Dienstag, 22. Januar 2013

Olympus M.Zuiko Digital ED 60mm 1: 2.8 Macro



Mal wieder ein Erfahrungsbericht von mir. Diesmal zum neuen Olympus Makro für Micro Four Thirds. Ich denke technisch ausgerichtete Testberichte gibt es schon genug, daher beschränke ich mich mal wieder auf eine Menge von Bildern die ich testhalber oder auch so nebenbei mit diesem Objektiv gemacht habe und fülle die Lücken mit Anmerkungen. Als Gehäuse habe ich die E-PL5 verwendet.

 Makroaufnahme mit dem Olympus M.Zuiko 60 2.8 - Markierung an einem Fernrohrokular

Obwohl es sich ja um ein Makro-Objektiv handelt, werde ich auch viele Bilder mit "normalem"   Abbildungsmaßstab zeigen, also weit von 1:1 entfernt. Ich bin zwar gerade dabei mich wieder verstärkt mit Makros zu beschäftigen, aber mehr als Trockenübungen auf dem Schreibtisch sind dabei leider noch nicht herausgekommen. Aber vielleicht sind auch diese ganz spannend...für mich sind sie es jedenfalls.

Viele interessante Anmerkungen und großartige Bilder kann man übrigens auch hier sehen:
Review: The Olympus ZD 60mm f2.8 Macro and FL-600R wireless flash system

Bevor es los geht mit den Bildern, ein paar technische Details. Das Objektiv ist gewohnt leicht und klein, also passend zum mFT-System. Es ist zwar ziemlich lang, aber hat einen geringen Tubusdurchmesser. So misst das Filtergewinde nur zarte 46 mm!

Der Blendenwert beträgt unabhängig von der Fokussierung f=2.8, was nicht selbstverständlich ist. Ein Nikon 105/2.8 VR hat beispielweise nur 2.8 bei Fokus auf unendlich. Eine Besonderheit ist eine große und gut ablesbare Skala am Objektiv, auf der man den aktuellen Abbildungsmaßstab und die Entfernung zum fokussierten Objekt ablesen kann. Darüber hinaus gibt es ein weiteres Highlight, welches man leider nicht sehr gut auf dem Produktbild erkennen kann: eine Drehschalter für verschiedene Fokusbegrenzungen. Hier kann man natürlich den gesamten Bereich von Nah (ca. 19 cm) bis unendlich zulassen oder auch nur Teilbereiche: 0,4 m bis unendlich und 19 cm bis 0,4 m. Die letzte Stellung ist nicht permanent, also der Drehschalter rastet dort nicht ein sondern springt zurück, und dient dazu auf den Abbildungsmaßstab 1:1 zu kommen. Natürlich kann man das auch so erreichen, einfach die minimale Entfernung zum Motiv einnehmen, aber so hat man garantiert den maximalen Abbildungsmaßstab eingestellt.

Die Verarbeitung scheint sehr gut, ist aber nicht weltbewegend. Das Objektivgehäuse ist aus Kunststoff gefertig und entsprechend leicht. Insgesamt vermittelt es mir einen guten und stabilen Eindruck. Besonders gelungen ist der Fokusring. Er ist groß und läuft butterweich, wobei auch hier wieder keine echte Mechanik im Spiel ist. Die Fokussierung erfolgt elektromechanisch, wie bei allen AF-Objektiven für das System. Wie bei Makros üblich sind sehr viele Drehungen notwenig, um im Nahbereich den Fokus anzupassen. Aber nur so bekommt man die erforderliche Genauigkeit.

So, genug über die technische Eigenschaften, kommen wir zu den Bildern! Wie bereits gesagt, habe ich bis jetzt nur Trockenübungen im Makrobereich mit diesem Objektiv gemacht. Wer also großartige Insekten- oder Blümchenmakros erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Aber man kann ja auch einfach mal Alltagsdinge unter die Linse legen und sich dann daran erfreuen was man selbst da alles zu sehen bekommt. Der Mikrokosmos ist selbst bei "nur" 1:1 (2:1 bezüglich Kleinbild) schon faszinierend.

