Donnerstag, 27. Dezember 2012

2012 - Mein Jahresrückblick Teil 1

Wie auch im letzten Jahr, möchte ich einen Jahresrückblick mit vielen Bildern zeigen. Wie immer war die Auswahl der Themen und Fotos nicht leicht. Ich mache einfach zu viele Bilder und viele davon sind noch nicht einmal bearbeitet worden. Ich versuche trotzdem mal einen Querschnitt der für mich wichtigsten Bilder heraus zu suchen. Es sind sicherlich nicht immer gute Bilder, aber zumindest welche zu denen ich was zu
erzählen habe oder die mir persönlich aus verschiedenen Gründen gut gefallen oder wichtig sind. Ich hoffe für jeden ist das eine oder andere interessante Bild dabei und wünsche schon mal einen Guten Rutsch ins Jahr 2013.

2012 war für mich ein recht interessantes Jahr bezüglich meines Hobbys. Es war das Jahr in dem ein neues System kam, Micro Four Thirds. Außerdem hat ein kleiner Sinneswandel bei mir stattgefunden. Ging es die Jahre davor immer bergauf was Umfang und Qualität der Ausrüstung anging, habe ich nun bewusst den Rückwärtsgang eingelegt. Vom frühen Anfang mit Canon Kompaktknipse, über APS-C Spiegelreflex von Pentax und Nikon, bis hin zur Kleinbildkamera, habe ich mich steig gesteigert, um dann schließlich wieder ganz unten noch einmal anzufangen...mit einem Smartphone (Ganz unten - Fotografie mit dem Handy). Die für mich erstaunliche Erkenntnis, man kann auch mit so einfachen Mitteln gute Bilder machen, zumindest für meinen Anspruch. Die Einschränkung durch die Technik war sogar spannend und die nicht 100% technisch perfekten Bilder eine Herausforderung bei Aufnahme und Nachbearbeitung. Das hat mir soviel Spaß gemacht, dass ich mich entschloss eine sehr kompakte Systemkamera auszuprobieren (Die (neue) spiegellose WeltMit der E-PL3 auf Pellworm und in Büsum, u.a.). Heute ist dieses System mein Zweitsystem und wird mir sicherlich auch im nächsten Jahr gute Dienste leisten.

Zusammenfassend waren es die folgenden Themen die für mich das fotografische 2012 ausgemacht haben:

-Smartphone
-Mircro Four Thirds
-Studiofotografie, Landschaft und Street
-fotografieren mit Stativ
-Langzeitbelichtungen, HDR und sehr viel neue Erfahrungen mit Lightroom und Bildbearbeitung im Allgemeinen

Aufnahme mit Smartphone

Noch in keinem Jahr zuvor habe ich so viele Fotos mit Stativ gemacht. Und auch noch nie so viel Gewicht zu schleppen gehabt ;) Ich hatte schon Jahre vorher ein Stativ...wenn man diese Hama-Plastikteile überhaupt so bezeichnen mag. Wirklich Spaß gemacht hat es mir damit aber nie, also blieb es immer zuhause. Erst mit einem leider sehr schweren und großen Getriebeneiger (siehe Bild) konnte ich warm werden. Die Möglichkeit durch drehen an Rädern die Position exakt einstellen zu können, ohne das sich danach wieder was verstellen kann, war genau die Art von Stativfotografie die ich mir vorgestellt hatte. Dazu noch einen Funkfernauslöser und schon hatte ich den Gegenpol zur schnellen Fotografie. Fast ein wenig wie Angeln, zumindest genauso geruhsam.

Sonnenuntergang auf Pellworm mit Smartphone aufgenommen

Eigentlich hatte ich mir vom Nutzen eines Smartphones in Bezug auf Fotografie nicht viel versprochen. Und tatsächlich ist die Qualität und Bedienung auch unterirdisch schlecht im Vergleich zu einer guten Kamera. Aber trotzdem hat es mich gereizt alles aus diesen Bildchen heraus zu holen und Motive zu suchen wo so ein Smartphone noch funktioniert. Letztendlich hat mich das dann auch dazu bewogen, einer sehr kleinen spiegellosen Systemkamera eine Chance zu geben, einer Olympus E-PL3.

