Knipsen relativ identisch. Da man meistens nur JPEG-Bildchen in Reviews zu sehen bekommt, und diese bei der Olympus besser aussahen für meinen Geschmack...und weil Olympus gerade den großen Wurf mit der OM-D E-M5 gelandet zu haben schien, wurde es also die Olympus E-PL3.
Die E-PL3 ist die Mittelklasse und entsprechend preiswert, obwohl sie teilweise sogar mehr bietet als die "größeren" Modell, z.B. die E-P3.

Kapitel 2: Der Kauf

Ich liebe Amazon! Abends auf den Knopf gedrückt, am nächsten Tag da...zumindest meistens und wenn man etwas Geld für den Versand springen lässt.
Gesagt, getan, nach ca. 24 Stunden schellte es an der Tür und der Postbote hielt mir ein Päckchen entgegen. Mein erster Gedanke: "Verdammt! Die haben mir nur die Kamera und nicht die beiden Objektive geschickt!". Ich hatte wie gesagt das Kit mit 14-42 und 40-150 bestellt (was anderes gab es anscheinend ohnehin nicht).


Kapitel 3: "Unboxing"

Also hastig die Schere genommen und ausgepackt. Zu meiner Überraschung fanden sich in dem kleinen Karton doch die zwei Objektive. Mein zweiter Gedanke
dieses Tages bezüglich spiegellos: "Neiiiin, wie nieeeeeeedlich!". Ich hatte zwar vorher schon gewusst, welche Abmessungen und Gewichte das Ganze hat und habe neben den reinen Zahlen und Fotos sogar Videos gesehen, aber in der Realität war ich dann doch ... ja, geschockt! Selbst der Batteriegriff meiner D700 ist größer und schwerer als die Knipse + Kitscherbe. Tatsächlich entspricht die Breite und Höhe meines Smartphones neuester Machart nahezu den Verhältnissen der Kamera; welche natürlich dicker ist. 




Jetzt fällt mir gerade auf, dass ich den Batteriegriff hätte als Vergleichsgegenstand nehmen sollen...hm. Gut, aber die Größe einer Zigarettenschachtel kennen wohl weit mehr Leute, als die Größe eines Nikon D700-Batteriegriffes, der übrigens wirklich größer ist als die ganze Kamera (vom Volumen und Gewicht) und zwar deutlich.

Ansonsten war in dem Kinderschuhkarton das übliche Beiwerk. Das Ladegerät ist übrigens Schwachsinn ohne Ende! Es ist RIESIG im Vergleich zur kleinen Kamera und auch unsinnig riesig für den nicht mal streichholzschachtelgroßen Akku! Was man sich dabei wieder gedacht hat, ist mir schleierhaft. Das hätte man definitiv kleiner ausfallen lassen können. Sehe gerade nach unten und da steht das Ladegerät neben dem meiner D700, und es ist genau so groß. Der Akku der D700 ist aber locker 3 mal größer. 

Ebenfalls niedlich der Aufsteckblitz. Die E-PL3 verfügt nicht über einen eingebauten Blitz, daher hat man einen winzigen hochklappbaren Blitz spendiert, der auf den Blitzschuh gesteckt wird, auf den man übrigens auch beliebige Systemblitze stecken kann (manuell) oder halt einen von Olympus (TTL). Die Leistung des Miniblitzes entspricht aber auch nur der eines eingebauten, also so 2-3 Meter bei gewöhnlichen Einstellungen und Bedingungen. Er kann aber als Master verwendet werden (Test steht noch aus, da kein Oly-Blitz im Haus und auch nicht geplant). 
Die Software scheint okay zu sein, aber ehrlich gesagt habe ich nach wenigen Minuten Herumgespiele dann doch lieber die Bilder in Lightroom geladen. Die Ergebnisse bei RAWs (was anderes verwende ich nicht) sind aber durchaus ebenbürtig zu denen in LR4, wenn man nur mal eben schnell entwickelt.



Kapitel 4: Erste Inbetriebnahme


Der Akku war gnädigerweise schon ein wenig geladen, also konnte es gleich losgehen. Also eine SD-Karte hergeholt, eingesetzt und ... geht nicht! Okay, kennt man ja, also Karte formatieren. Doch was ist das?! Oh Schreck, oh Graus! Die Kamera meldet: "Schreibschutz aktiviert!". Bullshit! Also die nächste Karte genommen, diesmal anderen Marke, andere Größe. Gleiche Meldung! Hmmm? Also wieder die erste Karte genommen, die okay ist und natürlich OHNE Schreibschutz und im Rechner neu formatiert. Mit schwitzigen Fingern wieder eingesetzt, Stoßgebet, AH! Na also, geht doch! Trotzdem komisch. Formatieren heißt für mich formatieren, was spielt es da für eine Rolle welche Struktur die Karte vorher hatte? War FAT32, total unspannend. Würde man das im Urlaub erleben, wo man keinen PC zur Verfügung hat, wären dicke Backen angesagt. Unschön!