Goldmünze

Sicherlich ein Klassiker wenn man ein Makro zum ersten Mal ausprobiert...eine Münze. Vielleicht noch kurz was zu den verwendeten Aufnahmetechniken, bzw. Zubehör. Ich habe oft ein kleines Reisestativ in Reprostellung verwendet. Also mit weit abgewinkelten Beinen und der Kamera senkrecht nach unten geneigt. Das Objekt liegt dann direkt unter dem Objektiv auf dem Tisch. Für die Ausleuchtung habe ich eine Tageslichtenergiesparlampe, eine LED-Taschenlampe und einen Nikon-Systemblitz, gezündet über einen Funkauslöser verwendet. Einige Aufnahmen habe ich aber auch aus der Hand gemacht, bzw. die Kamera auf den Tisch abgestützt. Um auf exakt 1:1 zu kommen, habe ich den oben erwähnten 1:1 Schalter verwendet und das Objekt in den Fokus geschoben.

Brennender Kerzendocht - aus der Hand

Hier ein Beispiel für ein Freihand-Makro. Ein brennender Kerzendocht, fokussiert auf den kleinen Bereich der sich außerhalb der Flamme befindet und rot aufglüht.


Kugelschreiberspur auf einer alten Postkarte

Schon irre wie eigentlich ganz gewöhnliche Dinge bei entsprechender Vergrößerung aussehen. Ich hätte mir zumindest nicht vorstellen können, dass eine einfache Kugelschreiberspur im Detail so aussieht.
Die Schärfe oder sagen wir besser die Abbildungsleistung ist übrigens hervorragend. Und das gilt nicht nur für den Makrobereich, sondern auch für den Fernbereich, wie wir später noch sehen werden. Alles was ich bis jetzt gesehen habe, ist perfekt scharf. Ich kann bis jetzt keine Schwächen in der Abbildungsleistung ausmachen. Weder Verzeichnung, noch Farbverfälschung oder chromatische Abberationen. Sicherlich sind diese, wie bei jedem noch so gutem Objektiv, vorhanden, aber mir sind sie noch nicht störend aufgefallen...genau genommen habe ich noch keine entdecken können.


Innenleben einer 3-Watt-LED-Taschenlampe, pro Fläche 1 Watt?

War nicht gerade noch die Rede von perfekter Abbildungsleistung und nicht sichtbaren CAs?! Was ist das dann hier? Nun, hier sieht man den Lichtemitter einer Hochleistungs-LED-Taschenlampe. Diese hat eine starke Glaslinse zur Fokussierung des Lichtes. Die Farbsäume und Verzerrungen/Unschärfen kommen also von dieser Linse der Taschenlampe. Für mich aber trotzdem interressant überhaupt einmal die Details der LED sehen zu können.


Kugelschreibermine im Detail

Damit habe ich sicherlich schon so einige Meter an Schreibstrecke zurückgelegt. Man sieht gut die Abnutzungserscheinungen und die unsaubere Kugel. Hier habe ich nur einen entfesselten Blitz verwendet. Die Kamera habe ich einfach auf den Schreibtisch aufgestützt und den Stift bei 1:1-Einstellung am Objektiv und ohne Autofokus an der Kamera in den Fokus geführt. Die Lupenfunktion der E-PL5 war dabei sehr hilfreich. Ohne kann man sehr schlecht erkennen, ob man den nur wenige Millimeter großen Schärfebereich an der notwendigen Stelle platziert hat.


Finger - "Selbstportrait"

Trotz fest montierter Kamera in Reprostellung und Ablage des Fingers auf dem Tisch, war diese Aufnahme schwierig. Da ich nur eine Tageslichtlampe verwendet habe und daraus eine Zeit länger als 1 Sekunde resultierte, waren viele Aufnahmen verwackelt. Es ist doch nicht so einfach, den Finger über diese Zeit wirklich ruhig zu halten. Und ruhig muss man hier wörtlich nehmen! Selbst minimale, für einen selber unsichtbare Bewegungen führen zu einer nicht optimalen Schärfe der Aufnahme. Im Makro-Bereich hat man es hier mit Bruchteilen eines Millimeters zu tun.