Landschaft mit Fotograf im Bild, Smartphone Sony Ericsson Arc S

Bevor es so weit war, habe ich aber eine Menge mit dem Handy fotografiert und war teilweise erschrocken wie gut man damit doch Bilder machen kann. Gerade das Auslösen über den Touchscreen fand ich intuitiv und praktisch. Einfach den Punkt antippen auf den fokussiert werden soll und "klack". Bei einem Motiv wie oben ist es natürlich egal wo man hintippt, da die Schärfentiefe bei der weitwinkeligen Handy-Optik und dem Winzig-Sensor ohnehin fast immer unendlich beträgt. Aber geht man ganz nah heran und der Hintergrund ist weit genug entfernt, kann man sogar ein wenig mit Unschärfe spielen und da ist die Funktion sehr praktisch.

Weser bei Hemelingen mit SWB-Kraftwerk im Hintergrund

Diese Szene habe ich inzwischen mit D700 und fettem Stativ, E-PL3/5 und Smartphone abgelichtet und wenn ich ehrlich sein soll, bei dieser Größe kann ich nicht auf Anhieb sagen mit welcher Kamera es gemacht wurde! Das spricht entweder für die geringen Unterschiede bei kleiner Ausgabegröße und guter Bearbeitung oder aber gegen meine Fähigkeiten technisch saubere Bilder zu erkennen ;)

Aus dem fahrenden Auto bei geschlossener Scheibe, Smartphone

Unschlagbar ist das Handy auf jeden Fall wenn es darum geht eine Kamera griffbereit zu haben. Selbst eine E-PL5 hat man nicht so schnell in der Hand wie das Smartphone in der Westentasche. Und obwohl ich versuche immer eine Kamera dabei zu haben, das Handy ist eigentlich immer zur Hand.

"Simulation" von Smartphone-Kamera-Apps

Ich verwende keine Kamera-Apps um den Handy-Bildern einen besonderen "Look" zu verleihen. Erstens mag ich diese Filter fast alle nicht und außerdem ist es mir zu unkreativ einfach "Art 7" auszuwählen. Wie bei allen Kameras und Bildern habe ich auch hier Lightroom verwendet. Wahrscheinlich nicht besser als die vielen "künstlerischen" Handybilder die man oft sieht, aber wohl auch nicht schlechter und zumindest so, wie ich es wollte.

Smartphone

Gerade wenn man nur mal eben mit dem Sohn spazieren geht, ist so ein Smartphone sehr viel praktischer als eine 5 kg-Spiegelreflexausrüstung.

"Deut...z", D700 + AF-S 70-200/2.8 VR II, 200 mm,  1.4 Telekonverter (=280 mm), Blende 2.8 (= ca. 4.0)

Natürlich wäre ich kein echter Freak, wenn ich nicht auch weiterhin in meine Spiegelreflexausrüstung investieren würde. Eines der wichtigsten Objektive ist das 70-200/2.8. Die alte Version gefiel mir schon sehr gut, aber hatte auch ihre Schwächen. Am langen Ende war die Leistung nicht mehr uneingeschränkt gut und die Randbereiche waren bei allen Brennweiten und Blenden nicht wirklich toll. Also habe ich schließlich das Alte gegen das Neue getauscht und das war die beste Entscheidung seit langem! Die neue Version ist wirklich perfekt in allen mir wichtigen Belangen und selbst ein Telekonverter kann der Abbildungsleistung kaum etwas anhaben; im Gegensatz zur alten Version, bei der ich kurz davor war den TK wieder zu verkaufen. Zwar schon 2011 gekauft, aber immer noch ein Highlight, auch 2012.