Aber nun endlich die erste Auslösung. Irgendwas fokussiert, weiß gar nicht mehr was, bsssssst, Schack-Klack. Oha! Nicht gerade leise das Teil. Natürlich kein Vergleich zum Presslufthammer D700, aber ich hatte schon auf eine etwas dezentere Geräuschkulisse gehofft. Aber gut, ist halt auch Mechanik. Man spürt den Verschluss sogar. Das Bild auf dem relativ guten Display kontrolliert, ISO 1600 mit JPEG-Magic, na ja...Schmierentheater ;)

Als nächsten habe ich mich erstmal durch den sagenumwobenen Menüdschungel "gekämpft". Also ich weiß nicht was die Leute haben, ganz besonders was die "professionellen" Tester für ein Problem haben. Ich finde das Menü weder umfangreicher, noch unlogischer oder komplizierter, als das der D700 und wahrscheinlich der meisten anderen Kameras. Vielleicht liegt es aber auch an mir ;) Ich hatte zumindest keine Probleme und bis auf wenige Hänger war mir alles relativ schnell klar und nach 10 Minuten war ich durch mit meinen Einstellungen.


Kapitel 5: Erste Testaufnahmen

Ach ist das schöööön ;) Die ersten Aufnahmen mit einer neuen Kamera oder einem neuen Objektiv sind einfach immer die spannendsten. Hier eines der aller ersten:


Das hier ist mit dem Kit-Zoom 40-150 entstanden. Was mir nach den ersten Bildern gleich aufgefallen ist, der AF ist verdammt gut! Ich hatte mir ehrlich gesagt GAR NICHTS davon versprochen und war der Meinung, es wäre zwar einen Tick besser als beim Handy, aber bei längeren Brennweiten sicherlich nicht zu gebrauchen oder bei auch nur leicht bewegten Motiven. Um so überraschter war ich dann. Zwar sieht der AF von der reinen Geschwindigkeit keinerlei Sonne gegen meine Nikon D700, aber wenn er das trifft was man will, ist es doch sehr schnell und vor allem 100% auf den Punkt! Da hat man bei den Spiegelreflex schon öfter mal nur 95%. Man kann zwar punktgenauer auch bei quasi keinem Licht ohne Hilfslicht noch das Ziel treffen und auch sehr schnell bewegte Ziele locker verfolgen, aber eine gewissen Varianz ist da schon zu beobachten, je nach Objektiv mal mehr, mal weniger. Wenn ich hier ein Ziel habe, was groß und kontrastreich genug ist, dann passt das wirklich immer und absolut. Bin ehrlich gesagt sehr angenehm überrascht, zumal es sich hier nur um das Mittelklassemodell handelt.
Aber neben AF spielen natürlich noch anderen Faktoren eine Rolle, z.B. Dynamikumfang, Farbtreue, Auflösung (Detailgrad), Moiré, Rauschen und nicht zu vergessen Bedienung, Zuverlässigkeit, usw.. Also erstmal ein paar alltägliche Sachen versucht zu knipsen.

Wie immer, wenn es spannend zu werden verspricht, ist hier erstmal Pause ;) Wer noch weiterlesen mag, der kann das hier im 2 Teil tun. Bei allen anderen bedanke ich mich für's Lesen.

ZWEITER TEIL: Die (neue) spiegellose Welt- Teil 2

Dienstag, 12. Juni 2012

EM-Fieber

Ich bin kein echter Fußball-Fan, soviel sei vorweg schon mal gesagt! Daher kann ich auch wenig mit dem Drumherum anfangen, was man seit einigen Jahren beobachten kann. Jedes noch so lahme und eigentlich auch relativ unwichtige Spiel wird zum Nationalereignis hochstilisiert. Überall Schwarz-Rot-Gold, ob nun als Fähnchen am Auto oder auf den Wangen von netten Mädels.
Wie dem auch sei. Am Samstag war ich mit einem Freund, trotz bescheidenem Wetters, in einem Biergarten an bremens Biergartenmeile an der Weser verabredet, um mir das erste Spiel der deutschen Mannschaft anzuschauen. Public Viewing also. Hier mein kurzer Bildbericht zu dem für mich leidlich spannenden Spiel...was Deutschland immerhin gewonnen hat ;)


Die großartige Spannung wollte zunächst nicht aufkommen. Das Wetter zu schlecht und das Spiel eigentlich auch.

Um es kurz zu machen, Deutschland gewinnt 1:0, Thema erledigt. Nun sollte man eigentlich denken, es gebe verhaltenen Beifall und die Leute würden nach Hause gehen. Aber dem war nicht so. Auf dem Rückweg über den Bahnhof boten sich uns folgende Szenen...ich mag mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn Dt. tatsächlich weiter kommt, als wohl die meisten aktuell vermuten würden ;)

Eine wichtige Straße direkt am Bahnhof war komplett "gesperrt":




Der totale Stillstand...verkehrstechnisch.


Die Leute waren sichtlich im EM-Fieber.



Die Stimmung, auch wenn die Bilder vielleicht anders anmuten, war aus meiner Sicht total friedlich. Ansonsten hätte ich mich auch kaum mit einem 50mm-Objektiv ins Getümmel geworfen.

Ich bin schon auf die nächsten Spiele gespannt. Wobei mich da sicherlich weniger die Spiele an sich interessieren dürften, als viel mehr das Drumherum. Vielleicht werde ich ja doch noch zu einem Fußball-Fan...zumindest fotografisch :)

Danke.