Playstation 3 Button

Da denkt man alles wäre halbwegs sauber, gerade weil der letzte Hausputz nur einen Tag her ist und dann sowas! Man kann halt nur für das menschliche Auge alles sauber machen. Bei sehr genauer Betrachtung ist halt doch alles sehr...organisch ;)


Glaspilz in Armbanduhr

Ein echter Schock für mich! Glaspilz in meiner Armbanduhr. Immer wieder liest man in Foto-Gebrauchtbörsen sowas wie "Keine Kratzer oder Pilz!"...sicher?! Wer schaut schon so genau in seine Objektive, bevor er sie zum Verkauf anbietet? Wie man hier sehen kann, ist so ein Pilzbefall quasi unsichtbar. Mit bloßem Auge ist er definitiv nicht zu erkennen. Wenn man ihn sehen kann, ist wahrscheinlich schon die gesamte Fotokiste verseucht.


Perforierter Lungenflügel eines Nichtrauchers...

Natürlich nicht! Hier handelt es sich um ein kleines Stück einer ordinären Toastbrotscheibe. Die Ausleuchtung habe ich hier mit einer LED und einem Blitz realisiert. Der Blitz schräg von hinten rechts und die LED von vorne links.

Toastbrot

Hier noch eine andere Perspektive.


Wie versprochen komme ich nun zu den "Fernaufnahmen". 60 mm entsprechen immerhin 120 mm im Kleinbildäquivalent und stellen somit schon eine gute Telebrennweite dar. Mit Blende f=2.8 ist man sogar recht gut aufgestellt. Da ich bis jetzt eher weniger im Makrobereich unterwegs war, wäre mir das Objektiv als reine Makro-Linse auch zu schade, bzw. würde sich für mich nicht lohnen. Daher war ich natürlich schon gespannt, was das Objektiv als normales Tele in der Lage ist zu leisten.

Guerilla Knitting

Typische Potraitentfernung. Hier ist alles gestochen Scharf, das Bokeh ist gut finde ich. Wer sich über den merkwürdigen Titel wundert oder noch mehr über das komische Bild, hier die Erklärung:

http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Knitting

Ich kannte das vorher auch nicht und bin erst durch einen Freund darauf hingewiesen worden, dem ich dieses Bild gezeigt habe.

Hier ein 100%-Ausschnitt (anklicken für volle Größe). Anmerkung: bei diesem und allen anderen 100%-Ausschnitten handelt es sich um einen Ausschnitt aus dem fertigen JPEG! Damit sind Schärfung und andere Bearbeitungen nicht auf den Ausschnitt abgestimmt, was man berücksichtigen sollte.




Ostseeküste, Seebad Eckernförde - Testbild

Fast alle folgenden Aufnahmen sind mit Offenblende gemacht, also f=2.8. Das es bei Landschaftsaufnahmen meistens nicht sinnvoll ist die Blende voll aufzureissen, ist klar, aber hier handelt es sich auch nur um Testbilder. Ich wollte einfach wissen, was bei Offenblende an Leistung abgerufen werden kann. Das können sicherlich die meisten Hobby-Knipser, wie ich einer bin, mehr als gut nachvollziehen ;)

100% Ausschnitt (anklicken für volle Größe):




Ostseeküste - Testbild


Ostseeküste - Testbild

Auch wenn es nichts mit dem Bild zu tun hat, der Autofokus ist für ein Makro rasend schnell in meinen Augen. Stellt man die Fokusbegrenzung passend ein, z.B: 0.4 m bis oo, dann unterschiedet es sich nicht gravierend von anderen, schnellen mFT-Objektiven.

Ostseeküste - Testbild

Auch bei Gegenlicht konnte ich keine Probleme feststellen.


Ostseeküste, Eckernförde - Testbild

Unendlich ist nach meiner Erfahrung nicht unbedingt die Stärke von Makros. Beim Olympus sehe ich immer noch eine hervorragende Leistung.