"Katzentest"

Etwas kürzere Brennweite, aber auch mit Telekonverter, das AF-S 70-200, eine meiner absoluten Lieblingslinsen.



Ach ja, das gab es ja auch noch. Mein letztes Bild im Nikon-Forum. Ich war schon in verschiedenen Foren und beim allerersten, dem Pentax-Forum, bin ich sogar noch angemeldet, obwohl ich dort seit Jahren nicht mehr hineingeschaut habe. Das Nikon-Forum war das erste, bei dem ich meinen Account habe löschen lassen und das lag nicht an den Kritiken zu diesem Bild (oder anderen). Ich bin auch keine Mimose, aber wenn ein Forum anfängt zu nerven und es keinen Spaß mehr macht, warum auch immer, sollte man keine Leichen liegen lassen und sich kommentarlos(!) daraus entfernen. Insgesamt eines der wenigen Foren, die mir nichts gebracht haben, nicht einmal Spaß...selbst Handeln konnte man dort nicht anständig.


Pferd im Regen

Tierfotografie interessiert mich eigentlich nicht besonders. Das hat sich auch 2012 nicht geändert. Tiere im Zoo gefallen mir nur selten, vor allem weil die fotografischen Bedingungen dort sehr schlecht sind und man immer irgendwelche Zoo-Teile mit im Bild hat, bzw. jeder erkennt, dass es Bilder aus dem Zoo sind. Für Aufnahmen in freier Wildbahn ist mein Wohnort nicht gerade ideal und die Geduld stundenlang auf einen Vogel oder ein Eichhörnchen zu warten, bringe ich anscheinend auch nicht mit. Daher beschränkt sich das bei mir auf solche Gelegenheitsschnappschüsse. Vielleicht ein Vorsatz für 2013, da nun ein 100-300 mm Zoom in der Tasche steckt? Man wird sehen.



Was mich dagegen immer mehr fasziniert sind Landschaftsaufnahmen. Dabei gibt es bei mir eigentlich nichts was in meinen Augen aufregend wäre, aber gerade das macht es für mich spannend. Halbwegs interessante Bilder von eigentlich öden Landstrichen sind ein Ziel auf das ich hinarbeite. Mehr sehen und anders sehen ist nicht einfach wenn man ständig von den gleichen Motiven umgeben ist. Denke da gibt es noch viel zu lernen.



Auch so ein Standardmotiv aus meinen Breitengraden. Zwar nicht direkt vor der Haustür, aber nicht weit entfernt. Hier mal ein Versuch dem Motiv etwas Neues abzugewinnen.



Rennende, fliegende oder sich sonstwie schnell bewegende Motive führen bei mir immer zu einem Jucken im Zeigefinger ;) Mit einer D700 und dem 70-200 gelingen die meisten Bilder.


"Lecker!"

Das sind immer diese kurzen Momente, wo man entweder Glück haben oder schon erahnen muss was passieren wird. In diesem Fall weiß ich es ehrlich gesagt gar nicht mehr...ich denke es war Glück.



In diesem Jahr habe ich versucht mich mehr um Formen und Licht zu kümmern. Statt nur das Motiv zu sehen, schaue ich vermehrt auf Reflektionen, Schatten, Spiegelungen, Farben oder auch einfach nur auf abstrakte Muster oder Wiederholungen von Formen. Der Gegenstand ist dabei nicht so sehr von Bedeutung, sondern vielmehr seine Anmutung aufgrund der Lichtbedingungen oder der Kontext oder Rhythmus in dem sich etwas befindet oder wiederholt. Nicht einfach für einen Techniker, aber sehr spannend und ich denke ich kriege so langsam einen Zugang zu diesen künstlerischen Aspekten. Wann ich damit wirklich umgehen kann, steht freilich auf einem anderen Blatt.



Ach ja, Schwarzweiß war und ist auch so ein permanentes Thema für mich. Farbfilter, Gradationsexperimente und vor allem die Suche nach Motiven bei denen Form, Struktur und Licht für sich alleine stehen und Farbe nicht notwendig ist. Ich bin da sicherlich noch weit davon entfernt es zu verstehen, aber es macht Spaß und darauf kommt es mir an. Teilweise sehe ich schon Motive die Schwarzweiß sein müssen, teilweise entscheide ich das aber auch erst zuhause am Rechner. Denke ich werde 2013 wieder Touren nur mit einem "SW-Film" in der Kamera unternehmen.


"Abflug"

Auf Events, Sport oder Bühne, versuche ich meistens Bewegung bis zum absoluten Nullpunkt einzufrieren. Mir gefallen diese Aufnahmen einfach, da sie einen unendlich kurzen Punkt in einem Bewegungsablauf sichtbar machen. Das Gegenteil davon, also die Andeutung von Bewegung durch Unschärfe, finde ich aber auch immer spannender. Das hier ist provoziert, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Man wird doch noch mal Husten dürfen oder?! :)



Als Kind war ich regelrecht verliebt in dieses Auto; so niedlich!


Aufgenommen in Mainz bei der Rheingoldhalle

Die Pausen und Abende in Mainz, wo ich die JAX besucht habe, eine Java-Entwickler-Messe, habe ich mit kurzen Fototouren gefüllt. Eine neue Szenerie bringt wirklich Spaß. Die Bilder werden wahrscheinlich nicht besser, aber es macht einfach Laune die Gegend nach Motiven zu erkunden.



Mainz ist rot! Noch nie habe ich so viele Schattierungen von Rottönen in einer Stadt gesehen. Wirklich sehr fotogen (Ein kurzer Gang durch Mainz)



Licht und Schatten. Ich muss einfach noch mehr danach suchen.


AF-S 70-200 mit Canon Achromat 

Noch ein Zubehörteil was ich gekauft und schnell wieder verkauft habe. Nicht weil es nicht getaugt hätte, sondern weil es mir zu umständlich war. Die Rede ist von einem sehr hochwertigen Achromaten, dem Canon 500D/72mm. Mit dieser Vorsatzoptik verkürzt man die Nahgrenze eines Objektivs und erhält so einen größeren Abbildungsmaßstab...man kann näher 'ran und alles wird größer ;) Die Abbildungsleistung mit dem Achromaten war wirklich sehr gut, aber ein echtes Makro hat es nicht ersetzt und Gewicht, Größe und Handhabung waren mir dann doch nicht gut genug.



Ein kurzer Ausflug in das APS-C-Land mit der Nikon D7000. Die Kamera gefiel mir gar nicht! Autofokus unzuverlässig, Rauschverhalten zwar gut, aber angesichts der Größe gegenüber einer D700 zu schlecht um als Zweitkamera eine Existenzberechtigung zu haben. Für mich ist APS-C tot, vor allem seit es wirklich kompakte Systemkameras gibt, die nicht wesentlich schlechter sind. Für Sport und Action verwende ich lieber die Kleinbildkamera, für alles andere oder als leichte Variante lieber eine sehr kleine Systemkamera ohne Spiegel. Aber es gibt sicherlich auch Gründe für APS-C...noch...aber nicht für mich.


"Naturkundeunterricht"



Das Galopprennen, welches ich fast jedes Mal in den letzten paar Jahren besucht habe, hat mich dieses Jahr nicht so in den Bann gezogen. Lag vielleicht am Wetter oder den Gelegenheiten...oder auch einfach nur daran, dass ich schon so oft da war. Ziemlich schade, denn inzwischen ist die Galopprennbahn in Bremen pleite und ist dicht gemacht worden (oder wird es demnächst).


"Dirty face"

Zumindest war es mal wieder eine gute Gelegenheit meine Skills in Sachen Action-Fotografie zu schulen. Mit einer modernen und guten Spiegelreflex sicherlich keine allzu schwere Übung, aber so einfach dann auch wieder nicht.