Ostseeküste - Testbild


 Ostseeküste, Hafen Eckernförde - Testbild

Schiff - Testbild

Die Brennweite ist sicherlich ein wenig speziell für solche Motive. Aber letztendlich ist das jede Brennweite und es hängt nur vom Motiv ab, bzw. dem Effekt den man durch die Brennweite erzielen will oder teilweise auch einfach nur vom möglichen Standpunkt. Das 75/1.8 fand ich schwieriger für meine bevorzugten Motive. Für Portraits sollten beide fast gleichermaßen gut geeignet sein,  das 75er noch ein wenig besser, wenn es um das Freistellungspotential geht. Was den Arbeitsabstand z.B. im Studio angeht, würde ich fast zum 60er tendieren, auch wegen der geringeren Telewirkung.



Schiff - Testbild

Wenn man genug Platz hat und nichts im Weg ist (wie hier der Mast), dann kann man natürlich beliebige Objekte als Motiv wählen, auch mit dieser Brennweite.


Schiffsbemalung - Testbild

100% Ausschnitt (anklicken für volle Größe):



 Möwe, faul aufgenommen - Testbild

Als Makro für kleines Getier sicherlich aktuell die erste Wahl für mFT, ist es als Tele für Tieraufnahmen nur bedingt sinnvoll. Für scheue Vögel oder andere freilebende Tiere, dürfte es zu wenig Brennweite sein. Selbst im Zoo wird es oft knapp. Die hervorragende Schärfte erlaubt aber auch gröbere Ausschnitte, im Gegensatz z.B. zum Panasonic 100-300, was in keiner Brennweite oder Blendeneinstellung an das Oly 60er Makro heran kommt (meine Meinung/Erfahrung). Aber die beiden Objektive sind auch nicht wirklich vergleichbar, da die Brennweiten(-bereiche) sich zu stark unterscheiden und man von einem so langen 3x-Zoom sicherlich auch nicht die gleiche Abbildungsleistung in der gegebenen Preisklasse erwarten kann. Das 100-300 ist trotzdem eine Spaßlinse für mich, einfach wegen der puren Brennweite bei guter bis annehmbarer Leistung.


Eckernförde - Testbild

Bei Architektur denken viele ja eher an Superweitwinkel, aber ich fotografiere auch gerne mit Tele Gebäude. Gerade wenn mich die Umgebung nicht interessiert oder das Gebäude ansonsten nur aus der Froschperspektive mit entsprechenden perspektivischen Verzeichnungen zu fotografieren wäre.


Siegfried-Werft, Eckernförde


Hafen Eckernförde, Testbild

Die Kompression der Perspektive durch ein Tele gefällt mir auch bei Stadt, Land, Fluss teilweise sehr gut.

100% Ausschnitt (anklicken für volle Größe):




Mein Lieblingsmotiv

Mit diesem Bild komme ich nun zu meinem Fazit. Eigentlich ist es noch ein vorläufiges Fazit, da ich das Objektiv noch nicht so lange benutze, dass ich wirklich alle Eigenheiten kennen könnte. Bis jetzt kann ich aber nichts Negatives über das Objektiv sagen. Das Olympus M.Zuiko Digital ED 60mm 1: 2.8 Macro scheint ein Volltreffer zu sein und das nicht nur für Makro-Fans.

Danke und Viele Grüße,
Gordon

Mittwoch, 2. Januar 2013

2012 - Mein Jahresrückblick Teil 2

Hier der zweite und letzte Teil meines persönlichen fotografischen Jahresrückblicks.

"Fussballfieber"

Ehrlich gesagt nicht meine Welt. Sieht für mich fast beängstigend aus. War aber friedlich, ansonsten hätte ich mich auch kaum ins Getümmel geworfen. Die Fans hatten eine belebte Kreuzung direkt am bremer Hauptbahnhof "besetzt".


Selig auf der Haake Beck Badeinselregatta

Showacts, Bühne, Sport und Events aller Art sind irgendwie mein Hauptthema. Ich kann nicht mal sagen wieso. Ist einfach spannend für mich. Oft interessieren mich die Acts oder sportlichen Aktivitäten gar nicht mal so sehr, aber es macht Spaß es zu fotografieren.


Weitere Bilder seht ihr hier: Selig auf der Haake-Beck Badeinselregatta


Weser mit SWB-Kraftwerk vom Weserwehr aus aufgenommen

Stativ, Stativ, Stativ. Inzwischen habe ich mir ein sehr kleines und leichtes Reisestativ gegönnt. Eigentlich nur für die Olympus-Kamera, aber wenn man keine großen Ansprüche stellt und kein fettes Objektiv verwendet, kann man es auch eingeschränkt für die D700 verwenden. Mehr als ein 85/1.4 mag ich dem Teil aber dann nicht zumuten.


Weser bei Hemelingen

Wer den ersten Teil gesehen hat, erkennt dieses Bild vielleicht wieder. Es ist die gleiche Aufnahme die ich dort mit dem Handy gemacht habe. Hier aber mit der D700 und einer 28 mm Festbrennweite.


Bremen Challenge 2012

Radsport finde ich immer spannend. Ich habe zwar keine Ahnung davon, aber es zu fotografieren macht mir immer wieder Spaß. Ob nun in der Halle, wie Sechs-Tage-Rennen, oder auf der Straße. Mehr zu diesem Event: Bremen Challenge - Outdoor-Radrennen mit 6-Tage-Flair



Mitzieher. Da geht sicherlich noch weit mehr. Aber ich verwende diese Art der Darstellung von Bewegung und Geschwindigkeit (noch) nicht sehr oft.


"Meisenfrei"

Im Keller bei quasi keinem Licht...ich liebe und hasse es!


Hier ist die Technik wirklich an ihren Grenzen und mit was anderem als einer Kleinbildkamera würde ich mir hier keine brauchbaren Bilder zutrauen.



Studio-Workshop in Hamburg

Für mich eines der Highlights in 2012, Studiofotografie. Ich hatte sowas zuvor noch nicht gemacht. Die technischen Grundlagen kannte ich nur theoretisch und minimal durch Experimente mit Systemblitzen. Hat eine Menge Spaß gemacht und war auch lehrreich. 

Studio-Workshop in Hamburg

Studio-Workshop in Hamburg

Studio-Workshop in Hamburg

Das Model war sich auch für ein paar Spaßaufnahmen nicht zu schade :)

Wer mehr sehen mag: Mein erstes Studio-Geknipse



Bremer Freimarktsumzug

Bei diesem Event war ich das erste Mal, obwohl es jedes Jahr stattfindet und zu einem der größten Jahrmärkte Deutschlands, dem Bremer Freimarkt, dazu gehört.

Bremer Freimarktsumzug

Die Lichtbedingungen waren allerdings aus der Hölle! Ob ich mir das noch einmal antun soll, weiß ich nicht.
Die gesamte Serie gibt es hier: Ischa Freimaak! Die 5. Jahreszeit in Bremen



Urlaub im Harz, die Brockenbahn

Die Brockenbahn unter Dampf. Mit diesem Zug ging es auf den Brocken im Harz. Für meinen Sohn eine faszinierende Angelegenheit:


So ruhig ist er selten ;)


Oben angekommen gab es leider nicht sehr viel zu sehen. Wie auch schon das Jahr davor, hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sichtweite teilweise nur wenige Meter. Manchmal hatte man Angst den Weg nicht mehr zu finden und irgendwo herunter zu fallen.



Es gab aber auch Tage mit besserer Aussicht.



Hier hätte ich gerne ein HDR gemacht, nur leider hatte ich nicht die Zeit dazu. Musste erstens hinter meiner Familie hinterher und zweitens kamen auch sehr oft Leute durch diesen Gang. Das hier war daher fast schon ein Glückstreffer. Eine Reihe von Personen verschwand gerade wenige Augenblicke vor dieser Aufnahme hinter dem Torbogen und die nächste Gruppe war von hinten schon zu hören.