Wie nennt man weibliche Jockeys?



Dynamikerweiterung per HDR-Technik hat mich auch dieses Jahr beschäftigt. Hier vielleicht nicht offensichtlich notwendig und vordergründig, aber mir geht es auch nicht darum HDR als Kunstform zu verwenden, sondern einfach darum ein paar Blendenstufen an Dynamik zu gewinnen.


Herrenhäuser Gärten in Hannover

Zum Vatertag eine kleine Sauftour durch Hannover. Natürlich mit Kamera in der freien Hand ;)


Ein praktisches Hilfsmittel für den Transport der Wegzehrung.

Herrenhäuser Gärten in Hannover

Herrenhäuser Gärten in Hannover

Manchmal wird man vom eigentlichen Motiv etwas abgelenkt, gerade am Vatertag ;)




Hemelinger Hafen in Bremen

HDR und Langzeitbelichtung vom Stativ war wie gesagt ein großes Thema für mich 2012. Hier ist beides vereint, lange Belichtungszeiten und HDR-Technik. Den letzten Schlief kriegen die Bilder wie immer in Lightroom, auch wenn ich für HDRs ein kleines externes Tool verwende (SNS-HDR: Die Freeware-Variante im Non-HDR-Test).

Hier endet Teil 1. Würde mich frühen, wenn wir uns in Teil 2 wiedersehen.

Danke,
Gordon

Dienstag, 4. Dezember 2012

D700 vs E-PL5 - ein ISO-Vergleich

Hallo Freunde der unwissenschaftlichen und amateurhaft gemachten Testreihen! Heute sehen sie einen Vergleich zwischen der Olympus E-PL5 und der Nikon D700 bezüglich der Abbildungsleistung bei verschiedenen ISO-Einstellungen.

Im Ernst: mit diesem Test will ich weder die eine, noch die andere Kamera als besser oder schlechter darstellen, dafür sind sie schlicht zu unterschiedlich. ISO, bzw. Rauschen ist nur ein Faktor von vielen, der bei der Auswahl des richtigen Werkzeugs für den jeweiligen Zweck eine Rolle spielt. Mich hat einfach persönlich interessiert was man der kleinen Kamera noch zumuten kann und wo man sie bei wenig Licht noch bedenkenlos einsetzen kann. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, mein Fazit, unabhängig von diesen Testbildchen, man kann alles unter ISO 1600 gut bei sehr geringem Licht verwenden. Insgesamt erreicht man aber nicht die Rauschfreiheit der nicht mehr wirklich aktuellen D700, auch nicht bei ISO 200 (Basis-Empfindlichkeit). Aber beurteilt das lieber für euch selbst.

Voraussetzungen:
-RAW (beide)
-Stativ (beide, unterschiedlich da E-PL5 nicht auf Getriebenneiger passt)
-Funkfernauslöser (gleicher bei beiden)
-Spiegelvorauslösung, bzw. 2 Sekunden "Ruhepause" für die E-PL5
-schwache Kunstlichtbeleuchtung (Glühlampe + Energiesparlampe)
-manuelle Belichtung über Belichtungsmesser der Kamera (beide)
-Korrektur der Belichtung im RAW-Konverter Lightroom 4.3 RC für D700 um - 1/3 Blende da die E-PL5 dunkler war (T-Stop? Messung? Ausschnitt? ISO-Wert?)
-Anpassung des Weißabgleichs nach Augenmaß
-Gleiche Schärfung und keine Rauschunterdrückung bei beiden => identische Einstellungen in LR, soweit man es sehen kann!
-Wohnzimmertisch und Plüschtiger (ca. 1 m lang ohne Schwanz) und passend zur Jahreszeit Nussknacker.
-D700: AF-S 50/1.8 (gutes, aber nicht gerade hochwertiges Objektiv)
-E-PL5: PanaLeica 25/1.4, Blende bei beiden f2.8 => deutlich geringere Schärfentiefe bei D700.