Mond über Bauernhof auf Pellworm

Das ist genau das was ich an Landschaftsfotografie mag, Ruhe und Zeit. Nur ein paar Fotos pro Stunde und nicht hunderte, wie bei Events. Man sitzt teilweise einfach nur herum und beobachtet wie sich die Lichtstimmung verändert oder Wind und Wolken, der Wasserstand oder was auch sonst noch so an natürlichen Parametern eine Rolle spielt. Erst wenn man meint: "Das sieht jetzt interessant aus!", macht man ein paar Bilder und wartet dann vielleicht wieder eine Stunde oder länger. Da das hier unsere Ferienwohnung war, konnte ich das jeden Abend machen und nicht ein einziges Mal bot sich das gleich Bild, trotz ungefähr gleicher Uhrzeit und gleichem Standpunkt.



2012 war das Jahr von Micro Four Thirds für mich. Ein neues Kamerasystem zu ergründen ist ja immer eine spannende Sache. In diesem Fall waren die Unterschiede auch noch weit auffälliger als bei meinem Wechsel von APS-C auf Kleinbild. Die Vor- und Nachteile des Systems habe ich inzwischen ganz gut ausgelotet meine ich. Ich denke, es ist für mich ein sehr gutes Zweitsystem. Besondern praktisch ist natürlich die Unauffälligkeit dieser Systemkamera. Man kann damit wie ein Tourist mit 99 €-Knipse unter den Leuten herumlaufen und seine Bilder machen. Also natürlich auch "Street" ;)

"Speakers Corner" - E-PL5 Systemkamera, Micro Four Thirds

Was diese Dame hier genau für eine Meinung kund zu tun hatte, konnte ich nicht ganz ergründen. Aber ich fand diese skurrile Persönlichkeit war es wert abgelichtet zu werden.


Weserwehr im Dunst

Nachdem der Dynamikumfang der kleinen Knipse auch mehr oder weniger dem meiner D700 entspricht, werde ich sie definitiv für die kommenden Radtouren und damit auch Landschafts- oder Architekturaufnahmen verwenden. Der Vorteil eines vielfach geringeren Gewichts und Volumens wiegt die Nachteile dabei locker auf.

Mühle am Wall

Ich habe inzwischen alle erdenklichen Sachen mit der Olympus ausprobiert, so auch HDRs. Es geht fast alles genauso gut oder sogar besser wie mit der großen Kleinbildkamera. Was sie nicht kann und wofür ich sie auch nicht verwenden werde, außer es ergibt sich gerade, sind Action-Sachen und extreme Lowlight-Aufnahmen aus der Hand.

Neugieriger Blick nach oben

Teilweise bin ich aber erstaunt was alles geht. Hier in einer wie üblich gering beleuchteten Kirche und mit entsprechender Brennweite und Blende (Panasonic 20/1.7), kann man sich nicht beklagen. Inzwischen habe ich alle Brennweiten zusammen, die ich als sinnvoll für das System erachte und bin gespannt was ich 2013 damit anstellen werde.

Seifenblasenkünstler

Aufnahmen auf der Straße haben mir 2012 mit am meisten Spaß gemacht, da ich zum ersten Mal mehr oder weniger unbeachtet das aufnehmen konnte, was mich interessiert hat.

"Im Flug"

Hier noch eine Aufnahme mit der E-PL3. Obwohl der Autofokus bei bewegten Motiven nicht ansatzweise mit der einer guten Spiegelreflex mithalten kann, habe ich doch das eine oder andere Motiv einfangen können. Ich werde das 2013 noch weiter üben. Mit einem 100-300 mm Zoom hat man fantastische Möglichkeiten. Solch ein Objektiv würde einem bei einer Spiegelreflex das Rückgrat brechen...und die Brieftasche leeren ;)

Möwen mit Panasonic 45-200 Zoom


Tele ist neben Makro einer der Stärken des kleinen Kamerasystems, bzw. des kleinen Sensors. 400 oder sogar 600 mm im Kleinbildäquivalent und das passend für ein Damenhandtäschen, sind schon ein großer Spaßfaktor. Auch Makros profitieren vom kleinen Sensor (Brennweite, Schärfentiefe) und daher werde ich mich mit diesen Themen im neuen Jahr bestimmt verstärkt beschäftigen.

"Masse und Gleichgewicht"


"Schafe besetzen deutsche Bank"

Auch das war für mich 2012 eine neue Erfahrung, problemlos Aufnahmen aus schwierigen Positionen machen können. Durch das Klappdisplay hat man es schon sehr viel einfacher.

Blaue Stunde mit orangem Mond - Pellworm

Für diese Freihandaufnahme habe ich dutzende Versuche gebraucht. Die kleine und leichte Kamera plus Tele und ein eher schlechtes Stabilisationssystem (egal ob im Kameragehäuse oder im Objektiv) waren da mein Feinde.


Bei gutem Licht habe ich im vergangenen Jahr, Dank der langen Brennweite, gerne mal den Blick nach oben gerichtet. Künstlerisch sicherlich absolut wertlos, aber mich hat es schon ein wenig fasziniert, die Details eines Flugzeugs so genau erkennen zu können. Freue mich schon darauf die "600 mm" im kommenden Sommer für sowas einzusetzen. Wobei es nicht nur Flugzeuge sein sollen, sondern natürlich auch Tiere. Aber auch Architektur! Was will er damit bei Architektur?! Details. Ich finde die vielen kleinen Details an alten Gebäuden sehr interessant. Diese kann man sonst nicht wirklich im Detail erkennen, z.B. kleine Figuren an einem Dom in großer Höhe. Ich denke ich werde 2013 mal eine kleine Serie von Bilder machen und mich dabei auf den Bremer Marktplatz beschränken. Bis jetzt waren sehr unpraktische 500 mm das Längste was ich zur Verfügung hatte.

"Rot und Grün"

Wenn mir dann der Arm weh tut, was bei so einer leichten Kamera einige Zeit dauern dürfte, werde ich mich den Straßenszenen zuwenden...so zumindest der Vorsatz.


Auch 2012 haben mir Aufnahmen von Bühnenevents Spaß gemacht. Hier sogar mit der E-PL3. Gab zwar weit mehr Ausschuss also gewöhnlich, aber für ein ungeplantes Geknipse durchaus in Ordnung.




"Shark attack!"

Das sind für mich genau die Aufnahmen, weswegen ich am liebsten immer eine Kamera zur Hand hätte. Mit Smartphone und Micro Four Thirds habe ich das 2012 wohl auch fast erreicht. Die einzige Chance noch einen Schnappschuss zu verpassen, ist die fehlende Vorahnung wann man die Kamera oder das Phone in die Hand nehmen muss.

Takelage

Kapitän?

Müssten das nicht 4 Streifen auf der Schulter sein?

Takelage II

Dank "Supertele" an der kleine mFT-Knipse war ich 2012 so nah dran wie nie zuvor. 2013 stehen noch ein paar Millimeter mehr zur Verfügung ;)

Schwindelfrei

Beim Anblick dieser Bilder kommt mir wieder eine Idee in den Sinn. Ob ich diese 2013 umsetzen kann, ist aber eher zweifelhaft. Ich wollte schon lange einmal mit einem Heißluftballon mitfahren und Aufnahmen aus großer Höhe machen. Auch mit einem lange Tele. Könnte mir vorstellen die damit erreichbaren Perspektiven könnten interessant sein und selbst schon bekannte Schauplätze völlig neu erscheinen lassen.



Ich hätte noch so viele Bilder die ich gerne zeigen würde...warum zeige ich dann das hier?! Na ja, wird schon seinen Grund haben ;)


Erst Kühe, nun ein Sonnenuntergang...was kommt noch?


Oh je, eine Taube! Gut, ich denke bevor das hier im Niveau weiter sinkt, mache ich mal an dieser Stelle Schluss.

Rückblickend war 2012 für mich ein recht spannendes Jahr. Es kam eine Menge Spielzeug dazu, ein paar wirklich neue Erfahrungen, wie z.B. die Studiofotografie und insgesamt kann ich mich über Gelegenheiten nicht beklagen. Ich hoffe Euer Jahr war ebenfalls erfolgreich und wünsche uns allen ein noch erfolgreicheres und spannenderes Jahr 2013!

Bis nächstes Jahr,
Gordon