Viel Spaß bei der Analyse. Bin gespannt auf eure Kommentare.


Das gesamte Bild. Alle folgenden Bilder sind 100%-Ausschnitte


ISO 200:





ISO 400:



Dürfte defokussiert sein. Der Kontrast-AF der E-PL5 scheint auch bei wenig Licht exakter zu sein als der Phasen-AF der Nikon. Kleinere Ausreißer sind beim Phasen-AF normal...+/-5 % würde ich schätzen. Bei "kaum noch Licht" ist der Phasen-AF nach meiner Erfahrung aber wieder vorne, da der Kontrast-AF dann sehr viel pumpt und teilweise gar nicht mehr funktioniert. Bei der D700 kann es übrigens bei kritischen Motiven nicht schaden AF-C zu verwenden (sehr viel besser als bei E-PL5) und die Serienbildfunktion zu verwenden, um so einen Treffer zu landen, da während der Serie weiter fokussiert wird.

ISO 800:





Ab hier sieht man meiner Meinung nach schon deutlich einen Unterschied. Die D700 als Kleinbildkamera ist deutlich sauberer. Bei der erstmal schärfer erscheinenden Abbildung der E-PL5 muss die größere Schärfentiefe und vor allem die notwendige Rauschreduktion berücksichtigt werden, die man für das fertige Bild anwenden muss. Aber gut, ich wollte euch ja die Beurteilung überlassen ;-)

ISO 1600:



Ich kann ja meine Klappe nicht halten :-) ISO 1600 bei der D700 sehen für mich fast aus wie ISO 800 bei der E-PL5. Das würde ca. einer Blendenstufe entsprechen. Interessanterweise entspricht das aber nicht meinen Erfahrungen bei Alltags-Bildern! Da sind es dann doch eher 1,5 bis 2 Blendenstufen Unterschied...warum auch immer. Ist halt eine sehr subjektive Sache und hängt sehr stark vom Motiv ab.

ISO 3200:




ISO 6400:




Eine abschließende Bemerkung muss ich noch loswerden. Die Ergebnisse hier überraschen mich. Ich habe das nun schon mehrmals so oder so ähnlich gemacht, also "getestet", und irgendwie passt das nicht zu dem was ich bei normalen Aufnahmen erfahre. Hier sieht der Unterschied nicht so sonderlich gewaltig aus, aber in normalen Aufnahmen, und davon habe ich sehr, sehr viele mit der D700 gemacht, und schon recht viele mit der E-PL5, ist der Unterschied gravierender. Die Aufnahmen mit der D700 sind bis ISO 2000 auch bei extrem schlechtem Licht für mein Empfinden so sauber, dass oft nur sehr wenig Rauschreduktion notwendig ist. Bei der E-PL5 kommt mir alles ab spätestens 800 schon so verrauscht vor, dass ich am Regler ziehe...obwohl die Detailauflösung höher zu sein scheint. Auch die Endergebnisse sehen bei der D700 besser aus. Bei gewissen Motiven weniger detailliert, aber insgesamt viel sauberer und knackiger. Das kann natürlich an meinem Workflow in LR liegen. Wobei ich mir sehr viel Mühe gegeben habe, das Optimum bei der E-PL5 heraus zu holen (auch durch Vergleiche der JPEGs und der RAW-Entwicklung über den Olympus Viewer 2). Na ja, ich schreibe schon wieder zu viel ;-) Macht euch euer eigenes Bild von meinem "Test". Ich finde die ISO-Leistung der E-PL5 jedenfalls grandios, sogar im Vergleich mit meinem Kleinbild-Ziegelstein, zumindest wenn ich die Größe und Gewicht der System mit in die Gleichung nehme.

Danke und Grüße,
Gordon